Samstag, 7. Dezember 2019

Krisenticker US-Börsen fallen nach GM-Milliardenminus

5. Teil: BASF will Sparprogramm beschleunigen

"Ihr da oben": Opel-Mitarbeiter demonstrieren in Rüsselsheim
10.06 Uhr: Die Pleitewelle in Deutschland hat nach Einschätzung der Insolvenzverwalter ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. "Wenn ich mit den Banken rede, sagen die: Die Welle kommt", sagte der Vorsitzende des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID), Siegfried Beck, am Mittwochabend im Club Wirtschaftspresse München. Als erstes treffe es nun die von der weltweiten Absatzkrise der Automobilindustrie in Mitleidenschaft gezogenen Zulieferer und Kfz-Händler, sagte Beck. Generell seien aber alle Branchen in Gefahr, die "nicht unbedingt benötigte Güter herstellen". Meist seien zudem Unternehmen betroffen, die "geistigen Speck" angesetzt hätten, also nicht mehr so schnell und agil am Markt agierten, technische Fehlentwicklungen durchmachten oder nicht rechtzeitig mit Personalabbau auf Krisen reagierten.

9.50 Uhr: Großbritannien könnte im Rahmen seines Schutzprogramms für Banken faule Wertpapiere im Umfang von umgerechnet etwa 560 Milliarden Euro (500 Milliarden Pfund) versichern. Wie das Finanzministerium am Donnerstag mitteilte, zielt die neue Ausfallversicherung auf Vermögenswerte ab, deren Zukunft am unsichersten ist. Demnach können sich Banken mit einem diskontfähigen Vermögen von mehr als 28 Milliarden Euro bis Ende März um einen mindestens fünfjährigen Versicherungsschutz bewerben. Ziel des Regierungsprogramms ist die Ankurbelung der Kreditvergabe. Die Versicherung ist eine Alternative zur Auslagerung der wertlos gewordenen Anlagen in eine sogenannte Bad Bank.

9.08 Uhr: Nissan Börsen-Chart zeigen will seine Produktionskürzungen ab März zum Teil wieder rückgängig machen. Dennoch bleibe der Absatzmarkt schwach und unvorhersehbar, teilte der Konzern mit. Die Aufhebung der Produktionskürzungen sei nicht auf bessere Verkaufszahlen zurückzuführen, sondern reflektiere nur den erwarteten Absatz ab April.

8.42 Uhr: BASF Börsen-Chart zeigen will wegen des Konjunktureinbruchs sein Sparprogramm beschleunigen und Stellen streichen. In diesem Jahr sollen bei dem Chemiekonzern weltweit mindestens 1500 der aktuell knapp 97.000 Arbeitsplätze wegfallen, wie Vorstandschef Jürgen Hambrecht ankündigte. In der gesamten Gruppe würden weniger profitable Anlagen und auch Standorte geschlossen. Betroffen seien Standorte aus dem Bereich Lacke und Beschichtungen (Coatings) in Europa, den USA und Asien sowie Anlagen zur Herstellung von Kunststoffvorprodukten in Asien. "Unter normalen Umständen wären solche Anlagen im Laufe der Zeit durch neue Investitionen ersetzt worden", erklärte Hambrecht. "Jetzt werden Schließungen früher als geplant vorgenommen."

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