Managergehälter Minimalkonsens erzielt

Eine feste Gehaltsobergrenze für Manager ist nicht geplant - das ist eins der wenigen greifbaren Ergebnisse der Sitzung der Großen Koalition. Es sei schon ein Fortschritt, dass Union und SPD mit Blick auf die Finanzmärkte einen sehr breiten Konsens hätten erzielen können, sagt Finanzminister Peer Steinbrück.

Berlin - Die Spitzen der Großen Koalition haben sich nach siebenstündigen Verhandlungen lediglich auf erste Schritte zur Begrenzung der Managergehälter verständigt.

Der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD billigte in der Nacht zu Donnerstag Vorschläge, auf die sich eine koalitionsinterne Arbeitsgruppe geeinigt hatte. Ziel ist es, eine nachhaltige und langfristige Unternehmensführung zu unterstützten.

Eine feste Gehaltsobergrenze ist nicht geplant, aber auch keine Beschränkung der steuerlichen Absetzbarkeit von Managergehältern, wie es die SPD wollte. Allerdings dürfen Manager Aktienoptionen, wie sie häufig Gehaltsbestandteil sind, nicht mehr nach zwei Jahren, sondern künftig erst nach vier Jahren einlösen. Weitergehende Vorschläge von Union und SPD sollen nun in einer Arbeitsgruppe besprochen werden.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat sich zufrieden mit der Einigung des Koalitionsausschusses auf schärfere Regeln für Managergehälter gezeigt. Es sei ein Fortschritt, dass Union und SPD mit Blick auf die Finanzmärkte einen sehr breiten Konsens hätten erzielen können, betonte Steinbrück am Donnerstag im Deutschlandfunk. "Das sind sehr erfreuliche Ergebnisse dieses Koalitionsausschusses."

Bei den anderen besprochenen Fragen wie dem Umweltgesetzbuch, den Jobcentern und möglichen Hilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel konnte keine Einigung erzielt werden. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sprach von den zähesten und härtesten Verhandlungen seit Bestehen des schwarz-roten Regierungsbündnisses. "Das Ende der Großen Koalition wirft seine Schatten voraus", sagte Ramsauer.

SPD-Bundestagsfraktionschef Peter Struck bezeichnete diese Äußerung als Unsinn und fügte hinzu: "Wir werden keinen Wahlkampf machen, sondern müssen uns um die Sorgen der Menschen kümmern." Die strittigen Fragen sollten nun auf Ebene der Fraktionschefs besprochen werden.

manager-magazin.de mit Material von ddp und ddp