Finanzkrise Zwei US-Banken geschlossen

In den Vereinigten Staaten sind erneut zwei Regionalbanken zusammengebrochen. Der staatliche Einlagensicherungsfonds FDIC schloss die Security Savings Bank und die Heritage Community Bank. Damit sind allein seit Anfang des Jahres 16 US-Geldhäuser vom Markt verschwunden.

Washington - Die Heritage Bank in Illinois hatte Anfang Dezember Vermögenswerte von 232,9 Millionen Dollar und Kundeneinlagen von 218,6 Millionen Dollar. Sie soll von der MB Financial Bank übernommen werden, der staatliche Einlagensicherungsfonds Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) wird die Mehrheit der Verluste tragen. Die Security Savings Bank in Nevada hatte Ende Dezember Vermögenswerte von 238,3 Millionen Dollar und Kundeneinlagen von 175,2 Millionen Dollar. Sie soll von der Bank of Nevada aufgefangen werden.

Der FDIC stellt sich derweil auf eine Verdopplung der Kosten durch Bankenpleiten ein. Wegen der zunehmenden Zahl von Insolvenzen müsse der Fonds voraussichtlich mehr als 80 Milliarden Dollar aufbringen, erklärte die Behörde bereits am Freitag. Allein zwischen 2009 und 2013 könnten weitere 65 Milliarden Dollar anfallen.

Die Insolvenz von 25 US-Banken im vergangenen Jahr schlug den Angaben zufolge bereits mit 18 Milliarden Dollar zu Buche. 2007 waren lediglich drei Institute geschlossen worden, 2009 traf es seit Jahresanfang dagegen schon 16 Geldhäuser. Um im Falle weiterer Pleiten die Einlagen der Kunden zu sichern, erwägt die Behörde, eine einmalige Gebühr zu erheben und damit 15 Milliarden Dollar bei Finanzinstituten einzutreiben.

Erstes Branchenminus seit 20 Jahren

Bereits am Donnerstag hatte der FDIC erklärt, die Zahl problembehafteter Banken sei im vierten Quartal um 50 Prozent auf 252 Institute in die Höhe geschnellt. Im Vergleich zu 2007 hat sich die Zahl der Institute auf der roten Liste sogar verdreifacht.

Die über die FDIC versicherten rund 8300 Institute erlitten im Schlussquartal 2008 alle zusammen rechnerisch einen Verlust von 26,2 Milliarden Dollar (20,5 Milliarden Euro). Dies war laut FDIC das erste Branchenminus seit der letzten Bankenkrise vor fast 20 Jahren. Fast ein Drittel der Branche schrieb im Schlussquartal rote Zahlen. Für einen Gutteil der Verluste sorgten allerdings eine Handvoll Großbanken.

Der FDIC gibt die Namen der vom Aus bedrohten Banken nicht bekannt, um die Probleme nicht zusätzlich etwa durch einen Ansturm besorgter Anleger zu verschärfen. Bislang konnte sie die meisten zusammengebrochenen Institute an Wettbewerber verkaufen.

Für nicht mehr verkäufliche Vermögenswerte oder ganze Banken musste die FDIC dennoch zuletzt so stark wie lange nicht einspringen. Der Einlagensicherungsfonds schmolz dadurch allein im vierten Quartal 2008 um fast die Hälfte auf 19 Milliarden Dollar drastisch zusammen.

manager-magazin.de mit Material von afp, dpa und reuters