Schaeffler 20.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Nach Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen schickt auch der Autozulieferer Schaeffler im großen Stil Beschäftigte in die Kurzarbeit. Zwei Drittel der 31.000-köpfigen Belegschaft bekommen die Vier-Tage-Woche verordnet.

Herzogenaurach/Hannover - "20.000 Mitarbeiter werden für sechs Monate kurzarbeiten", sagte ein Firmensprecher des fränkischen Familienunternehmens am Dienstag. Im Schnitt arbeiteten sie dabei 20 Prozent weniger. Auch im Ausland seien Einschnitte geplant.

Nicht alle der 25 deutschen Standorte sind jedoch in gleichem Ausmaß betroffen, so soll es etwa in Wuppertal - dort werden Wälzlager für die Industrie hergestellt - keine kürzeren Arbeitszeiten geben.

Die Zulieferer reagieren auf die Absatzkrise der Autohersteller, die ihrerseits zusammen mehr als 150.000 Beschäftigte in die Kurzarbeit schicken. Audi-Chef Rupert Stadler hatte jüngst einen "grottenschlechten" Januar beklagt. Dem Importeursverband VDIK zufolge ist der Pkw-Markt in Deutschland im abgelaufenen Monat um 14 Prozent gesunken.

Allerdings macht sich ein Silberstreif am Horizont bemerkbar. VDIK-Präsident Volker Lange erklärte, dass die Abwrackprämie für ältere Autos in den kommenden Monaten ihre Wirkung entfalten wird. Der aktuelle Auftragseingang sei deutlich höher als im vergangenen Jahr.

Für die Zulieferindustrie erwarten Experten dennoch eine Pleitewelle. Mit Edscha (4200 Mitarbeiter) und TMD Friction (2000 Mitarbeiter), Tedrive (1500 Mitarbeiter) und Stankiewicz (1300 Mitarbeiter) haben bereits vier mittelgroße Anbieter Insolvenz angemeldet.

Für Schaeffler verschärfen sich mit der Absatzkrise die Probleme im Zusammenhang mit dem Einstieg beim Konkurrenten Continental. Das Unternehmen hat sich mit seinem Übernahmeangebot verhoben und bei der Bundesregierung bereits um Staatshilfe nachgesucht. Auch der Schaeffler-Betriebsrat appellierte an die Politik, Schaeffler zu stützen.

Die Continental-Aktie gehörte am Dienstag mit einem Plus von 3 Prozent dennoch zu den größten Gewinnern im MDax. Nach eigenen Angaben prüft das Unternehmen weiterhin alle Optionen zur Stärkung seines Eigenkapitals. "Der Markt ist derzeit aber nicht in der Verfassung, eine Kapitalerhöhung machen zu können", sagte ein Firmensprecher. Das nahmen Anleger mit Erleichterung auf. Der in Kürze zu ThyssenKrupp wechselnde Finanzvorstand Alan Hippe hatte vor kurzem erklärt, der Konzern erwäge eine milliardenschwere Kapitalerhöhung.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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