Krisenticker US-Bankenaktien auf Horrorfahrt

US-Bankenaktien verloren am Freitag in der Spitze mehr als 30 Prozent. Das Weiße Haus beruhigte die Anleger: Der Dow schloss dennoch auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2002. Wirklich beruhigend klangen indes die Aussagen des obersten Wirtschaftsberaters des US-Präsidenten nicht. Der Goldpreis übersprang die 1000-Dollar-Marke. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.05 Uhr: Die Angst der Anleger vor einer Verstaatlichung großer US-Banken haben an der New Yorker Börse den Dow Jones  auf eine heftige Berg- und Talfahrt geschickt. Der Leitindex schloss 1,34 Prozent auf 7365 Punkte schwächer. Das ist der niedrigste Schlussstand seit Oktober 2002. Das Tagestief hatte bei 7249 Punkten gelegen. Auf Wochensicht steht damit ein Abschlag von 6,17 Prozent zu Buche.

Aussagen eines hochrangigen Senators über eine mögliche Verstaatlichung von US-Großbanken hatten die Aktien der Citigroup  und der Bank of America  kräftig durchgerüttelt. Beide Titel verloren in der Spitze rund 30 Prozent. Als ein Sprecher des US-Präsidenten Barack Obama am Abend das private Bankensystem als den richtigen Weg für die USA charakterisiert hatte, erholten sich die Aktien. Citigroup  schlossen den Handel mit einem Minus von 22 Prozent, Bank of America  konnten das Kursminus auf 3,60 Prozent reduzieren. JPMorgan & Chase fielen um 3,40 Prozent. Zu den größten Verlierern im Dow Jones zählten ebenso die Papiere des schwer angeschlagenen Autobauers General Motors , die 11,50 Prozent verloren.

Anhaltendes Misstrauen gegenüber der krisengeschüttelten Finanzbranche drückte auch den deutschen Aktienmarkt tief in die roten Zahlen. Der Dax schloss 4,8 Prozent tiefer bei 4014 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit Oktober.

Die Unsicherheit bleibt Börsianern zufolge spürbar hoch: Dafür sprächen sowohl festere Anleihenkurse als auch der Anstieg des Goldpreises von zwischenzeitlich mehr als 1000 US-Dollar für eine Feinunze Gold.

21.49 Uhr: Der oberste Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama ist der Ansicht, dass die Weltwirtschaft eine noch schlimmere Krise als in den 30er Jahren durchläuft. "Ich kann mich keiner Zeit entsinnen - möglicherweise nicht einmal während der Weltwirtschaftskrise -, in der sich die Dinge so schnell abwärts entwickelt haben, und so sehr im Gleichschritt rund um die ganze Welt", sagte am Freitag Paul Volcker. Zur Frage einer möglichen Verstaatlichung von US-Banken hielt er sich zurück. Große Finanzinstitutionen müssten immer vom Staat unterstützt werden, versprach der frühere Notenbankchef. Sie sollten aber gleichzeitig auch strenger beaufsichtigt werden.

21 Uhr: Die Deutsche Post will von 2010 an auf längere Arbeitszeiten dringen. "Es ist meiner Meinung nach keine Katastrophe, wenn jeder täglich zehn Minuten länger arbeitet", sagte Post-Chef Frank Appel der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Die Produktivität im Briefgeschäft müsse dringend verbessert werden. "Wenn die Durchschnittserträge sinken, die Mengen der Post gleich bleiben und die Briefträger berechtigterweise mehr verdienen wollen, dann geht dies nur über längere Arbeitszeiten", sagte Appel. Der aktuelle Tarifvertrag laufe noch bis Mitte 2010. "Dann müssen wir handeln", betonte Appel.

