Autoabsatz Die Kleinen ganz groß

Kleine Fahrzeuge haben in der Gunst der Käufer gewaltig zugelegt. Premiumwagen stehen dagegen länger in den Schauräumen herum. Die aktuellen Zahlen bedeuteten das erste Plus seit mehr als sechs Monaten und das höchste Absatzniveau in einem Februar seit zehn Jahren. Doch Entwarnung mag der Verband der Automobilindustrie noch lange nicht geben.

Frankfurt am Main - Abwrackprämie und Klarheit über die neue Kfz-Steuer haben den Autoherstellern mitten in der Krise den höchsten Februar-Absatz seit zehn Jahren in Deutschland beschert. Vor allem kleine Autos waren gefragt. Dagegen brachen der Verkauf von Premiumfahrzeugen und der Export weiter ein.

Von den deutschen Herstellern profitierten nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts vor allem Ford  und Volkswagen (VW)  von der Entwicklung. Bei den Importeuren gab es teils massive Zuwächse vor allem bei Hyundai, Suzuki  und Toyota .

Insgesamt stieg nach der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts vom Dienstag die Zahl der Neuzulassungen im Februar um 21,5 Prozent auf 277.740 Fahrzeuge. Dabei standen kleinere Autos klar im Vordergrund. Minis schafften ein Plus von 155 Prozent, Kleinwagen eines von 93 Prozent und Kompaktwagen eines von 6,5 Prozent. Sie allein deckten 63 Prozent des Automobilmarktes ab. Besonders hohe Zuwachsraten gab es bei Ford KA, VW Fox, Hyundai I 10 und Fiat Panda.

Premiumfahrzeuge waren dagegen weniger gefragt, wie ein Minus in der Oberklasse von 28 Prozent deutlich macht. Der Anteil der deutschen Marken ging im Februar auf 55 Prozent zurück. Der Dieselanteil sank nach den Angaben des Bundesamts in Flensburg auffällig um 30,8 Prozent.

Vor allem bei Ford war eine deutliche Aufwärtsentwicklung von 58,9 Prozent zu beobachten. Auch VW konnte 23,3 Prozent hinzugewinnen. Bei den ausländischen Marken fielen Hyundai (plus 229 Prozent) und Suzuki (plus 215 Prozent) mit überproportional hohen Zuwachsraten auf. Der nach absoluter Stückzahl größere Hersteller Toyota gewann rund 64 Prozent dazu, Fiat  um 48,3 Prozent. Opel profitierte mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent im Februar vergleichsweise wenig von der Abwrackprämie. Audi kam auf ein Plus von 0,4 Prozent, BMW  einschließlich Mini verlor 25 Prozent, Mercedes 26,9 Prozent, allerdings legte die gesondert ausgewiesene Marke Smart 16,2 Prozent zu. Die Zulassungen von Porsche  sanken um 32,8 Prozent.

Dramatische Lage

Dramatische Lage

Die aktuellen Zahlen bedeuteten das erste Plus seit mehr als sechs Monaten und das höchste Absatzniveau in einem Februar seit zehn Jahren, erklärte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Im Export hingegen sieht es alles andere als rosig aus: Die Ausfuhren deutscher Hersteller brachen nach Angaben des VDA im Februar um 51 Prozent auf nur noch 202.000 Einheiten ein. In den ersten zwei Monaten summiert sich der Ausfuhrrückgang auf 45 Prozent.

"Trotz der erfreulichen Februar-Zahlen im Inland sind wir von einer nachhaltigen Erholung der Weltmärkte noch weit entfernt", erklärte VDA-Chef Matthias Wissmann. Die Lage sei auch deshalb dramatisch, weil "alle wichtigen Automobilmärkte nahezu zeitgleich von der weltweiten Krise" erfasst worden seien. In den ersten Monaten 2009 habe sich die Lage auf den internationalen Märkten sogar noch verschärft. Auch in den kommenden Monaten sei nicht mit einer Erholung zu rechnen.

Erfreut zeigte sich der VDA-Präsident über die Entwicklung im Inland: Nachdem der Pkw-Auftragseingang bereits in der letzten Januar-Woche um 16 Prozent zugelegt habe, sei der Anstieg im Februar mit Plus 63 Prozent geradezu sprunghaft gewesen. Der Schub vom Inlandsgeschäft habe bei einigen Herstellern dazu geführt, dass die Kurzarbeit zurückgenommen oder reduziert wurde. "Wir haben die Chance, trotz des schwierigen Umfelds in diesem Jahr die Drei-Millionen-Marke bei den Pkw-Neuzulassungen zu knacken", erklärte Wissmann.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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