Donnerstag, 24. Oktober 2019

Krisenticker US-Börsen schließen tief im Minus

Nachdem US-Finanzminister Geithner seinen Bankenrettungsplan bekanntgegeben hat, stürzt der Dow Jones unter 8000 Punkte. Die Zahl der Firmenpleiten in Westeuropa legt drastisch zu. Und General Motors will noch in diesem Jahr 10.000 Stellen streichen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.03 Uhr: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 4,6 Prozent im Minus unter der Marke von 8000 Punkten bei 7888 Stellen. Dies ist sein niedrigster Schlussstand seit dem 20. November. Der breiter gefasste S&P-500-Index stürzte 4,9 Prozent auf 827 Zähler ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 4,2 Prozent ab und schloss auf 1524 Punkten.

21.17 Uhr: ein Zinsstratege der Credit Suisse, Carl Lantz, erklärt, warum er - wie wahrscheinlich viele Marktteilnehmer - den Plan der US-Regierung zur Bankenrettung für enttäuschend hält. Investoren hätten sich mehr Detailaussagen gewünscht. Offen blieb zum Beispiel die Struktur des durch Staatsgelder und private Investoren finanzierten Fonds, der wie eine "Bad Bank" Geldinstitute von faulen Krediten und Ramschpapieren entlasten soll.

Reaktion: Die Börsen sind vom US-Bankenrettungsplan enttäuscht
20.38 Uhr: Der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks hat den Abbau von über 550 Arbeitsplätzen in Finnland im Zuge einer Umstrukturierung des Unternehmens angekündigt. Betroffen seien Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Dienstag. Von den insgesamt 559 Arbeitsplätzen sollen demnach fast 300 in Espoo nahe Helsinki abgebaut werden. Dort soll eine Fabrik von Nokia Siemens Networks bis September geschlossen werden.

20.00 Uhr: Der Dow-Jones-Index weitet seine Tagesverluste aus und verliert 4,13 Prozent auf 7929,50 Zähler. Vor allem Banktitel leiden unter Befürchtungen, wonach die von US-Finanzminister Timothy Geithner vorgestellten Maßnahmen nicht ausreichen könnten, um die Finanzkrise in Schach zu halten. Stephen Wood, leitender Portfoliomanager bei Russell Investments kritisierte zudem, dass Geithner keine neuen Informationen geliefert habe. Die Anleger hatten sich Börsianern zufolge vor allem weitere Details zu der Frage erhofft, wie genau die Banken von den faulen Wertpapieren befreit werden sollen

19.19 Uhr: Die HSH Nordbank will 1500 Arbeitsplätze langfristig abbauen, überwiegend im Ausland. Das erfuhr die "Bild- Hamburg" aus Hamburger Rathaus-Kreisen. Die HSH Nordbank hatte 2008 rund 2,8 Milliarden Euro Verlust gemacht. Die Bank benötigt eine Eigenkapitalerhöhung in Höhe von rund drei Milliarden Euro und eine Bürgschaft über weitere fünf Milliarden Euro. Laut "Bild-Hamburg" prüfen Spitzenpolitiker von CDU und GAL verschiedene Zukunftsszenarien, von der Abwicklung der Bank über eine Fusion bis zur Rettung durch die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, die mit knapp 60 Prozent Mehrheitsbesitzer der Bank sind. Eine Abwicklung und Schließung der Bank seien wegen katastrophaler Folgen für die norddeutsche Wirtschaft verworfen worden. Eine Eigenkapitalerhöhung und Bürgschaft sollten zusammen mit der Landesregierung in Kiel geprüft werden.

18.45 Uhr: Der US-Senat hat dem geplanten Konjunkturprogramm von US-Präsident Barack Obama im Wert von 838 Milliarden US-Dollar mit 61 zu 37 Stimmen zugestimmt. Nun muss die vom Senat durchgewunkene Version noch mit der Vorlage des Repräsentantenhauses in Einklang gebracht werden. Die US-Börsen dämmen daraufhin ihre Verluste minimal ein.

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