20.23 Uhr: Nach einem dramatischen Absturz von Bankaktien versucht US-Präsident Barack Obama, die Angst vor Verstaatlichungen zu zerstreuen. "Lassen Sie mich so gut wie ich nur kann versichern: Diese Regierung ist weiterhin fest davon überzeugt, dass ein privates Bankensystem der richtige Weg ist", sagte Obamas Sprecher Robert Gibbs am Freitag in Washington. "Das ist unsere Überzeugung seit einiger Zeit und wir bleiben dabei."

Zuvor hatten die Ängste vor einem massiven Eingreifen des Staates die Aktienkurse der großen US-Banken ungebremst abrutschen lassen. Zeitweise verloren die Anteile von Branchenprimus Bank of America und der Citigroup  mehr als 30 Prozent. Nach der Erklärung von Gibbs erholen sie sich wieder etwas. Der Dow Jones  baut einen Großteil seiner Verluste ab.

19.40 Uhr: Ausverkauf an der New Yorker Wall Street: Der Dow Jones verliert in der Spitze 2,8 Prozent auf 7258 Punkte. Der marktbreitere S&P-500 fällt 3,0 Prozent auf 755 Zähler. Nachbörslich geht es auch beim Dax  weiter nach unten: Der deutsche Leitindex verliert 5,3 Prozent auf 3992 Zähler.

19.27 Uhr: Der deutsche Textilfarbenhersteller Dystar will nach einem Bericht der "FAZ" 545 Stellen streichen - die meisten davon in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4000 Mitarbeiter. Die Dystar Textilfarben GmbH verzeichnete dem Bericht zufolge Umsatzeinbrüche. Die Firma sei 1995 als Jount-Venture der Bayer AG und der Hoechst AG gegründet worden und gehöre seit 2004 dem Finanzinvestor Platinum Equity.

Flucht ins Gold - Preis springt über 1000 Dollar

19.10 Uhr: Ein hochrangiger US-Senator hat eine Verstaatlichung von amerikanischen Banken nicht ausgeschlossen und damit die US-Börsen belastet. Die Regierung von Präsident Barack Obama wolle diesen Schritt vermeiden, sagte der Vorsitzende des Bankenausschusses, Christopher Dodd. Die Verstaatlichung einer Bank "kann jedoch geschehen". Die Aktie der Citigroup  baute daraufhin ihre Verluste auf mehr als 24 Prozent aus. Bank of America  fielen um mehr als 22 Prozent.

19.03 Uhr: Der Goldpreis ist erstmals seit März 2008 wieder über die Marke von 1000 Dollar je Feinunze gesprungen. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls kletterte am Freitagabend an der Rohstoffbörse in London bis auf 1005,78 Dollar. Kurz zuvor waren bereits einige Terminkontrakte (Futures) für Gold über die 1000- Dollar-Marke gesprungen. Zuletzt lag der Spot-Preis für eine Feinunze noch bei 1004,38 Dollar und damit um 28,23 Dollar höher als am Vortag.Gold gilt in unsicheren Zeiten bei vielen Investoren als "sicherer Hafen".

18.56 Uhr: Der angeschlagene Autobauer Fiat  erhält einen Großkredit und kann damit eine Kapitalerhöhung vorerst vermeiden. Der Konzern habe mit einer Gruppe von Banken eine Einigung über das Darlehen erzielt, sagte ein Fiat-Sprecher am Freitagabend, ohne weitere Details zu nennen. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge handelt es sich um einen Kredit über eine Milliarde Euro mit dreijähriger Laufzeit.

18.42 Uhr: Auch bei der Deutschen Bahn wird vom 1. März an Kurzarbeit eingeführt. Betroffen sind Beschäftigte der Güterbahn (DB Schenker Rail), wie eine Unternehmenssprecherin sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht der "FAZ" (Samstag). Demnach könnten bis zu 5000 Mitarbeiter auf Kurzarbeit gehen. Diese Zahl bestätigte die Bahn aber nicht. Kurzarbeit werde für "ausgewählte Bereiche und Funktionsebenen" eingeführt. Noch liefen die Verhandlungen dazu mit den Betriebsräten.

