Donnerstag, 14. November 2019

Krisenticker Wall Street schließt nach Einigung fester

Die beiden Kammern im US-Kongress haben sich auf ein gemeinsames Konjunkturpaket verständigt. Die Wall Street reagiert erleichtert. Der Rettungsfonds Soffin gewährt der Hypo Real Estate weitere zehn Milliarden Euro. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.07 Uhr: Nach der Verständigung von Senat und Repräsentantenhaus über ein gemeinsames Konjunkturpaket haben die wichtigsten Indizes zwar unter Tageshoch, aber dennoch mit Gewinnen geschlossen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen beendete den Handel mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 7939 Zähler. Der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen gewann um 0,4 Prozent hinzu.

21.30 Uhr: Über das gemeinsame Konjunkturpaket mit einem Volumen von nun 789 Milliarden Dollar könne bereits am morgigen Donnerstag in beiden Kammern abgestimmt werden, bestätigte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid. Dann müsste der Entwurf noch von Präsident Barack Obama unterzeichnet werden. Senatoren erklärten, mehr als ein Drittel der Summe bestehe aus Steuersenkungen für die Mittelschicht. Etwa 150 Milliarden Dollar würden für Infrastruktur-Projekte ausgegeben. Durch die Maßnahmen würden 3,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen.

21.05 Uhr: Die beiden Kammern des US-Kongresses haben eine Einigung über das milliardenschwere Konjunkturprogramm erzielt, wie der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, am Mittwoch bekannt gab. Das Maßnahmenpaket hat jetzt einen Umfang von 789 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben von Reid könnten damit 3,5 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Gesetzentwurf muss jetzt noch von den Abgeordneten verabschiedet werden. Präsident Barack Obama könnte es dann noch in dieser Woche mit seiner Unterschrift in Kraft setzen. An der Wall Street reagierten die Anleger erleichtert: Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen drehten jeweils ins Plus.

20.15 Uhr: Die staatliche Milliardenspritze für die angeschlagene US-Wirtschaft rückt näher. Unterhändler der Parteien im Kongress einigten sich am Mittwoch nach Angaben der Demokraten auf einen vorläufigen Entwurf, der 789 Milliarden Dollar für Investitionen und Steuersenkungen bereitstellen soll. Bei einer raschen Verabschiedung könnte Präsident Barack Obama das Paket noch in dieser Woche durch seine Unterschrift in Kraft setzen. Der Kompromissentwurf könnte bereits am Donnerstag im Repräsententenhaus und am Freitag im Senat zur Abstimmung vorgelegt werden, sagte der demokratische Senator Max Baucus. "Die Stimmen für die Verabschiedung sind vorhanden." Der Vorsitzende des Finanzausschusses war federführend an den Verhandlungen beteiligt, in denen die bereits verabschiedeten Entwürfe der beiden Häuser des Kongresses zu einer gemeinsamen Vorlage zusammengeführt wurden.

19.55 Uhr: Anleger auf der Flucht: Die US-Indizes sind nach einem kurzen Erholungsversuch erneut ins Minus gedreht. Der Dow Jones, der bereits am Vortag mehr als 4 Prozent an Wert verloren hatte, rutschte am Abend in den roten Bereich und fiel erneut unter die Marke von 7900 Punkten. Der Technologieindex Nasdaq Composite notierte unterdessen 0,6 Prozent schwächer und droht unter die Marke von 1500 Punkten zu fallen.

18.45 Uhr: Der angeschlagene Chipkonzern Infineon Börsen-Chart zeigen will weitere 4800 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Nach Dresden und Regensburg sollen nun auch die Standorte Warstein (Nordrhein-Westfalen) und München betroffen sein. In Warstein liefen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat, dort sollen alle 800 Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen. In München sollen 4000 von 4200 Beschäftigten weniger arbeiten. Damit wäre ein Großteil der rund 9900 Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit.

17.45 Uhr: Im Schlepptau der Wall Street hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Mittwoch leicht im Plus geschlossen. Der Leitindex legte 0,5 Prozent auf 4530 Punkte zu. Auch die US-Börsen erholten sich im frühen Handel von ihren massiven Vortagesverlusten.

