Finanzkrise Vertrauen ist gut, Kontrolle ist ...

Eine stärkere Kontrolle der Finanzmärkte wollen US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown erreichen. "Es braucht (...) ein ausreichendes Regulierungssystem, damit die Märkte nicht außer Kontrolle geraten", so der Amerikaner.

Washington - US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown haben sich für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte ausgesprochen. "Wir glauben an freie Märkte, ... damit Unternehmen und Geschäften gedeihen, aber ... es braucht auch ein ausreichendes Regulierungssystem, damit die Märkte nicht außer Kontrolle geraten", betonte Obama nach einem Treffen mit Brown am Dienstag in Washington.

Das Konjunkturprogramm der US-Regierung werde letztendlich helfen, die Wirtschaftskrise in den USA zu überwinden, "wenn auch nicht über Nacht", sagte Obama. Brown zeigte sich zuversichtlich, dass ein "globaler New Deal" im Kampf gegen die globale Krise möglich sei, bei dem alle Länder ihre Konjunktur durch Finanzspritzen ankurbeln und gleichzeitig die Reform ihrer Bankenlandschaft in Angriff nehmen sollen.

Brown war der erste europäische Regierungschef, der mit Obama im Weißen Haus zusammentraf. Neben dem Wirtschaftsthemen ging es bei dem Treffen auch um das das Engagement der Verbündeten in Afghanistan sowie den Kampf gegen den Klimawandel. Obama und Brown betonten ihr gemeinsames Interesse, dass weder Pakistan noch Afghanistan "sichere Zufluchtsorte für terroristische Aktivitäten" sein dürften.

Schon vor dem Treffen war durchgesickert, dass Obama Brown nicht zur Entsendung weiterer britischer Soldaten nach Afghanistan auffordern werde. Spekuliert wurde, ob Obama und Brown beim nächsten NATO-Gipfel Anfang April Verbündete wie Deutschland oder Frankreich drängen könnten, mehr Soldaten an den Hindukusch zu entsenden. Obama hatte angekündigt, die Zahl der US-Soldaten um 17 000 auf dann rund 42 000 erhöhen zu wollen. Großbritannien hat derzeit 8300 Soldaten in Afghanistan.

Teile der britischen Presse werteten das Treffen in Washington als Triumph Brown im Wettlauf mit anderen europäischen Regierungschefs um den ersten Termin mit dem neuen US-Präsidenten. Britische Medien hatten zuvor spekuliert, dass Obama bei der Führungsrolle in Europa stärker auf Paris setzen könnte und dass auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy stark an dem ersten Besuchstermin bei Obama interessiert gewesen sei. Bereits vor einer Woche hatte Obama den japanischen Premierminister Taro Aso als ersten ausländischen Staatsgast im Weißen Haus begrüßt.

manager-magazin.de mit Material von dpa