18.02 Uhr: Der Präsident des RWI, Christoph Schmidt, lehnt eine staatliche Beteiligung am angeschlagenen Autobauer Opel strikt ab. "Ich sehe die Gefahr eines Dammbruchs, wenn der Staat an die Stelle privater Investoren tritt", sagte er der "FAZ" (Samstagsausgabe). In der Automobilbranche werde die mit dem zweiten Konjunkturpaket beschlossene Abwrackprämie nur ein kurzes Strohfeuer auslösen.

Dax schließt 200 Punkte schwächer

17.36 Uhr: Anhaltendes Misstrauen gegenüber der krisengeschüttelten Finanzbranche hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag tief ins Minus gedrückt. Der Dax  schloss 4,8 Prozent tiefer bei 4014 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit Oktober, als der Leitindex ein Vier-Jahres-Tief erreicht hatte. Auf Wochensicht hat der Dax 9 Prozent verloren. Die US-Börsen notierten bei Handelsschluss in Europa ebenfalls im Minus. Der Dow Jones  gab 2 Prozent auf 7320 Zähler nach, der Nasdaq Composite  lag 0,8 Prozent tiefer bei 1431 Punkten.

17.00 Uhr: Schwedens Regierung will auch nach dem Insolvenzantrag des Autobauers Saab keine staatlichen Hilfen zur Rettung des Unternehmens bereitstellen. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson begründete ihre ablehnende Haltung damit, dass der vorgelegte Umstrukturierungsplan "viel zu optimistisch" sei. Die bisherige Tochter des schwer angeschlagenen US-Konzerns General Motors (GM) hatte am selben Tag Insolvenz beantragt. Kurz danach erklärte Konzernchef Jan Åke Jonsson, Saab sehe gute Möglichkeiten, als unabhängiges Unternehmen ohne GM zu überleben. Entscheidend dafür seien allerdings staatliche schwedische Garantien für Kredite.

16.15 Uhr: Der Goldpreis erreicht am Nachmittag knapp die Marke von 1000 Dollar pro Feinunze. Das ist der höchste Stand seit März 2008, als der Kurs erstmals über die magische Schwelle gerutscht war. Angesichts des Kursrutsches an den Börsen flüchten Anleger in sichere Häfen.

16.05 Uhr: Der Bankenfonds Soffin beteiligt sich nicht an Krediten und Garantien in Milliardenhöhe an der angeschlagenen HSH Nordbank, solange die Eigentümer nicht die Altlasten beseitigt haben. Dies ergab ein Treffen von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Finanzminister Rainer Wiegard und des Hamburger Finanzsenators Michael Freytag (alle CDU) am Freitag in Berlin, wie Regierungssprecher Christian Hauck der Nachrichtenagentur dpa in Kiel bestätigte. Die Bank braucht nach eigenen Angaben drei Milliarden Euro frisches Kapital und Garantien über zehn Milliarden Euro.

Miese Stimmung an der Wall Street

15.33 Uhr: An der New Yorker Wall Street fällt der Standardwerte-Index Dow Jones  zu Handelbeginn auf den tiefsten Stand seit Oktober 2002. Der Index verliert 1,8 Prozent auf 7328 Punkte. Finanzwerte stehen kräftig unter Verkaufsdruck: Papiere der Citigroup etwa rutschen um mehr als 15 Prozent auf 2,13 Dollar ab. Händler begründeten den neuerlichen Kurssturz mit der Angst der Investoren vor einer Verstaatlichung des Instituts. Der Technologie-Index Nasdaq Composite  verliert 1,1 Prozent auf 1427 Zähler. Der Dax notiert etwa 4 Prozent leichter.

Betretene Gesichter: An der New Yorker Börse fällt der Dow Jones am Freitag auf den tiefsten Stand seit Oktober 2002.

Betretene Gesichter: An der New Yorker Börse fällt der Dow Jones am Freitag auf den tiefsten Stand seit Oktober 2002.