Zu Handelsschluss in Europa lag der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen ein Prozent im Plus bei 7975 Punkten. Das Fass US-Öl WTI Öl notierte mit 37,65 Dollar 0,2 Prozent höher.

17.15 Uhr: Der Autobauer BMW will dem insolventen Zulieferer Edscha entgegenkommen. Es gebe Gespräche darüber, ausstehende Rechnungen von Edscha an BMW vor Ablauf der Zahlungsfrist zu begleichen, um dem Unternehmen wieder etwas Geld in die Kasse zu bringen, sagte ein Sprecher von BMW am Mittwoch. Damit bestätigte der Sprecher Informationen des Magazins "auto motor und sport". Edscha liefert Dachsysteme für das Dreier Cabrio von BMW. Auch Audi habe Interesse am Erhalt von Edscha signalisiert. Audi bezieht von Edscha die Verdecke für das A3 Cabrio und den TT Roadster.

15.35 Uhr: Die größte deutsche Landesbank LBBW wird nach den Worten von Ministerpräsident Günther Oettinger nicht unter den Bankenrettungsschirm des Bundes schlüpfen. Der Ende Oktober gegründete Sonderfonds zur Stabilisierung der Finanzmärkte (SoFFin) sei auf drei Jahre begrenzt und könne mit der Erlaubnis der EU vielleicht auf fünf Jahre verlängert werden, sagte Oettinger am Mittwoch in Stuttgart.

Opel-Produktion in Rüsselsheim: Kanzlerin Merkel klopft in Washington an
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Opel-Produktion in Rüsselsheim: Kanzlerin Merkel klopft in Washington an
15.28 Uhr: Zur Finanzierung der Kurzarbeit hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) inzwischen zwei Milliarden Euro eingeplant. Diese Summe müsse allerdings noch im Haushalt genehmigt werden, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Mittwoch in Berlin. Dabei sei ein Schrumpfen der Wirtschaft um 2,25 Prozent für dieses Jahr unterstellt.

Im Januar hatten 10.600 Firmen öffentlich geförderte Kurzarbeit für 290.000 Mitarbeiter bei der BA beantragt. Seit Oktober 2008 hat es einen sprunghaften Anstieg der Kurzarbeit gegeben: Der BA liegen derzeit rund eine Million Anträge für Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen vor.

15.15 Uhr: Deutschland und Belgien wollen gemeinsam in Gesprächen mit der neuen US-Regierung über Hilfen für General Motors Börsen-Chart zeigen zur Erhaltung von Opel-Arbeitsplätzen sprechen. Hauptziel sei es dabei, so viel Arbeitsplätze wie möglich in den Opel-Werken in Deutschland und Belgien zu sichern, sagten die Regierungschefs Belgiens und Deutschlands, Herman van Rompuy und Angela Merkel, am Mittwoch nach einem Treffen in Berlin.

15.00 Uhr: Jürgen Stark, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), hofft auf eine graduelle Konjunkturerholung zur Jahreswende 2009/10. Er sehe jedoch Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum in den kommenden Quartalen, sagte Stark am Mittwoch in Stuttgart vor der Amerikanischen Handelskammer. Die Gefahr einer Deflation sieht Stark nach eigenen Worten nicht. Es gebe jedoch bereits erste Anzeichen für eine Verbesserung der Lage an den Geldmärkten.

14.45 Uhr: Trotz Rezession und Finanzkrise haben die amerikanischen Unternehmen 2008 einen Exportrekord geschafft. Sie verkauften Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 1843 Milliarden Dollar ins Ausland, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte.

Das waren knapp 200 Milliarden Dollar mehr als 2007. Dabei half auch die starke Dollar-Abwertung. Wegen der Weltwirtschaftskrise gingen die Ausfuhren im Dezember aber den fünften Monat in Folge zurück. Sie schrumpften um weitere 6 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Die Importe erreichten 2008 mit 2520 Milliarden Dollar ebenfalls ein Rekordniveau. Auch hier zeigte die Tendenz im Dezember aber nach unten. Das US-Handelsbilanzdefizit verringerte sich damit etwas schwächer als erwartet. Das Defizit sei im Dezember von revidiert 41,6 Milliarden US-Dollar im Vormonat auf 39,9 Milliarden Dollar zurückgegangen, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit.

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