General Motors Gläubiger zerpflücken Rettungsplan

Wichtige Gläubiger des Krisenkonzerns General Motors halten dessen Sanierungsplan für völlig unzureichend. Pikant daran: Mit ihnen muss sich die Konzernführung auf eine Umschuldung einigen, um weiter Hilfen der US-Regierung zu bekommen. Eine Insolvenz könnte so schneller als gedacht eintreten - mit offenem Ausgang für Opel.

New York - Laut dem "Wall Street Journal" stößt der neue Sanierungsplan des US-Autobauers General Motors  (GM) bei einer Gruppe von Gläubigern des Konzerns auf scharfe Kritik. Der Rettungsplan greife zu kurz und senke die Kosten nicht ausreichend, bemängeln die Gläubiger dem Bericht zufolge. Die Opel-Mutter GM muss auf Druck der US-Regierung hin mit den Geldgebern eine Umschuldung aushandeln, um weitere Staatshilfen zu bekommen.

GM braucht zum Überleben laut dem neuen Sanierungsplan insgesamt 30 Milliarden Dollar, davon hat der Konzern bisher 13,4 Milliarden Dollar bekommen. Der Hersteller plant im Gegenzug den Abbau von weltweit weiteren 47.000 Stellen, die Schließung von Werken sowie den Stopp von Marken oder den Verkauf seiner schwedischen Tochter Saab.

Bedingung der US-Regierung für die Kredite sind Einschnitte bei Löhnen und Sozialleistungen sowie ein Abbau des Schuldenbergs. Für ihre Zugeständnisse sollen Arbeitnehmer und Gläubiger Anteile an GM bekommen.

Eine neue Regierungskommission soll die von GM und Wettbewerber Chrysler vorgelegten Pläne in den nächsten Tagen prüfen. Bis Ende März müssen die Hersteller ihre Überlebensfähigkeit glaubhaft machen. Chrysler fordert nochmals fünf Milliarden Dollar über die erhaltenen vier Milliarden Dollar hinaus. Beide Autobauer stehen ohne frisches Geld nach eigenen Angaben vor der Pleite.

Käme es soweit, bräuchte die deutsche GM-Tochter Opel wohl schnell und dringend Unterstützung vom Staat. Die haben gleich mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland abgelehnt. Andernfalls drohten schwere Schäden für die deutsche Volkswirtschaft.

Laut dem Wirtschaftsweisen Wolfgang Franz, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, droht aus Staatsinterventionen ein Fass ohne Boden zu werden. Vertreter des Münchener Ifo-Instituts und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) äußerten sich in ähnlicher Weise.

Gleichwohl gebe es auch Fälle, wo der Staat einspringen müsse, räumte Franz ein. So habe man dem Bankensektor wegen des Risikos für das ganze System zähneknirschend helfen müssen, sagte er. Laut Carstensen hätte eine Insolvenz von Opel dagegen keine derart schwerwiegenden Folgen, so schlimm es auch für die Betroffenen sein möge.

manager-magazin.de mit Material von dpa und dpa-afx

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.