Swatch-Zahlen Herr Hayek und die Krise

Swatch-Chef Nick Hayek blickt optimistisch in die Zukunft: Zwar blieb der Bruttoumsatz mit einem kleinen Plus von 0,4 Prozent unter den Erwartungen der Analysten, aber Wachstumsmärkte wie China, Indien, Russland und der Nahe Osten gäben Anlass zur Zuversicht. Für 2009 erwartet Hayek erneut einen Umsatzanstieg.

Biel - Der weltgrößte Uhrenhersteller Swatch  spürt weiterhin ein reges Interesse seiner Kundschaft an Plastikuhren wie auch an seinen Luxusmarken Breguet und Omega. "Die Nachfrage ist immer noch da. Deshalb sind die Aussichten für uns nicht so schlecht", erklärte Konzernchef Nick Hayek. Ein Interview von manager magazin mit dem Swatch-Gründer Nicolas G. Hayek lesen Sie hier, das Video präsentiert Ihnen www.business-champions.tv .

Im schlimmsten Fall würden die Umsätze für die Monate Januar, Februar und März auf dem Niveau des ersten Quartals 2007 zu liegen kommen, sagte er am Donnerstag. "Im Oktober, November und Dezember 2008, waren die Leute natürlich verängstigt durch Nachrichten von Stellenverlusten bei Banken und wegen der Probleme der US-Automobilindustrie. Das hat die Einzelhändler erschreckt und sie haben nicht mehr bestellt," so Hayek.

Dagegen habe der Uhrenhersteller in seinen eigenen Filialen mit den Marken Breguet, Blancpain, Omega und auch Swatch im Januar mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum gemacht, und dies ohne Rabatte zu gewähren, sagte er.

Hayek sagte, er sei zuversichtlich insbesondere mit Blick auf Wachstumsmärkte wie China, Indien, Russland und den Nahen Osten. Nach dem Regierungswechsel in den USA sei er dort zudem auf eine positive Überraschung eingestellt. In China erwarte Swatch für 2009 ein zweistelliges Wachstum, erklärte er. Zwar gebe es momentan auch schwächere Märkte wie Spanien und Italien.

Frankreich und Deutschland liefen aber gut. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Notwendigkeit an Stellenstreichungen oder Kapazitätskürzungen zu denken, so Hayek. In den Swatch-Firmen, die im Autozulieferer- und Telekommunikationsgeschäft tätig sind, wird für zwei oder drei Monate Kurzarbeit eingeführt. Entlassungen sind beim Konzern nicht geplant. Die Verkäufe stiegen 2008 zwar gegenüber 2007 nur noch minimal, erreichten aber knapp sechs Milliarden Franken (3,95 Milliarden Euro).

Der Swatch-Bruttoumsatz wuchs einer Mitteilung vom Donnerstag zufolge im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozent. In Lokalwährungen nahmen die Verkäufe um 4,3 Prozent zu. Damit wurden teils hohe Analystenerwartungen nicht erfüllt. Diese hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 6,12 Milliarden Franken gerechnet.

"Man sollte nicht versuchen, der Börse zu gefallen"

Laut Swatch wurde die Zunahme trotz des Verkaufs von Automobilkomponenten-Geschäften und Währungseinbußen von 233 Millionen Franken erreicht. Der 2007 gefällte Verkaufsentscheid habe sich als weiser Schritt herausgestellt. Gewinnzahlen will die Swatch Group am 18. März vorlegen.

Beim Uhren- und Schmuckgeschäft machte die Umsatzzunahme 1,8 Prozent beziehungsweise 6,6 Prozent in Lokalwährungen auf 4,796 Milliarden Franken aus. In den letzten Monaten 2008 wurde die Dynamik durch einen spürbaren Nachfragerückgang gebremst, dem sich selbst die Luxusmarken nicht ganz entziehen konnten.

In der Produktion von Uhrwerken und Komponenten gab es ein Plus von 7,5 Prozent. Einen Umsatzeinbruch um 15,9 Prozent auf 530 Millionen Franken hatten die elektronischen Systeme hinzunehmen, vor allem wegen des Verkaufs der Autozulieferer; ohne dessen Effekt betrug das Minus 12,9 Prozent. Swatch bekam auch einen Nachfrageeinbruch bei Mobiltelefonen zu spüren.

Laut Konzernchef Nick Hayek sollte ein Unternehmen kein Personal abbauen, nur weil es drei oder vier Monate lang etwas weniger Profit macht, wie er im Westschweizer Radio sagte. "Man sollte nicht versuchen, der Börse zu gefallen und anfangen, Leute zu entlassen", sagte er.

Im Ausblick rechnet Swatch mit einem Rückgang in den ersten drei bis vier Monaten von 2009, aber keiner katastrophale Entwicklung. Fürs ganze Jahr wird erneut ein leichter Umsatzanstieg erwartet: Die Unternehmensleitung gehe davon aus, dass das weltweite Vertrauen im zweiten Halbjahr wieder hergestellt werden könne. Der Umsatz im Januar 2009 und der Auftragseingang der Monate Februar und März würden die stetige Verbesserung gegenüber dem Trend der letzten beiden Monate in 2008 bestätigen.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

Swatch Group: Hayeks Mischung in Bildern Swatch-Gründer Hayek: Magie der Mechanik

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