Dienstag, 19. November 2019

Stahlsparte ThyssenKrupp prüft Stellenabbau

Stahlkonzernen wie ThyssenKrupp, Salzgitter oder ArcelorMittal brechen die Aufträge weg. Nun erwägt ThyssenKrupp den Abbau von Arbeitsplätzen in der Stahlsparte. Betriebsbedingte Kündigungen seien zwar bis 2013 weitgehend ausgeschlossen. Doch laut Medienberichten sind am Standort Duisburg 1500 Jobs in Gefahr.

Essen - "Es wird überlegt, wie man Stellen abbauen kann", sagte ein Sprecher von ThyssenKrupp Steel am Mittwochabend. Dabei könne es darum gehen, freiwerdende Stellen nicht wieder zu besetzen. Es sei aber noch keine Entscheidung getroffen worden. Betriebsbedingte Kündigungen seien nach einer Vereinbarung bis Ende 2013 weitgehend ausgeschlossen.

Warmwalzwerk bei ThyssenKrupp Steel: "Ein Projektteam prüft Einsparungen"
Der Westdeutsche Rundfunk berichtete, dass am Standort Duisburg 1500 Arbeitsplätze gefährdet seien. "Die Zahl ist völlig aus der Luft gegriffen", sagte der Sprecher des Unternehmens dazu.

Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden von ThyssenKrupp Steel Duisburg-Hüttenheim, Werner von Häfen, will der Konzern in Duisburg 340 Millionen Euro einsparen, wie der WDR berichtet. Der ThyssenKrupp-Sprecher sagte, diese Summe solle bis Ende des Geschäftsjahres 2009/2010 in der gesamten Steel AG eingespart werden.

20.000 Mitarbeiter bei ThyssenKrupp im Stahlgeschäft

Die ThyssenKrupp Steel AG beschäftigt in Deutschland rund 20.000 Mitarbeiter, in Duisburg sind es 12.600. ThyssenKrupp kämpft wie die Konkurrenten ArcelorMittal und Salzgitter mit einen drastischen Einbruch der Nachfrage. Hauptkunden der Branche wie die Automobilindustrie und der Maschinenbau haben ihre Bestellungen in Folge der weltweiten Wirtschaftskrise deutlich zurückgeschraubt.

ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz hatte auf der Hauptversammlung im Januar Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen. Er will konzernweit über eine Milliarde Euro einsparen. Bislang hat ThyssenKrupp unter anderem mit Kurzarbeit auf die Krise reagiert.

Ein Projektteam prüfe derzeit in der Steel AG Kosteneinsparungen, sagte der Sprecher. Diese sollten binnen eines halben Jahres umgesetzt werden. Es werde die gesamte Stellenstruktur überprüft. Dabei gehe es darum, welche Arbeitsplätze zum Kerngeschäft gehörten und welche nicht durch konzerneigene Mitarbeiter besetzt werden müssten. Weitere Einsparmöglichkeiten seien die Senkung der Energiekosten und eine Verbesserung des Einkaufs.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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