Mittwoch, 20. November 2019

Krisenticker US-Börsen atmen auf

An der Wall Street gleicht der Dow Jones die Vortagesverluste nahezu aus. Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich weiter eingetrübt. Der Dax schließt unter 3900 Zählern. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.08 Uhr: Der Dow Jones hat am Dienstag die am Vortag erlittenen Verluste nahezu ausgeglichen. Der Index notierte zum Handelsschluss mit einem Aufschlag von 3,32 Prozent bei 7350,94 Punkten. In Punkten gerechnet lag der Zuwachs bei gut 236. Am Montag hatte der Index noch knapp 251 Zähler verloren.

Börse New York: Der Dow Jones liefert gute Vorgaben für eine Erholung des Dax am morgigen Mittwoch
Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 4,01 Prozent auf 773,14 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging 3,9 Prozent höher mit 1441,83 Punkten aus dem Handel.

21.27 Uhr: Angesichts des rekordhohen Haushaltsdefizits der USA hat Japans Ministerpräsident Taro Aso US-Präsident Barack Obama ermahnt, das Vertrauen in den Dollar zu wahren. Dies sei die wichtigste Aufgabe der neuen US-Regierung, sagte Ministerpräsident Taro Aso, der am Dienstag als erster ausländischer Regierungschef von Obama empfangen wurde. "Wenn das Vertrauen in den Dollar leidet, sind riesige Folgen zu erwarten."

20.10 Uhr: Bundesbank-Präsident Axel Weber sieht keinen Spielraum für weitere Konjunkturprogramme der Bundesregierung. "Deutschland hat seinen Spielraum mit dem zweiten Konjunkturpaket ausgeschöpft", sagte Weber der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe) laut einem Vorabbericht. Deutschland werde noch eine Weile in der Rezession stecken, dennoch solle der Staat keine weiteren Milliardenpakete für die Wirtschaft schnüren.

Für die kommenden Monate rechnet Weber damit, dass sich der Abwärtstrend der deutschen Wirtschaft weiter fortsetzt, wobei er keinen Zeitpunkt für eine Trendwende nennen wollte. Für die Zeit nach der Rezession erwarte er starke Preissteigerungen und schnell steigende Zinsen.

19.48 Uhr: Nach Verlusten an sechs Handelstagen in Folge berappelt sich der Dow Jones-Index Börsen-Chart zeigen der Standardwerte und notiert am Abend mit 2,3 Prozent im Plus bei 7278 Punkten. Das flammende Bekenntnis von Notenbank-Chef Ben Bernanke zum Bankensektor beruhigte die Nerven der Anleger etwas.

18.10 Uhr: Der Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen hat nach eigener Auskunft weiterhin kein Interesse an einer Erweiterung seiner Pkw-Markengruppe. "Für Daimler ist die Übernahme von Opel kein Thema", sagte Daimler-Forschungschef Thomas Weber der Nachrichtenagentur Reuters. "Das gilt auch für Volvo oder Saab", fügte Weber hinzu, der auch die Fahrzeugentwicklung der Daimler Pkw-Gruppe Mercedes-Benz Cars leitet.

Zudem hat der Autobauer am Dienstag ein neues Werk in Indien eröffnet. Der neue Standort in Pune sei innerhalb von 13 Monaten auf einer Fläche von 400 Hektar errichtet worden, teilte das Unternehmen in Stuttgart mit. In der Fabrik arbeiten rund 450 Menschen. Daimler habe rund 50 Millionen Euro in den Standort investiert, sagte ein Sprecher. In dem Werk laufen sowohl PKW als auch Nutzfahrzeuge vom Band. Die Kapazität liegt bei 5000 PKW und 1200 Nutzfahrzeugen pro Jahr.

17.45 Uhr: Die Talfahrt am deutschen Aktienmarkt geht zunächst weiter. Der Dax Börsen-Chart zeigen fiel am Dienstag in der Spitze um drei Prozent auf 3816 Punkte und notierte damit zeitweise so niedrig wie seit September 2004 nicht mehr. Bis Handelsschluss auf Xetra erholte sich der Leitindex im Schlepptau der Wall Street etwas und ging mit 3895 Zählern aus dem Handel, ein Minus von 1 Prozent.