Foto: AFP

14.47 Uhr: Erstmals seit einem halben Jahr sind die Verbraucherpreise in den USA wieder gestiegen. Sie legten im Januar im Vergleich zum Dezember um 0,3 Prozent zu, teilte das Arbeitsministerium am Freitag mit. Zuletzt waren die Preise im Juli 2008 gestiegen. Insbesondere höhere Energiekosten trugen zu der Teuerung bei. Im Dezember waren die Verbraucherpreise noch um 0,8 Prozent gefallen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb das Preisniveau unverändert: Derart niedrig war die Jahresteuerungsrate seit Mitte der 50er Jahre nicht mehr. Wegen der tiefen Rezession in den USA gehen Experten davon aus, dass auch in den kommenden Monaten nur ein niedriger Preisdruck herrschen wird.

14.34 Uhr: Das sieht nicht gut aus. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn an der New Yorker Wall Street notiert der Standardwerte-Index Dow Jones (Kurswerte anzeigen) rund 115 Punkte niedriger bei 7347 Zählern. Der Future auf den Technolgie-Index Nasdaq-100 gab 1,17 Prozent nach. Der Index war am Vortag um 1,76 Prozent auf 1167 Punkte gefallen.

13.59 Uhr: Jedes dritte deutsche Unternehmen klagt einer Umfrage zufolge über einen erschwerten Zugang zu Krediten. Stark betroffen seien vor allem die Automobilindustrie, Werften sowie Teile der Metall- und Elektroindustrie, wie die staatliche Förderbank KfW am Freitag zu einer Umfrage unter den Finanzierungsexperten von 14 Branchenverbänden mitteilte. Verlangt werden demnach größere Sicherheiten, höheren Zinsen oder eine stärkere Offenlegung von Informationen.

13.41 Uhr: Die börsennotierte US-Verlagsgruppe rund um die renommierte "New York Times" streicht angesichts ihrer Finanzprobleme erstmals in vier Jahrzehnten die Dividende. Mit dem Wegfall der Ausschüttung spart die New York Times Company nochmals rund 34,5 Millionen Dollar pro Jahr, nachdem sie im November die Dividende bereits massiv gekürzt hatte.

12.30 Uhr: Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) dürfte seine Talfahrt heute fortsetzen. Die US-Futures sehen ihn bei 7357 Punkten, das ist ein Minus von 105 Punkten gegenüber dem Vortagesschluss. Bereits gestern hatte der Dow auf dem tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren geschlossen, in Japan notiert der Topix derweil auf einem 25-Jahres-Tief. Der Dax stürzt bis Freitag Mittag um mehr als 3 Prozent ab und droht unter die Marke von 4000 Punkten zu fallen.

Bundesrat billigt Konjunkturpaket

11.16 Uhr: Der Bundesrat stimmt dem zweiten Konjunkturpaket zu. Die Hilfen für die angeschlagene Wirtschaft sowie die vorgesehenen Entlastungen haben einen Umfang von insgesamt rund 50 Milliarden Euro.

10.46 Uhr: Die Lufthansa  will trotz der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise keine Flugzeugbestellungen stornieren. Die für das laufende Jahr vorgesehenen Lieferungen von 50 neuen Maschinen würden unverändert erwartet, sagte Sprecherin Claudia Lange am Freitag in Frankfurt am Main und verwies auf entsprechende Äußerungen des Finanzvorstands von Ende letzten Jahres. Der Luftfahrtverbandsgeneraldirektor Giovanni Bisignani hatte am Donnerstag prognostiziert, dass die EADS-Tochter Airbus und Boeing  möglicherweise um einen großen Teil ihrer 2009 zur Auslieferung anstehenden Aufträge bangen müssten.

