Samstag, 21. September 2019

Autobranche Die neue Bescheidenheit

BMW und Volvo melden jeweils einen Absatzeinbruch - doch beide Aktien steigen deutlich. Anleger belohnen die Nachricht, dass bei BMW ein Gewinn übrig bleibt. Und Volvo wird von Spekulationen getrieben, dass Ford die Marke verkaufen könnte.

Frankfurt am Main - Der weltweit größte Autohersteller Toyota erwartet für das laufende Geschäftsjahr nicht mehr nur einen operativen Verlust, sondern auch einen Nettoverlust. Dieser werde sich wohl auf 350 Milliarden Japanische Yen (3,05 Milliarden Euro) belaufen, kündigte der japanische Autokonzern am Freitag bei der Vorlage der Neunmonatszahlen an.

Absatzeinbruch, aber schwarze Zahlen für 2008: Anleger greifen wieder nach der Aktie von BMW
Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte hatte Toyota Börsen-Chart zeigen im Dezember für ein Geschäftsjahr bereits einen operativen Verlust angekündigt. Der Nettogewinn sollte damaligen Aussagen zufolge aber noch 50 Milliarden Yen betragen. Operativ erwartet Toyota jetzt einen Verlust von 450 statt wie bisher von 150 Milliarden Yen. Das Geschäftsjahr für Toyota endet im März.

Dem japanischen Konzern machen nicht nur die schwachen Automobilmärkte weltweit zu schaffen. Ein zusätzliches Problem stellt auch die Stärke des Yen dar, die in Japan hergestellte Autos zu teuer für den Export ins Ausland macht.

Toyota seit Jahresbeginn auf Erholungskurs

Für das dritte Quartal per Ende Dezember berichtete Toyota am Freitag den ersten Quartalsverlust in der Geschichte. Unter dem Strich schrieb das Unternehmen ein Minus von 164,7 Milliarden Yen, nachdem der Konzern im Vorjahreszeitraum noch 458,7 Milliarden Yen verdient hatte. Der Umsatz fiel um 28 Prozent auf 4,8 Billionen Yen.

Doch Anleger scheinen sich inzwischen auf die harten Zeiten in der Automobilindustrie eingestellt zu haben. Die Aktie von Toyota, die Ende 2008 noch unter die Marke von 23 Euro gefallen war, hat sich in den vergangenen fünf Wochen um mehr als 10 Prozent erholt. Selbst die heutige Nachricht vom Nettoverlust konnte dem Aktienkurs kaum etwas anhaben.

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