Absatzeinbruch US-Automarkt stürzt ab

In den USA wurden im Januar so wenig Autos verkauft wie seit 27 Jahren nicht mehr. Der Absatz von General Motors halbierte sich. Aber auch deutsche und japanische Hersteller meldeten zum Teil dramatische Einbrüche.

New York - Der Absatz auf dem wichtigsten Automarkt der Welt ist im Januar noch stärker eingebrochen als ohnehin befürchtet. Probleme im Mietwagen- und Leasingsektor führten dazu, dass das niedrigste Niveau seit 1982 erreicht wurde. Der Absatz von General Motors fiel zum Beispiel um 49 Prozent, während Ford einen Rückgang um 39 Prozent und Chrysler einen Rückgang um 35 Prozent verzeichneten.

Aber auch die ausländischen Hersteller wurden gebeutelt. So fielen die Verkäufe bei Toyota Motor zum Beispiel um 32 Prozent und bei Honda um 28 Prozent.

Die Autobauer befinden sich in einer schweren Krise, die sich mit dem weltweiten Branchenabschwung im Zuge der Konjunkturflaute verschärft hat.

Im vergangenen Jahr ging der Autoabsatz in den USA um 18 Prozent auf rund 13,2 Millionen Fahrzeuge zurück.

Mercedes minus 43 Prozent, smart legt deutlich zu

Schwer erwischt wurden auch die deutschen Premiumhersteller. Die Pkw-Sparte von Daimler zum Beispiel hat in den USA im Januar einen Absatzrückgang von 35,5 Prozent auf 12 209 Fahrzeuge hinnehmen müssen. Dabei ist das Minus vollständig auf die Kernmarke Mercedes-Benz zurückzuführen, wie aus der Mitteilung des Unternehmens vom Dienstag hervorgeht.

Der Smart verkaufte sich dagegen weiterhin hervorragend. Der Absatz des Kleinwagen legte mit 1776 Fahrzeugen um mehr als 177 Prozent zu. Dabei gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass der Stadtwagen erst vor einem Jahr in der zweiten Januarhälfte in den US-Markt eingeführt wurde. Die Verkäufe der Kernmarke Mercedes-Benz sanken um 42,9 Prozent auf 10.433 Einheiten.

BMW minus 15 Prozent, VW minus 12 Prozent

BMW und Mini minus 15 Prozent

Auch der Absatz von BMW in den USA ist im Januar weiter deutlich gefallen. Die BMW Group habe im vergangenen Monat 14 314 Einheiten und damit 15,5 Prozent weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Dienstag in Woodcliff Lake im US-Bundesstaat New Jersey mit. Dabei machte sich der Rückgang sowohl bei der Marke BMW mit einem Minus von 15,5 Prozent, als auch bei der Marke MINI mit einem Rückgang um 15,4 Prozent annähernd gleich stark bemerkbar.

Volkswagen minus 12 Prozent, Audi minus 26 Prozent

Der US-Absatz von Volkswagen ist im Januar um 11,6 Prozent auf 12.744 Fahrzeuge gesunken. "Wir wissen, dass 2009 möglicherweise ein weiteres extrem hartes Jahr für die Autobranche werden kann", wurde der Chef von Volkswagen of America, Mark Barnes, in der Mitteilung zitiert. Trotzdem sehe er großes Wachstumspotenzial für die Marke auf dem US-Markt und stützt seine Hoffnungen dabei auf die fünf im vergangenen Jahr neu eingeführten Modelle.

Die VW-Tochter Audi hat im Januar in den USA 26,4 Prozent weniger Autos verkauft als ein Jahr zuvor. Der Absatz ging auf 4722 Fahrzeuge zurück von 6418 vor Jahresfrist, wie der Ingolstädter Autohersteller am Dienstag mitteilte.

Porsche verkauft ein Drittel weniger Fahrzeuge

Porsche verkauft ein Drittel weniger Fahrzeuge

Der Sportwagenbauer Porsche hat im Januar in Nordamerika 36 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft. Davon entfielen 1.658 Einheiten auf die USA und 88 Autos auf Kanada.

Besonders deutlich war der Rückgang mit 46 Prozent bei der Sportwagen-Baureihe 911, teilte das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mit. Dieser Wert zeige, dass sich auch Porsche nicht der konjunkturbedingten Nachfrageschwäche entziehen könne.

Noch schlimmer fiel die Einbuße mit 65 Prozent auf 274 Einheiten bei der günstigeren Baureihe Boxster/Cayman aus. Die neue Modellgeneration dieser Mittelmotor-Baureihe geht in Nordamerika im März an den Start.

Relativ stabil hielt sich der Geländewagen Cayenne, der mit 1.010 Einheiten das Vorjahresniveau nahezu halten konnte.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.