Deutsche Bank Rückkehr zum Vorstandsmodell?

Die Deutsche Bank erwägt einem Pressebericht zufolge einen Umbau ihrer obersten Führungsebene. Der Aufsichtsrat überlege, die angloamerikanisch geprägte Führungsstruktur des Geldhauses wieder aufzugeben. Erwogen werde die Rückkehr zum klassischen deutschen Vorstandsmodell.

Frankfurt am Main - Vor allem das von Bankchef Josef Ackermann im Jahr 2002 eingeführte und auf ihn zugeschnittene Group Executive Committee (GEC) stehe auf dem Prüfstand, meldet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL vorab aus seiner neuen Ausgabe. Auf diese Weise könnte das Institut erste Konsequenzen aus dem 3,9-Milliarden-Euro-Verlust 2008 ziehen, dem ersten in der Nachkriegsgeschichte des Geldhauses. Ein Sprecher der Deutschen Bank  lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Der Vorstand solle künftig deutlich gestärkt und aufgewertet werden, berichtet DER SPIEGEL unter Berufung auf nicht namentlich genannte Mitglieder des Managements und des Aufsichtsrats. Das stark von Investmentbankern beeinflusste GEC war über Jahre hinweg die eigentliche Machtzentrale der Bank, in der alle wichtigen Entscheidungen getroffen wurden.

Die Rückkehr zum althergebrachten deutschen Vorstandsmodell wäre zwar eine Stärkung des traditionellen Zweigs innerhalb des Instituts, wie etwa des Privat- und des Firmenkundenkreditgeschäfts. Allerdings würden laut SPIEGEL auch hochkarätige Investmentbanker wie Anshu Jain in das oberste Gremium einziehen. Dem Bericht zufolge könnten die Planspiele auch im Zusammenhang mit der Suche nach einem Nachfolger für Ackermann stehen, dessen Vertrag im Mai 2010 ausläuft.

Verwandte Artikel