Dresdner Bank Silberturm zu verkaufen

Nach der Übernahme durch die Commerzbank steht die Zentrale der Dresdner Bank zur Disposition. Das Unternehmen prüft die Aufgabe nicht länger benötigter Büroflächen. In den Frankfurter Silberturm könnte die Deutsche Bahn einziehen. Derweil verzichtet Ex-Dresdner-Chef Herbert Walter auf seinen Bonus.

Frankfurt am Main - Die Dresdner Bank steht vor dem Auszug aus ihrer langjährigen Frankfurter Firmenzentrale. Ein Sprecher der Bank bestätigte auf Anfrage einen Bericht des "Handelsblatts" (Donnerstagausgabe), wonach die Commerzbank  nach der Übernahme der früheren Allianz-Tochter "die Optionen für die künftige Nutzung und Vermarktungsmöglichkeiten" von nicht mehr länger benötigten Büroflächen prüfe.

Dabei geht es offenbar auch um den sogenannten Silberturm im Bahnhofsviertel. Die Commerzbank will im Zuge der Fusion rund 6500 Stellen im Inland abbauen. Das betrifft vor allem die Verwaltung, die aufseiten der Dresdner Bank großenteils im Silberturm saß.

Der 166 Meter hohe Silberturm war bei seiner Eröffnung vor 30 Jahren das höchste Bürogebäude in Deutschland und ist seitdem als markanter Bestandteil der Frankfurter Skyline ein Wahrzeichen der Stadt. Zuletzt war er Arbeitsplatz von 1900 Mitarbeitern der Dresdner Bank. Seit Mitte 2008 steht er leer, da er bis Ende kommenden Jahres modernisiert wird.

Von der neuen Technik im Turm profitieren könnte die Deutsche Bahn. Sie strebt nach Angaben eines Sprechers "an allen großen Standorten die Konzentration von Büroflächen" an. Man wolle Synergien schaffen. Der Silberturm der Dresdner Bank sei dabei "eine von mehreren Optionen". In und um Frankfurt arbeiten rund 10.000 Menschen an 16 Bürostandorten für die Bahn. Laut dem "Handelsblatt"-Bericht hat die Deutsche Bahn das Gebäude bereits besichtigt. Denkbar sei auch, dass ein Finanzinvestor das Bürohochhaus kauft und langfristig an einen Nutzer vermietet.

Ex-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter verzichtet nach Angaben des ehemaligen Mutterkonzerns Allianz  auf sämtliche Bonuszahlungen für 2008. Dies beinhalte auch den "Drei-Jahres-Bonus", sagte ein Sprecher der Allianz am Donnerstag. Der Versicherungskonzern hat die Dresdner Bank gerade an die Commerzbank verkauft. Die Dresdner Bank war lange das Sorgenkind der Allianz und hat das Jahr 2008 vermutlich mit tiefroten Zahlen abgeschlossen.

manager-magazin.de mit Material von ddp, afp und reuters

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