Autoverkäufe Sonderkonjunktur auf Staatskosten

Die Abwrackprämie und die Neuordnung der Kfz-Steuer haben die Nachfrage auf dem deutschen Automarkt gestärkt. Die Neuzulassungen stiegen im Februar um 22 Prozent. Das ist das höchste Absatzniveau in einem Februar seit zehn Jahren. Schon reduzeren die ersten Hersteller ihre Kurzarbeit.

Bad Homburg - Die Autofirmen haben im Februar deutlich mehr Fahrzeuge in Deutschland verkauft als im entsprechenden Vorjahresmonat. Die Zahl der Neuzulassungen lag mit 277 700 um 21 Prozent über dem Vorjahreswert, wie der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Dienstag mitteilte. Bereinigt um die Arbeitstage betrage das Plus sogar 26 Prozent.

Grund für den Verkaufsschub sei die neue KfZ-Steuer gwesen sowie die Abwrackprämie, die Besonders erfolgreich in den östlichen Bundesländern sei. Hier rechnet der VDIK mit einem Zuwachs von mehr als 40 Prozent gegenüber Februar 2008. Die Autokäufer entschieden sich überdurchschnittlich für kleinere und damit auch emissionsarme Modelle.

"Dies ist das höchste Absatzniveau in einem Februar seit zehn Jahren. Die Neuzulassungen haben damit seit über sechs Monaten erstmals wieder positive Wachstumsraten", betonte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Er erwarte, dass auch im gesamten ersten Quartal der Inlandsabsatz über Vorjahresniveau liegen werde.

Der Schub habe bei einigen Autoherstellern bereits dazu geführt, dass die beabsichtigte Kurzarbeit wieder zurückgenommen oder deutlich reduziert werden konnte.

Trotz der positiven Entwicklung in Deutschland bezeichnet Wissmann die Lage auf den Weltmärkten als anhaltend schlecht. Der Export der deutschen Hersteller sei im Februar um 51 Prozent auf 202 000 Einheiten zurückgegangen. Die Pkw-Produktion, die bereits im Januar um 34 Prozent verringert wurde, sei gegenüber dem Vorjahresmonat um 47 Prozent gesenkt worden.

manager-magazin.de mit Material von afp und ddp

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