Datenaffäre Mehdorn räumt Fehler ein

Der im Zusammenhang mit der Datenaffäre zunehmend unter Druck geratene Bahn-Chef Hartmut Mehdorn räumt Fehler ein. "Aus heutiger Sicht waren wir hier übereifrig", schrieb er am Dienstag in einem Brief an seine Mitarbeiter. Es habe "eine falsch verstandene Gründlichkeit" gegeben.

Berlin - Die Deutsche Bahn hatte in der Vergangenheit die Daten von Mitarbeitern mit denen von Lieferanten abgleichen lassen, ohne die Mitarbeiter darüber in Kenntnis zu setzen, und dies mit der Bekämpfung von Korruption begründet.

"Für die grundsätzlich sinnvolle und zulässige Maßnahme zur Korruptionsbekämpfung war es nicht nötig, den Kreis der Mitarbeiter, die in den Datenabgleich einbezogen wurden, so weit zu ziehen", räumte Mehdorn weiter ein. Insgesamt wurden die Daten von 173.000 von insgesamt 240.000 Beschäftigten dem sogenannten Sreening-Verfahren unterzogen.

"Auch war es ein Fehler, dass wir das Screening-Verfahren nicht mit den Arbeitnehmervertretern besprochen und klar geregelt haben", gab Mehdorn weiter zu. In Zukunft wolle Mehdorn "mit den Beschäftigten verbindliche und transparente Regelungen" vereinbaren.

Mehdorn steht wegen seines Vorgehens stark in der Kritik von Politik und Gewerkschaften. Insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatten die Informationspolitik des Staatskonzerns bemängelt und Aufklärung gefordert. Die Gewerkschaften hatten eine umfassende Entschuldigung gefordert. In den Medien war bereits über eine Abberufung Mehdorns spekuliert worden.

Noch in der vergangenen Woche hatte der Bahn-Chef das Screening-Verfahren verteidigt, da es den internationalen Standards in der Korruptionsbekämpfung entspreche und von Wirtschaftsprüfern und Staatsanwälten ausdrücklich empfohlen werde. Es sei ein Routineverfahren, das er wieder machen würde und mit dem der Verkehrsminister "nichts zu tun" habe.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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