Übernahmen China startet Einkaufstour in Europa

China will die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise offenbar dazu nutzen, zu günstigen Preisen bei Unternehmen in Europa einzusteigen. Die Delegation ist nicht nur an weiteren Energie- und Rohstoffabkommen interessiert: Auch an Volvo zeigen Einkäufer aus Fernost Interesse.

Peking - "Wir senden am Wochenende eine Delegation vor allem mit dem Ziel Investitionen und Fusionen nach Europa ", sagte Handelsminister Chen Deming am Montag. Die Experten sollten Unternehmen in Augenschein nehmen, bei denen sich ein Einstieg und eine Zusammenarbeit lohnen könne.

In einem Bericht des chinesischen Staatsfernsehens vom Montag hieß es dazu, die Delegation von Geschäftsleuten werde Großbritannien und andere Länder besuchen, nannte aber keine Einzelheiten. Vom Handelsministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. In den vergangenen Wochen haben chinesische Unternehmen ihre Investitionen im Ausland erheblich gesteigert und zahlreiche Energie- und Rohstoffabkommen unterzeichnet.

Vor einer Woche war eine andere Delegation chinesischer Wirtschaftsvertreter durch Europa gereist. Sie hatte in Berlin Lieferverträge im Wert von rund zehn Milliarden Dollar mit deutschen Unternehmen vereinbart.

Geely zeigt Interesse an Volvo

Der chinesische Autobauer Geely Holding Group ist unterdessen einem Pressebericht zufolge an einer Übernahme des deutlich größeren schwedischen Wettbewerbers Volvo interessiert. Bereits in der kommenden Woche dürfte Geely der Volvo-Mutter Ford ein Kaufgebot unterbreiten, nachdem beide Seiten bereits seit Wochen über den Kauf sprächen, berichtet das "Wall Street Journal Europe" (WSJE/Dienstag) unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

Allerdings gebe es noch mindestens drei weitere potenzielle Bieter. Weder Ford noch Geely hätten die Informationen kommentieren wollen, aus dem Ford-Umfeld habe es jedoch verlautet, dass Geely bereits seit mehr als einem Jahr mit Ford über eine Volvo-Transaktion spreche, hieß es.

Geely erwirtschaftete 2007 mit 7000 Mitarbeitern einen Umsatz von umgerechnet rund 17,7 Milliarden US-Dollar, während Volvo für 2008 Erlöse von 33,7 Milliarden Dollar und rund 24.000 Beschäftigte auswies.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap