Deutsche Bahn Daten aller Mitarbeiter überprüft

Erst räumt Bahnchef Hartmut Mehdorn Fehler ein - und nur wenige Stunden später muss ein Konzernsprecher bestätigen, dass die Deutsche Bahn Daten von weit mehr Mitarbeitern überprüft hat als bisher bekannt. Der Aufsichtsrat der Bahn ist über die Ausweitung des Überwachungskandals "schockiert".

Berlin - Konzernsprecher Oliver Schumacher bestätigte am Dienstag in Berlin Berichte der "Süddeutschen Zeitung" und der "Financial Times Deutschland", nach denen es auch 2005 einen Datenabgleich im großen Stil gegeben hat.

Nach einer ersten Kontrolle eines Großteils der Beschäftigten seien bei einer weiteren Aktion sogar die "Daten aller Mitarbeiter" mit den Adressen und Bankverbindungen von Geschäftspartnern abgeglichen worden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag unter Berufung auf den Aufsichtsrat des Unternehmens. Die betroffenen Mitarbeiter seien im Anschluss daran nicht darüber informiert worden.

Konzernchef Hartmut Mehdorn habe die Belegschaft und die Öffentlichkeit darüber bisher nicht informiert. Der Aufsichtsrat sei "schockiert", zitierte die "SZ" aus Aufsichtsratskreisen. Es sei unbegreiflich, dass der Vorstand nur "scheibchenweise" mit der Wahrheit über die Datenaffäre herausrücke.

Bahn-Sprecher Schumacher trat aber dem Eindruck entgegen, dass der Konzern diesen Vorgang verschwiegen habe. Am vergangenen Freitag habe der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates getagt. Dabei habe die Deutsche Bahn darüber berichtet, dass es noch einmal ein Screening gegeben habe. "Der Aufsichtsrat war also informiert", sagte Schumacher.

Mehdorn hatte erst am Dienstag nach tagelangem Konfrontationskurs in einem Brief an die Mitarbeiter Fehler bei der Überprüfung der Daten von rund 173.000 Mitarbeitern eingeräumt.

manager-magazin.de mit Material von ap

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