Autobranche Auch Toyota bittet um Staatshilfe

Nach amerikanischen und deutschen Autobauern sucht nun auch der japanische Weltmarktführer Toyota die stützende Hand des Staates. Die Finanzsparte des Konzerns bemüht sich um einen Milliardenkredit.

Tokio - Die Finanzsparte von Toyota  beantragte nach eigenen Angaben vom Dienstag bei der staatlich abgesicherten Japan Bank for International Cooperation einen Kredit. Medienberichten zufolge soll sich dieser auf 200 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Euro) belaufen.

Der Konzern erwägt außerdem, sich auch in anderen Ländern um Staatshilfen zu bemühen, nannte hierzu jedoch keine Details. In Deutschland habe Toyota jedoch keine Pläne hierzu, erklärte eine Sprecherin.

In der Finanzkrise hat sich für die Autobauer die Finanzierung deutlich verteuert. Gleichzeitig jedoch wollen die Konzerne verunsicherte Kunden mit zinslosen oder zumindest günstigen Krediten ihrer Banken zum Autokauf animieren.

Toyota erwartet in dem im März endenden Geschäftsjahr den ersten Betriebsverlust seiner Firmengeschichte, ist jedoch nach einhelliger Ansicht von Branchenexperten nicht in ernsthafter Gefahr. Der Vorstoß von Toyota  werde es jedoch anderen japanischen Großunternehmen erleichtern, vor dem Ende des Geschäftsjahrs bei staatlichen Instituten um Hilfen anzuklopfen.

Auch in Deutschland stehen die Finanzsparten namhafter Autohersteller wegen der Kreditkrise und rückläufigem Absatz unter Druck. Volkswagen  kündigte deshalb im Dezember an, das Rettungspaket der Bundesregierung für seine Finanztöchter in Anspruch zu nehmen.

Toyota prognostizierte am Dienstag, dass die gesamte Autobranche in Europa 2009 gut ein Viertel weniger Fahrzeuge verkaufen wird als im vergangenen Jahr. Demnach wird sich das Europa-Geschäft im zweiten Halbjahr sogar noch verschlechtern.

Toyota kündigte für dieses Jahr in Europa 16 neue Modelle an, darunter zwei Hybrid-Fahrzeuge. Der Autobauer erwartet in diesem Bereich einen Umsatzanstieg in Europa von 15 Prozent. 2008 hatten die Japaner in der Region 58.000 Hybrid-Wagen verkauft.

Seinen Marktanteil will der Konzern in Europa auf 6 Prozent von 5,3 Prozent im vergangenen Jahr steigern.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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