10.22 Uhr: In Deutschland besteht laut einer Blitzumfrage der KfW Bankengruppe bei Verbänden in Deutschland keine allgemeine Kreditklemme. Die Erwartungen für die kommenden drei Monate seien jedoch sehr pessimistisch, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Studie in Frankfurt. Die Anforderungen der Banken an die Stellung von Sicherheiten sei weiter gestiegen. Automobil-, Werft- sowie Teile der Metall- und Elektroindustrie hätten mit besonderen Finanzierungsengpässen zu kämpfen. Finanzierungsprobleme seien insbesondere bei großen und sehr kleinen Unternehmen festzustellen.

9.56 Uhr: An den Märkten geht es für die Aktien der Finanzkonzerne steil abwärts. Am Ende des Dax  rangieren Deutschen Bank , Postbank , Commerzbank  und Allianz  mit Abschlägen von bis zu 6,3 Prozent. Am Markt wurde eine ganze Reihe von Gründen genannt, unter anderem Gewinnmitnahmen, schwache Finanzwerte und Vorgaben aus den USA. Auch die Kredit-Ratingabstufung der Postbank belaste die Stimmung.

9.38 Uhr: UBS-Aktien  sind am Freitag um 9,45 Prozent auf 11,59 Schweizer Franken abgerutscht. Nachdem die Großbank den US-Behörden die Kundendaten von 300 vermutlichen Steuerbetrügern ausgehändigt hat, fordert die US-Justiz von der UBS die Herausgabe gleich tausender weiterer Kundendaten. Laut Klage sollen 52.000 US-Kunden ihre Konten vor der Steuerbehörde verheimlichen. Nach Ansicht der Zürcher Kantonalbank besteht nach der am Vortag gewährten Ausnahme von der Regel "ein gewisses Risiko", dass die Position der UBS dadurch in anderen Verfahren geschwächt ist. Es stelle sich überhaupt die Frage, ob das nun der Anfang vom Ende des Bankgeheimnisses sei, sagten Börsianer. Auch Aktien der Credit Suisse kamen deutlich unter Druck.

9.31 Uhr: Die Aktien des Bergbaukonzerns Anglo American  sind am Freitag nach Zahlen um 11,89 Prozent auf 1089 Pence eingebrochen und haben auch den gesamten Minensektor in London mit nach unten gezogen. Der britische Konzern hatte im vergangenen Jahr wegen fallender Metallpreise einen Gewinnrückgang erlitten und damit die Erwartungen der Analysten verfehlt. Zudem werden die Dividende bis auf Weiteres ausgesetzt, der Aktienrückkauf gestoppt und insgesamt 19.000 Stellen gestrichen.

Konjunktur in Frankreich läuft schlechter als erwartet

09.26 Uhr: Das Bundesfinanzministerium geht von einer anhaltenden Rezession in Deutschland aus. Darauf deuteten die Verschlechterung der Situation und der Aussichten im verarbeitenden Gewerbe sowie die schlechte Stimmung in den Unternehmen hin, erklärte das Ministerium am Freitag in seinem Monatsbericht. Die Abwärtstendenzen würden sich sowohl beim Export wie auch in der Produktion und beim Umsatz fortsetzen.

9.10 Uhr: Der zum US-Konzern General Motors  (GM) gehörende Autohersteller Saab stellt einen Insolvenzantrag, will die Produktion aber fortsetzen. Das beschloss der Aufsichtsrat am Freitagmorgen. Als mögliche Rettung für Saab gilt nach Medienberichten ein Zusammengehen mit Opel. Der deutsche Konzern gehört ebenfalls zum akut angeschlagenen Hersteller GM. Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt und beschäftigt 4000 Mitarbeiter. Das Unternehmen fährt seit mehreren Jahren hohe Verluste ein.

9.00 Uhr: Zum Handelsstart gibt der Dax (Kurswerte anzeigen) deutlich nach. Der Leitindex fällt um 2 Prozent auf 4130 Punkte. Am Vorabend hatte der Dow-Jones-Index auf einem Sechs-Jahres-Tief geschlossen, nachdem die Konjunktursorgen sich unter Inverstoren verstärkten.

