Dienstag, 17. September 2019

Krisenticker US-Börsen schließen tief im Minus

4. Teil: Seat reduziert dank Abwrackprämie Kurzarbeit

Seat reduziert dank Abwrackprämie Kurzarbeit

Länderübergreifende Staatshilfe: Dank des Nachfrageschubs aufgrund der deutschen Abwrackprämie schränkt Seat die geplante Kurzarbeit ein
11:10 Uhr: Die spanische VW-Tochter Seat erhöht als Folge der deutschen Verschrottungsprämie ihre Produktion des Kleinwagenmodells Ibiza im Werk Martorell bei Barcelona. Die für März geplante Kurzarbeit werde um zwei Tage reduziert, teilte das Unternehmen am Dienstag in Mörfelden bei Frankfurt mit. Der Auftragseingang sei wegen der Abwrackprämie viermal höher als ursprünglich gedacht. Deutschland ist für Seat der wichtigste Exportmarkt. Rund 11 Prozent der Jahresproduktion von rund 400.000 Fahrzeugen werden in Deutschland verkauft.

10.50 Uhr: Im Kampf gegen die weltweite Wirtschaftskrise sind kräftige Zinssenkungen nach Ansicht von Bundesbank-Chef Axel Weber durchaus gerechtfertigt. "Wir sollten derzeit nicht von aggressiven Zinsschritten absehen, da alle Indikatoren auf einen freien Fall der Wirtschaft hindeuten", sagte Weber am Dienstag auf einer Bankenkonferenz in Kuala Lumpur.

Zugleich plädierte er für Augenmaß. Die Währungshüter dürften neben der kurzfristigen Krisenbekämpfung mittelfristige Perspektiven nicht aus dem Blick verlieren. Es gelte, den Wirtschaftszyklus als Ganzes im Auge zu behalten und nicht im Abschwung übereilt Zinssenkungen einzuleiten, mahnte Weber, der als Bundesbank-Chef Mitglied im Entscheidungsgremium der Europäischen Zentralbank ist.

10.40 Uhr: Die in Nordeuropa führende Nordea-Bank will frisches Kapital von 2,5 Milliarden Euro von ihren Eignern. Wie Konzernchef Christian Clausen am Dienstag bei der Bilanzveröffentlichung in Stockholm mitteilte, soll die Kapitaldecke außerdem durch eine Senkung der geplanten Dividendenausschüttung auf 19 Prozent des Jahresertrags gestärkt werden. Damit stünden weitere 500 Millionen Euro zur Verfügung.

10.00 Uhr: Die PSA Peugeot Citroen rechnet für 2009 mit einem Umsatzrückgang von 20 Prozent. Der Pariser Autohersteller stelle sich auch auf ein schwieriges Jahr 2010 ein, sagte CEO Christian Streiff am Dienstag in einem Interview mit dem französischen Radiosender RTL. Weiter in die Zukunft könne er nicht schauen.

Peugeot Citroen sei bestrebt, 2009 keine Stellen abbauen, nachdem die französische Regierung das Unternehmen mit günstigen Krediten im Umfang von drei Milliarden Euro unterstützt. CEO Streiff räumte ein, dass Peugeot Citroen ohne die staatliche Hilfe bei Forschung und Entwicklung Einschnitte hätte vornehmen müssen. Das Unternehmen erhalte "seit einigen Wochen" keine Kredite mehr von den Banken.

9.30 Uhr: Die Flaute im zweiten Halbjahr hat Deutschlands Flughäfen die Passagierbilanz des Jahres 2008 verdorben. Zwar wurden 165,6 Millionen Passagiere gezählt und damit 2,1 Millionen oder 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Das war jedoch das geringste Wachstum seit dem Jahr 2002. Nachdem es von Januar bis Juli noch ein Passagierplus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab, sank die Zahl der Fluggäste ab August bis zum Jahresende um 2,8 Prozent. Die Daten stammen von 27 Flughäfen in Deutschland, die für 99 Prozent des gesamten Passagieraufkommens stehen.

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