Bankgeheimnis UBS soll Steuersünder outen - Aktie stürzt

Der Druck auf das Schweizer Geldhaus UBS nimmt zu. Die Aktien der Bank fielen auf ein Allzeittief, weil sie möglicherweise die Daten von 52.000 Kundendaten an die US-Steuerbehörden herausgeben muss. Damit steht offenbar das Geschäftsmodell zahlreicher Banken in dem Alpenstaat auf der Kippe.

Zürich/Genf - Die Aktien der Schweizer Großbank UBS  und anderer eidgenössischer Institute sind am Freitag abgestürzt. Anleger befürchten, dass die jüngste Auseinandersetzung mit den US-Behörden über die Freigabe von Kundendaten der UBS das Schweizer Bankgeheimnis nachhaltig beschädigt.

UBS-Papiere verloren am stärksten und sackten am frühen Nachmittag um 13,5 Prozent ab, nachdem sie zwischenzeitlich auf einem Allzeittief von 10,54 Franken notiert hatten. Auch die Aktien der Rivalen Credit Suisse  und Julius Bär  gaben 9 und 10 Prozent nach.

Die UBS steht auch nach der vorläufigen Einigung mit der US-Steuerbehörde in den USA weiter unter Druck. Die Bank bestätigte am Freitag Meldungen aus den USA, nach denen das US-Justizministerium sowie die Steuerbehörde (Internal Revenue Service/IRS) Einsicht in weitere Daten von US-Kunden verlangten, die in der Schweiz nicht deklarierte Konten haben.

Eine Zivilklage in Florida werde man aber "rigoros anfechten", erklärte die Bank. Nach Medienberichten soll es sich bei den Konten um 32.000 Bargeld- und 20.000 Aktien-Konten im Umfang von fast 15 Milliarden Dollar (etwa 12 Milliarden Euro) handeln.

Nach UBS-Angaben war die Klage erwartet worden, da das IRS das "John Doe" Mahnverfahren (Summons) durchsetzen wolle, das im Juli 2008 gegen die Bank eingereicht worden sei. Das Verfahren des IRS erfasse aber Informationen über eine größere Anzahl von steuerlich nicht offengelegten Konten von US-Kunden bei UBS in der Schweiz.

Diese Informationen seien durch das Bankkundengeheimnis nach Schweizer Recht geschützt. Die UBS zeigte sich überzeugt, dass sie der Klage "substantielle rechtliche Argumente entgegen setzen kann".

Am Mittwoch hatte die Bank bestätigt, dass sie sich für 780 Millionen Dollar und die Herausgabe von Kundendaten im Steuerstreit mit Amerika eine Atempause erkauft hat und es zunächst zu keiner Anklage gegen sie in den USA kommen werde. Dies wurde in der Öffentlichkeit als das Ende des Schweizer Bankgeheimnisses bewertet. Es soll sich um rund 300 Kunden handeln, deren Daten ohne rechtliche Einspruchsmöglichkeit bereits den US-Behörden vorliegen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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