Dienstag, 17. September 2019

General Motors Niemand will Saab

Seit Mitternacht steht fest: Der amerikanische Mutterkonzern General Motors will Saab so schnell wie möglich loswerden. GM-Chef Rick Wagoner hat klar gemacht, dass er finanziellen Einsatz vom schwedischen Staat erwartet. Doch anders als deutsche Politiker sagt die konservative Regierung des Landes: Nein.

Stockholm - "Wir spielen nicht Monopoly mit den Geldern der Steuerzahler", lautet Maud Olofssons Mantra in den letzten Tagen. Die schwedische Wirtschaftsministerin bleibt hart in ihrem Kurs und "schlägt die Tür zu einem Kauf von Saab zu", wie sie am Mittwoch in einer Pressekonferenz sagte. Saab sei ein Verlustunternehmen, in das keine Steuergelder fließen sollen. Man wolle sich vielmehr mit den Kommunen und Gewerkschaften zusammensetzen und sehen, wie den baldigen Arbeitslosen geholfen werden kann.

Klassische Linie: Für Saab gibt es kein Zurück in die gute alte Zeit
Jürgen Pander
Klassische Linie:
Für Saab gibt es kein Zurück in die gute alte Zeit
Harte Worte für die rund 4000 Saab-Mitarbeiter in Trollhättan sowie ungefähr 10.000 Angestellte der abhängigen Zulieferunternehmen. Die Opposition steht Kopf und verlangt eine sofortige Finanzspritze von fünf Milliarden schwedischen Kronen (455 Millionen Euro). Die Summe entspricht auch dem, was GM-Chef Rick Wagoner sich vorgestellt hatte. Der GM-Plan sieht im Falle einer finanziellen Unterstützung die Verselbständigung des Saab-Konzerns bis Januar 2010 vor. Andernfalls drohe die "Rekonstruktion" bereits im Februar.

Was genau mit "Rekonstruktion" gemeint ist, wird nicht ganz klar. Maud Olofsson sieht darin eine "realistische Alternative", das vorhandene Know-How Saabs beizubehalten und in einem "anderen Industriezweig innerhalb des Automobilsektors" weiterzunutzen. Oder in einem ganz anderen Gebiet, wie beispielsweise der Windkraft.

Für ein selbständiges Weiterbestehen Saabs sieht die Regierung keine Möglichkeit mehr. Olofssons Staatssekretär Jöran Hägglund: "Wir sind keine Pessimisten. Wir wissen, dass es gutes Know-How in Schweden gibt, aber man muss auch realistisch sein und einsehen, dass es nicht reicht."

Fragt man allerdings Saab-Chef Jan Åke Jonsson, so hat Rick Wagoner vorgeschlagen, dass Saab "unabhängiger" werden soll - im Moment sei man ja sehr stark in den GM-Konzern eingebunden. Er glaubt an ein Fortbestehen des Unternehmens Saab und setzt dabei auch auf die Unterstützung des schwedischen Staates.

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