Dienstag, 28. Januar 2020

Krisenticker Dow Jones schließt auf 12-Jahres-Tief

Der Gewinn der Airline Iberia bricht um 90 Prozent ein. Die US-Wirtschaft schrumpft drastisch um 6,2 Prozent, der Dow Jones schließt auf seinem tiefsten Stand seit 12 Jahren. Selbst Stephen Schwarzman, einst als "König der Wall Street" bekannt, übt sich in ungewohntem Verzicht. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.06 Uhr: Nach der Teilverstaatlichung der Citigroup sind die US-Börsen am Freitag auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren abgestürzt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Abschlag von 1,66 Prozent bei 7062 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 2,36 Prozent auf 735 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,98 Prozent auf 1377 Punkte.

21.30 Uhr: Bosch will laut einem Pressebericht die Kurzarbeit ausweiten. Man verhandle derzeit auch für die Sparte Elektrowerkzeuge (Power Tools) über eine entsprechende Regelung, sagte Bernhard van Dyken, Geschäftsführer des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, der Zeitung "Euro am Sonntag" laut Vorabbericht. Entsprechende Vereinbarungen sollen für die rund 2500 Beschäftigten an den deutschen Power-Tools-Standorten in Leinfelden, Sebnitz und Murrhardt "bis April" in Kraft treten. Die Regelung solle zunächst für sechs Monate gelten.

21.20 Uhr: Angesichts einer teilweisen Erholung der Wall Street von ihren frühen Verlusten haben sich die US-Staatsanleihen am Freitag durchwachsen gezeigt. "Es herrscht große Unsicherheit darüber, ob die US-Aktienmärkte überverkauft sind und vor einem Sprung nach oben stehen", sagte Anleihenexperte Josh Stiles von IDEAglobal. Wenn dies passiere, werde es schwieriger, für das derzeitige Angebot an Staatsanleihen Abnehmer zu finden. John Rocket Spinello von Jefferies & Co ergänzte, das hohe Angebot sei eine anhaltende Bürde für die Wertentwicklung.

20.03 Uhr: Der insolvente Eigentümer des fränkischen Porzellanherstellers Rosenthal hat einen neuen Besitzer. Der US-Finanzinvestor KPS Capital Partners kauft große Teile des irischen und britischen Geschäfts von Waterford Wedgwood, nicht aber die Mehrheitsbeteiligung an Rosenthal. Das Traditionsunternehmen aus dem oberfränkischen Selb war von der Muttergesellschaft mit in die Pleite gerissen worden. Seither sucht Insolvenzverwalter Volker Böhm einen Käufer.

19.45 Uhr: Die Zitterpartie an der Wall Street geht weiter. Nachdem die Teilverstaatlichung der Citigroup den Dow Jones Börsen-Chart zeigen zu Handelsbeginn auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren gedrückt hatte, konnte der Index seine Verluste zuletzt auf 0,8 Prozent reduzieren. Die Ankündigung der US-Regierung, ihren Anteil an der Citigroup aufzustocken, heizte Spekulationen an, dass der Staat nun auch bei weiteren Banken einsteigen muss. Finanztitel tendierten daraufhin sehr schwach, und Händler sprechen von hohen Abwärtsrisiken.

17.45 Uhr: Der Dax Börsen-Chart zeigen geht mit einem Minus von 2,5 Prozent auf 3843 Zähler ins Wochenende, der Wochenverlust beträgt 4,3 Prozent. Schlechte US-Konjunkturdaten sowie die Teilverstaatlichung der Citigroup haben die Börsen am Freitag weiter nach unten gedrückt.

Kurz vor dem Platzen der Blase noch kräftig kassiert: Stephen A. Schwarzman
17.00 Uhr: Stephen Schwarzman, Gründer der Beteiligungsgesellschaft Blackstone Börsen-Chart zeigen, weist zum Ende 2008 tiefrote Zahlen aus. Der Verlust von Blackstone betrug zum vierten Quartal 827 Millionen Dollar: Schwarzman und Mitgründer Peter Peterson verzichten daher auf ihre "Erfolgsboni" für 2008. Schwarzman gilt als "König der Wall Street", da er jahrelang vom Boom der Beteiligungsbranche profitiert und seine Firma gerade noch rechtzeitig an die Börse gebracht hatte, bevor die Schuldenblase platzte.

Seitdem geht es mit den Geschäften steil bergab, Anleger haben seit Börsengang von Blackstone im Juni 2007 90 Prozent ihres Geldes verloren. Schwarzman dagegen strich allein durch den Börsengang 677 Millionen Dollar ein - den Verzicht auf Boni dürfte er verschmerzen.

Steht Frauen einfach besser als Männern: Feinripp
16.45 Uhr: Der insolvente Wäschehersteller Schiesser mit Sitz in Radolfzell am Bodensee will ohne Massenentlassungen oder neuen Investor überleben. Das sagte Insolvenzverwalter Volker Grub der "Schwäbischen Zeitung".

Zwar gebe es genügend Interessenten, die in Schiesser investieren würden. Er habe aber keinen Veräußerungsprozess eingeleitet. "Wir schaffen das allein", sagte Grub dem Blatt.

16.11 Uhr: Die Zahl der bei der Minijob-Zentrale gemeldeten Geringverdiener stieg im Jahresvergleich um 2,4 Prozent auf 6,8 Millionen. Minijobber dürfen bis zu 400 Euro im Monat verdienen und sind dabei versichert. Die Zusatzkosten zahlt der Arbeitgeber. Mit 9,4 Prozent Wachstum im Jahresvergleich ist die Zahl der Haushaltshilfen am stärksten gestiegen. In diesem Sektor sind inzwischen 173.000 Menschen beschäftigt, meist Frauen, wie die Minijobzentrale bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Bochum mitteilte.

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