Nachverhandelt BNP muss Fortis-Anteile zurückgeben

Die französische Großbank BNP muss sich mit einem kleineren Anteil an der Fortis-Finanzgruppe begnügen. Deren Versicherungssparte bleibt jetzt doch größtenteils belgisch. Damit werden die Reste der ehemals selbständigen Fortis weniger stark mit den Lasten der Finanzkrise beladen wie bisher gedacht.

Brüssel - Der Teilverkauf des belgischen Finanzkonzerns Fortis  an die französische Großbank BNP Paribas  wird auf eine neue Grundlage gestellt. Die Fortis-Holding werde entgegen früherer Abmachungen den Großteil des belgischen Versicherungsgeschäfts behalten, teile Premierminister Herman Van Rompuy am Freitag in Brüssel mit. Die Franzosen werden an der Versicherung nur eine Beteiligung von 10 Prozent erhalten.

Die neuen Verhandlungen waren nötig geworden, um wütenden Aktionäre von Fortis entgegenzukommen. Ende vergangenen Jahres hatte ein Brüsseler Gericht die Zerschlagung des Konzerns und die Veräußerung der belgischen Aktivitäten auf Eis gelegt.

Die Richter gaben damals einem Antrag von rund 2000 Fortis-Aktionären statt, die den Verkauf der belgischen Aktivitäten angefochten haben. Sie erhielten ein Mitspracherecht und sollen nach früheren Angaben am 11. Februar über die Transaktion abstimmen.

Fortis war im vergangenen Jahr wegen der Finanzkrise in schwere Turbulenzen geraten. Die Umstände um den Verkauf der teilverstaatlichten belgischen Fortis-Bank hatte zum Rücktritt von Vam Rompuys Amtsvorgänger Yves Leterme geführt. Der Verkauf von 75 Prozent von Fortis Banque an BNP Paribas bleibt von den neuen Abmachungen unberührt. Die Fortis-Holding wird nun von der Schaffung einer besonderen Einheit für Risikopapiere deutlich weniger belastet als zunächst geplant.

manager-magazin.de mit Material von dpa