Commerzbank Blessing bleibt skeptisch

Commerzbank-Chef Martin Blessing schließt eine weitere Finanzspritze des Staates an sein Institut nicht aus. Zugleich räumte er ein, dass an einen raschen Ausstieg des Bundes bei der Commerzbank nicht zu denken sei.

Frankfurt am Main - Zwar habe man momentan eine "angemessene Kapitalausstattung", sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Aber niemand weiß, was in dieser Krisenzeit auf die Banken zukommen kann."

Die Commerzbank  muss neben der Integration der Dresdner Bank, die im vergangenen Jahr wegen Belastungen im Investmentbanking einen Rekordverlust von 6,3 Milliarden Euro verbuchte, Probleme im Staatsfinanzierungsgeschäft lösen.

Zudem drohen der Commerzbank, die vom Staat mit 33 Milliarden Euro gestützt wird, in ihren einstigen Wachstumssparten Osteuropa und Mittelstand wegen der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten signifikante Einbußen.

Blessing stellt sich daher auf ein längerfristiges Engagement des Staats bei der zweitgrößten deutschen Bank ein. Wie lange der Staat involviert bleibe, entscheide die Regierung: "Aber sicher nicht nur zwei oder drei Jahre."

Die Staatsbeteiligung könne sich für die Steuerzahler als Geschäft erweisen, hofft der Commerzbankchef. "Bei einem Kapitalmarktzins von um die drei Prozent verdient der Staat. Er nimmt Geld für drei Prozent und verleiht es für neun Prozent."

Blessing gab zu, dass die Integration der Dresdner Bank schwierig werden wird: "Für 2009 rechnen wir noch mit erheblichen Umstellungskosten". Erst bis 2012 sollen die Erträge höher und die Kosten niedriger werden. Finanzchef Eric Strutz hatte bereits Mitte Februar bei der Vorlage der Geschäftszahlen die Aktionäre auf ein nochmals "sehr schwieriges Jahr" eingestimmt.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters