Wirtschaftskrise Edscha vor Insolvenz - 4200 Jobs bedroht

Der Automobilzulieferer Edscha hat Insolvenzantrag gestellt. Hintergrund sei eine "massiv rückläufige Entwicklung" am Automobilmarkt sowie der erschwerte Zugang zu Kapital wegen der Finanzkrise, sagte eine Sprecherin des Konzerns am Montag.

Düsseldorf - Der Antrag sei beim Amtsgericht Wuppertal für die europäischen Standorte gestellt worden. Betroffen seien rund 4200 Mitarbeiter. Eine Sprecherin des Gerichts sagte dazu nur, es gebe noch keine Beschlüsse und kein Aktenzeichen.

Die Autobranche leidet massiv unter zurückgehenden Bestellungen ihrer Kunden. Zahlreiche Konzerne haben bereits Kurzarbeit beantragt. Audi-Chef Rupert Stadler hatte jüngst einen "grottenschlechten" Januar beklagt. Die Talfahrt vieler Auto-Konzerne schlägt voll auf die Zulieferer durch. So hatte etwa der Zulieferer Stankiewicz mit 1300 Mitarbeitern in Deutschland Insolvenz angemeldet.

Das 1870 gegründete Traditionsunternehmen Edscha ist heute auf Türscharniere, Cabrio-Dachsysteme und Pedalwerke spezialisiert. Die Gruppe verfügt nach eigenen Angaben über weltweit 29 Standorte, davon 22 Produktionsstandorte. Die Zentrale befindet sich in Remscheid in Nordrhein-Westfalen.

Weitere Produktionsstätten in Deutschland liegen unter anderem in Regensburg und in Hengersberg. 1999 war Edscha an die Börse gegangen. Später wurde Edscha von einer Investorengruppe um den Finanzinvestor Carlyle übernommen, 2004 endet die Börsen-Geschichte des Unternehmens. Noch vor einem Jahr hatte es geheißen, Carlyle sehe einen erneuten Börsengang als Option.

Das Unternehmen hatte im Geschäftsjahr 2006/07 (zum 30. Juni) mit 6500 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro eingefahren. Mehrheitseigner Carlyle hatte dem Unternehmen einen Sparkurs verordnet. Neben dem Verkauf von Unternehmensteilen und Standortschließungen wurden 1000 Stellen gestrichen.

Die Online-Ausgabe des "Handelsblatt" berichtete am Montag, Krisengespräche mit Banken, Kunden und Landesregierungen über das Wochenende seien ohne Erfolg geblieben. Zum Insolvenzverwalter soll der Kölner Rechtsanwalt Jörg Nerlich von der Kanzlei Görg bestellt worden sein, hieß es am Montag.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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