An den US-Börsen notierte der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen zum Handelsschluss in Europa um 1,1 Prozent im Plus bei 7185 Punkten, der Nasdaq-Composite lag 1,3 Prozent höher bei 1406 Zählern. Am Vortag war der Dow auf den tiefsten Stand seit elf Jahren eingebrochen.

16.52 Uhr: Die weltgrößte Baumarktkette Home Depot Börsen-Chart zeigen ist wegen der Krise am US-Häusermarkt in die roten Zahlen gestürzt. Den US-Konzern belasten auch hohe Kosten für den laufenden Stellenabbau. Eine rasche Besserung sei angesichts der Konjunkturtalfahrt nicht in Sicht, warnte Konzernchef Frank Blake am Dienstag. Mit seinem um hohe Sondereffekte wie die den Konzernumbau und Abschreibungen bereinigten Ergebnis übertraf Home Depot dennoch die Erwartungen der Wall Street.

Home Depot machte im vierten Geschäftsquartal einen Verlust von 54 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor stand unter dem Strich noch ein Gewinn von 671 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel um 17 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar. Home Depot streicht gerade rund 7000 Jobs - etwa 2 Prozent aller Stellen - und schließt mehr als 40 Standorte.

Ketchuphersteller: Heinz ist gleichzeitig Gewinner und Verlierer der Rezession
16.41 Uhr: Der weltgrößte Ketchuphersteller H.J. Heinz Börsen-Chart zeigen hat dank höherer Preise zuletzt mehr verdient. Der Überschuss stieg im dritten Geschäftsquartal auch durch Steuer- und Finanzgewinne um 11 Prozent auf 242 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel wegen des wieder stärkeren Dollars um fast 8 Prozent auf 2,41 Milliarden Dollar, wie der Lebensmittelkonzern am Dienstag bekanntgab. Bereinigt um die Währungsschwankungen legte der Umsatz um fast 4 Prozent zu. In Europa konnte Heinz die Einnahmen steigern, auf dem Heimatmarkt gingen die Umsätze dagegen zurück. Heinz profitiert in der Rezession mit seinen Fertigprodukten davon, dass die Menschen häufiger zu Hause essen.

16.34 Uhr: Der weltgrößte Handyhersteller Nokia Börsen-Chart zeigen bietet im Rahmen seiner Sparpläne den ersten 1000 Mitarbeitern Abfindungen an, die das Unternehmen freiwillig verlassen. Mit dem Angebot will der finnische Konzern, der Ende vergangenen Jahres 128.000 Menschen beschäftigte, betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Das Angebot gelte von März bis Mai, teilte Nokia am Dienstag mit. Zudem ermutige das Unternehmen seine Mitarbeiter, unbezahlten Urlaub oder ein Sabbatjahr zu nehmen. Wegen der sinkenden Nachfrage hatte Nokia bereits vor einiger Zeit angekündigt, die Kosten in seinem Handygeschäft jährlich um 700 Millionen Euro zu senken.

Fed-Chef Bernanke: Die US-Wirtschaft dürfte zunächst weiter schrumpfen
16.30 Uhr: US-Notenbankchef Ben Bernanke hält ein Ende der Rezession in seinem Land noch in diesem Jahr für möglich. "Es besteht die begründete Aussicht, dass die gegenwärtige Rezession 2009 enden wird, und dass 2010 ein Jahr der Erholung wird", sagte Bernanke am Dienstag in seinem halbjährlichen Konjunkturbericht vor dem Kongress in Washington.

Dies gelte aber nur dann, wenn die Maßnahmen der Regierung und der Notenbank zur Stabilisierung der Finanzmärkte den erwünschten Erfolg hätten, sagte Bernanke einschränkend. Eine "volle Erholung" der Konjunktur werde "zwei bis drei Jahre dauern", fügte er hinzu. Neuen Schätzungen zufolge dürfte die Wirtschaftsleistung 2009 um 0,5 Prozent bis 1,25 Prozent sinken. Nach einem erheblichem Rückgang dürfte sich die Wirtschaft erst in der zweiten Jahreshälfte schrittweise erholen, sagte Bernanke. "Um die Abwärtsspirale zu brechen, ist es nötig, dass wir weiterhin Konjunkturimpulse mit starkem Regierungshandeln verbinden, um die Finanzinstitutionen und die Finanzmärkte zu stabilisieren."

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