GM und Chrysler US-Autoindustrie will weitere Milliarden

Die Unterstützung der Autoindustrie droht für die neue US-Regierung zu einem Fass ohne Boden zu werden. General Motors braucht offenbar weitere 5 Milliarden Dollar, um das erste Quartal zu überleben. Die Zulieferer fordern Hilfen von 18,5 Milliarden Dollar, weil die Produktionsstopps der Hersteller sie hart treffen.

New York - Der Opel-Mutterkonzern General Motors benötigt laut einem Zeitungsbericht mindestens fünf Milliarden Dollar mehr, um das erste Quartal zu überleben. Chrysler will nach bisherigen Informationen um weitere drei Milliarden Dollar bitten.

General Motors (GM) und Chrysler hängen bereits am Tropf der Regierung. GM bekam bisher 13,4 Milliarden Dollar und Chrysler vier Milliarden.

Am Dienstag müssen beide Hersteller ein ausführliches Sanierungskonzept vorlegen. Die Regierung will dann entscheiden, ob sie weitere Unterstützung gewährt. Von den Plänen werden weitere Werksschließungen und massiver Stellenabbau erwartet.

Allerdings sei unsicher, ob GM das Konzept rechtzeitig vorlegen kann, da notwendige Verhandlungen mit Gewerkschaften am Samstag wegen Differenzen über die Gesundheitsversorgung von Betriebsrentnern festgefahren seien, berichtete das "Wall Street Journal".

Ohne weitere Geldspritze droht Insolvenz

Die Lage sei dramatisch: Fließe kein Geld vom Staat, drohe dem größten US-Autobauer trotz der bisher gewährten Kredite die Insolvenz, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Das US-Finanzministerium schätze, dass General Motors (GM) bis Ende März mindestens fünf Milliarden Dollar mehr brauche. Chrysler ging in den vergangenen Wochen eine Allianz mit Fiat ein.

Der GM-Konzern, der lange Zeit strikt ein Insolvenzverfahren abgelehnt hatte, ziehe diese Option nun immer stärker in Erwägung, hieß es. GM-Chef Rick Wagoner hatte stets gewarnt, Autofahrer würden keine Fahrzeuge eines insolventen Unternehmens kaufen und somit würde ein solcher Schritt das Ende für den Autobauer bedeuten. Die US-Regierung befürchtet, ein Aus eines großen Autoherstellers könnte mehrere hunderttausend Arbeitsplätze vernichten, weil auch Zulieferer getroffen wären.

Der Zulieferer-Verband wandte sich am Freitag an das Finanzministerium mit der Bitte um Hilfen im Gesamtvolumen von zunächst 18,5 Milliarden Dollar. Den Großteil entfällt auf Garantien in Höhe von 10,5 Milliarden Dollar auf Zahlungen der großen Autobauer GM, Ford und Chrysler.

Außerdem wollen die Zulieferer eine Staatsbürgschaft für Kredite und Liquiditäts-Notfonds, aus dem sich Unternehmen schnell Geld bekommen könnten, wenn die Autohersteller mit der Bezahlung ihrer Rechnungen in Verzug sind. Im vergangenen Jahr hätten 40 Zulieferer bereits Insolvenz anmelden müssen, betonte der Verband.

manager-magazin.de mit Material von dpa