Sanierungsplan Tausende Jobs bei Opel in Gefahr

Beim Autobauer Opel sollen einem Zeitungsbericht zufolge laut Sanierungskonzept rund 7600 Stellen gestrichen werden. Eine Zahl, von der sich Opel selbst distanziert. Das Konzept, das Einsparungen von 3,3 Milliarden Euro vorsieht, ist aber offenbar noch nicht mit dem Mutterkonzern General Motors abgestimmt.

Rüsselsheim - Der Stellenabbau sei Teil der Pläne, mit denen in Deutschland rund 1,5 Milliarden Euro eingespart werden sollten, berichtete die "Rheinische Post" am Donnerstag. Insgesamt benötigt der Konzern laut dem Sanierungsplan rund 3,3 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Europa-Chef von General Motors , Carl-Peter Forster, noch eine Zahl von rund 3500 Stellenstreichungen ins Spiel gebracht.

Wie die Zeitung unter Berufung auf einen Brief von Wirtschafts-Staatssekretärin Dagmar Wöhrl (CSU) an den Bundestags-Wirtschaftsausschuss berichtete, ist der Opel-Sanierungsplan nicht mit dem Mutterkonzern General Motors (GM) abgestimmt. Die Opel-Spitze habe Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) deshalb gebeten, das Rettungskonzept auf seiner USA-Reise im März dem US-Finanzminister Timothy Geithner vorzustellen, berichtete die Zeitung.

SPD-Fraktionschef Peter Struck (SPD) sagte im ARD-Morgenmagazin, bisher sei von Opel eine Zahl von "um die 7000" zu streichenden Stellen genannt worden. Wirtschaftsminister Guttenberg habe allerdings gesagt, dass sich diese Zahl "jeden Tag ändert nach oben oder nach unten". Auch sei bisher unklar, ob sich die genannten Zahlen auf den gesamten europäischen Bereich von General Motors oder nur auf den deutschen Bereich bezögen, sagte Struck.

Der angeschlagene Autobauer selbst hat die Zahl von 7600 Stellen in Deutschland verneint. Wie bereits kommuniziert sehe der Sanierungsplan den Abbau von 3500 Stellen in Europa vor, sagte der Sprecher des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) in Europa, Frank Klaas, am Donnerstag der DPA in Rüsselsheim. "Wenn man die 4100 Stellen bei Saab dazuzählt, die allerdings nicht mehr im GME-Verbund eingerechnet werden, dann landet man bei dieser ominösen Zahl." Der Autobauer bleibe außerdem bei früheren Angaben, wonach die Belegschaft einen Kostensenkungsbeitrag von knapp einer Milliarde Euro leisten soll. Das solle sozialverträglich geschehen. Der Sprecher widersprach zudem Berichten, wonach der Rettungsplan des Opel-Managements nicht mit dem US-Mutterkonzern abgestimmt sei: "Richtig ist, dass GM als Anteilseigner mit im Aufsichtsrat der Adam Opel GmbH sitzt." Das Gremium hatte den Plan verabschiedet, bevor er der Bundesregierung vorgelegt wurde.

Struck hofft nun, dass eine Entscheidung in den kommenden beiden Wochen fallen könne. In den USA werde Ende März über General Motors entschieden. Bis dahin müsse klar sein, was dies für die GM-Tochter Opel bedeute und ob diese aus dem Konzern herausgelöst werden könne.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte im ARD-Morgenmagazin, die Spitzen der großen Koalition hätten bei ihren Beratungen in der Nacht zum Donnerstag vereinbart, dass die "Gespräche mit der Führung von Opel noch viel intensiver" werden müssten. "Wir haben den Eindruck, dass da noch etwas nachgeholfen werden muss". Es solle aber alles daran gesetzt werden, eine Perspektive für Opel zu finden.

manager-magazin.de mit Material von afp