Dienstag, 17. September 2019

Krisenticker "Es wird keine große Bad Bank geben"

Bundeskanzlerin Merkel wendet sich entschieden gegen eine staatliche Bad Bank. Die Zukunft der WestLB bleibt weiter ungewiss. Die Börsen diesseits und jenseits des Atlantiks schließen deutlich im Plus. Die Bank of America will trotz Rekordverlusten kein weiteres Staatsgeld. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.04 Uhr: Die Hoffnung auf schnelle Schritte zur Ankurbelung der US-Konjunktur haben die New Yorker Börsen am Freitag deutlich ins Plus getrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss bei 8280 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann ebenfalls 2,7 Prozent auf 868 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 2,9 Prozent auf 1591 Punkte.

21.33 Uhr: Trotz des jüngsten Rekordverlusts will die angeschlagene Bank of America die Finanzkrise ohne neue Staatshilfen überstehen. Sein Institut brauche keine weiteren Finanzspritzen der Regierung, sagte Bankchef Kenneth Lewis dem US-Fernsehsender CNBC am Freitag. Auch mit einer an den Finanzmärkten befürchteten Verstaatlichung des Geldhauses sei nicht zu rechnen, sagte er. Die bereits erhaltenen Staatsgelder über 45 Milliarden Dollar hoffe die Bank innerhalb der kommenden drei Jahre zurückzuzahlen.

21.33 Uhr: Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fordert eine Aufstockung der Konjunkturpakete um insgesamt mindestens 50 Prozent. Finanziert werden könne dies mit öffentlichen Anleihen, die von der Europäischen Zentralbank abgesichert würden. Bisher umfassen die EU-Konjunkturpakete rund 200 Milliarden Euro.

20.41 Uhr: Japans sechs größte Bankengruppen haben in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hohe Investmentverluste erlitten. Wie aus ihren bis Freitag vorgelegten Zwischenbilanzen hervorgeht, beliefen sich die Verluste zwischen April und Dezember auf zusammen rund 990 Milliarden Yen (8,6 Mrd Euro).

20.20 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt trotz der anhaltenden Probleme der Kreditinstitute eine staatliche sogenannte Bad Bank ab, in die weitgehend unverkäufliche Wertpapiere ausgelagert werden könnten. "Es wird keine große Bad Bank geben", sagte Merkel am Freitagabend vor Unternehmern in Ulm. Es dürfe nicht sein, dass die Steuerzahler für schlechte Vermögenswerte der Banken aufkämen, während die gesunden Teile sich zugunsten der Aktionäre der Banken entwickelten.

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