8.56 Uhr: In Frankreich ist das Geschäftsklima im Februar überraschend auf ein neues Rekordtief gesunken. Der entsprechende Index sei von 73 Punkten im Vormonat auf 68 Punkte gesunken, teilte die französische Statistikbehörde INSEE am Freitag in Paris mit. Damit notiert die Kennzahl auf einem Rekordtief. Volkswirte hatten mit 73 Punkten gerechnet. Die eigenen Produktionserwartungen der Unternehmen im Februar verschlechterten sich ebenfalls. Die entsprechende Kennzahl sank von minus 39 Punkten im Januar auf minus 46 Punkte im Februar.

8.30 Uhr: Der Dax  wird nach Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zum Abschluss der Börsenwoche seinen Kurssturz fortsetzen. Händler erwarten, dass der Index zum Start um rund 2 Prozent nachgeben und auf 4140 Zähler fallen wird.

An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland nachgegeben. Der Dow Jones  schloss 1,2 Prozent tiefer bei 7465 Stellen, das ist der tiefste Stand seit sechseinhalb Jahren. In Tokio fiel der Nikkei-Index um 1,9 Prozent auf ein Vier-Monats-Tief von 7416 Punkten. Der breiter gefasste Topix sackte sogar auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren ab.

8.21 Uhr: Der italienische Reifenhersteller Pirelli signalisiert nun doch vorsichtiges Interesse an Geschäften des deutschen Konkurrenten Continental. "Es ist noch zu früh, um darüber zu reden", sagte Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der "Financial Times". "Aber wenn der Preis stimmt und wenn wir gebeten werden, an der Transaktion teilzunehmen, könnte es interessant sein, das zu analysieren - aber nur wenn es eine freundliche Transaktion ist", machte er deutlich.

Lage in Japan wird immer düsterer

8.06 Uhr: Die Lage der japanischen Unternehmen hat sich nach Einschätzung der Bank of Japan weiter verschlechtert. Sie litten immer stärker unter dem weltweiten Wirtschaftsabschwung, heißt es in dem am Freitag in Tokio veröffentlichten Monatsbericht der Notenbank.

7.32 Uhr: Der Schweizer Lebensversicherer Swiss Life  hat 2008 trotz Milliardenerlösen aus dem Verkauf von Unternehmensteilen einen herben Gewinnrückgang erlitten. Der Gewinn sank wegen Abschreibungen und realisierten Verlusten auf Kapitalanlagen infolge der Finanzkrise auf 340 Millionen Franken (228 Millionen Euro) ab von 1,37 Milliarden Franken im Jahr davor. Außerdem nahm Swiss Life für seine MLP-Beteiligung eine Wertberichtigung von rund 100 Millionen Euro vor.

5.04 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) ist nach Worten von Ratsmitglied Erkki Liikanen für alle Maßnahmen zur Bewältigung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise offen. "Wenn die Preisstabilität nicht in Gefahr ist, können wir andere wirtschaftspolitische Ziele unterstützen," sagte Liikanen der Zeitung "Turun Sanomat" (Freitagausgabe) in einem Interview.

4.13 Uhr: Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar erwartet schon in Kürze eine kräftige Geldentwertung in Deutschland. "Schon in einigen Monaten wird die Inflation deutlich nach oben schießen", sagte der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) dem Magazin "Focus" laut einem Vorbericht vom Freitag.

2.07 Uhr: Die Tokioter Börse ist der Wall Street am Freitag ins Minus gefolgt. Vor allem Finanzwerte standen nach den schlechten US-Vorgaben auf den Verkaufslisten der Börsianer. Gegen den allgemeinen Marktrend legten dagegen exportorientierte Dividendenpapiere wie Toyota  mit einem Kursaufschlag von 0,3 Prozent leicht zu. Sie profitierten von einer Abschwächung der Landeswährung Yen zum Dollar.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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