Krisenticker Spanien prüft Hilfe für die Autobranche

Die spanische Regierung erwägt, Autounternehmen zu stützen. Die große Koalition prüft die Verstaatlichung privater Banken und Regeln für die Enteignung der bisherigen Besitzer. Und die US-Börsen schließen im Minus. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22 Uhr: Schlechte Konjunkturzahlen und neue Sorgen um den Finanzsektor haben die US-Aktienmärkte am Freitag in die Tiefe gedrückt. Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) der Standardwerte schloss 1,8 Prozent tiefer bei 8000 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 2,3 Prozent auf 825 Zähler. Der Composite-Index  der Technologiebörse Nasdaq  gab 2,1 Prozent auf 1476 Punkte ab.

20.45 Uhr: Spaniens Regierung prüft einem Medienbericht zufolge Hilfen für die Autoindustrie. Teil des Pakets sei die Aussetzung von Sozialversicherungszahlungen bis zu fünf Jahren, hat die Tageszeitung "Cinco Dias" am Freitag berichtet. Auch zusätzliche Leistungen für Arbeiter, die von Produktionsstopps betroffen sind, würden in Erwägung gezogen.

19.45 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, Arbeitsgesetze aus der Zeit seines Vorgängers George W. Bush aufzuheben. Viele Entscheidungen der vergangenen acht Jahre bezüglich müssten rückgängig gemacht werden, sagte Obama am Freitag. "Die Gewerkschaften sind nicht Teil des Problems, sie sind Teil der Lösung", sagte Obama. Der Präsident unterzeichnete eine Reihe von ersten Anweisungen, die die Rechte der Arbeiter stärken sollen. Für die eigentlichen Gesetze ist die Mitarbeit des Kongresses notwendig.

19 Uhr: Die Bundesregierung prüft die Verstaatlichung privater Banken und Regeln für die Enteignung der bisherigen Besitzer. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, müssen sich enteignete Aktionäre auf geringe Entschädigungen einstellen. Bis Anfang der Woche solle aus der schon bis ins Detail ausgearbeiteten Vorlage ein formeller Gesetzesentwurf werden, meldete das Blatt.

17.30 Uhr: Der deutsche Aktienindex Dax (Kurswerte anzeigen) hat schwach geschlossen. Er ging mit minus 2,03 Prozent und 4338,35 Punkten knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief in das Wochenende. Im Wochenverlauf legte er damit dennoch 3,8 Prozent zu. Der MDax  mittelgroßer Werte schloss dagegen 0,64 Prozent höher - und wies so 5098,09 Punkte auf. Der Technologieindex TecDax  rückte um 0,73 Prozent auf 485,04 Zähler vor.

16.30 Uhr: Der Spezialchemiekonzern Lanxess  senkt wegen der anhaltend schwachen Nachfrage für 5000 Mitarbeiter in Deutschland die Arbeitszeit und Löhne. Zudem werde für 2009 kein Bonus ausgezahlt, teilte das Unternehmen mit. Darüber hinaus werde der Vorstand und das Management auf Teile des Einkommens verzichten. Für die 5000 Tarifmitarbeiter hierzulande gilt ab März für zunächst ein Jahr die 35-Stunden-Woche mit entsprechender Lohnanpassung.

15.30 Uhr: Zum Handelsauftakt in den USA legt der Dow-Jones-Index  leicht zu und steht bei 0,3 Prozent im Plus (8169 Punkte). Auch der Dax (Kurswerte anzeigen) schafft es wieder leicht in den grünen Bereich.

14.50 Uhr: Der Staat muss bis spätestens Ende März mindestens 95 Prozent der Anteile an der Hypo Real Estate  (HRE) übernehmen. Das verlautete am Freitag aus Finanzkreisen am Rande der Beratungen von Bundesregierung und Koalitionsfraktionen, wie mehrere Nachrichtenagenturen berichten. Mit dem staatlichen Mehrheitseigner im Rücken würde die Refinanzierung des Instituts mit frischen Krediten vom Kapitalmarkt deutlich verbessert. Weiter im Gespräch ist eine staatliche Eigenkapitalfinanzspritze von mindestens zehn Milliarden Euro.

14.36 Uhr: Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im vierten Quartal nicht so stark wie befürchtet geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei annualisiert um 3,8 Prozent gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in Washington in einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten eine auf das Jahr hochgerechnete Rate von minus 5,4 Prozent erwartet. Gleichwohl befindet sich die US-Wirtschaft damit nach zwei aufeinander folgenden Quartalen mit negativen Wachstumsraten nunmehr auch offiziell in einer Rezession. Im dritten Quartal war die US-Wirtschaft um 0,5 Prozent geschrumpft, im zweiten Quartal hingegen um 2,8 Prozent gewachsen.

13.40 Uhr: Der Dax  legt plötzlich eine Schussfahrt hin und liegt bei minus 1,9 Prozent. Aktueller Stand: 4342 Punkte

13.34 Uhr: Die künftige schwarz-gelbe Regierungskoalition in Hessen ist bereit, die Eigenkapitalbasis der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mit Finanzmitteln zu stärken. "Mit den Beteiligten sind Gespräche über die Rahmenbedingungen aufzunehmen", hieß es in der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und FDP in Hessen, die vom amtierenden Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn am Freitag in Wiesbaden vorgestellt wurde.

12.45 Uhr: Eine Lösung im Fall der angeschlagenen Hypo Real Estate Holding AG (HRE) liegt nach Angaben von Torsten Albig, Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, bislang nicht vor. Zu den diskutierten Modellen gebe es "im Augenblick noch keine abschließende Antwort", sagte Albig am Freitag in Berlin.

12.05 Uhr: Der Preisauftrieb in der Eurozone hat sich im Januar angesichts der deutlich niedrigeren Energiepreise weiter verlangsamt. Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag unter Berufung auf vorläufige Daten mitteilte, belief sich die Jahresteuerung auf nur noch 1,1 Prozent. Das sei der niedrigste Wert seit Juli 1999. Bankvolkswirte hatten eine Jahresteuerungsrate von 1,4 Prozent erwartet.

11.45 Uhr: Wegen der Wirtschaftskrise beantragt nun auch die Lufthansa (Kurswerte anzeigen) für ihre Luftfrachttochter Cargo Kurzarbeit. Betroffen sind 2600 Beschäftigte in Deutschland, teilte der Konzern am Freitag in Frankfurt mit.

10.55 Uhr: Der japanische Elektronikkonzern NEC streicht weltweit 20.000 Stellen als Teil einer Umstrukturierung. Zudem sucht das Unternehmen nach Angaben vom Freitag nach Möglichkeiten, aus seinem Geschäft mit LCD-Bildschirmen auszusteigen. Der Stellenabbau soll bis März 2010 vollzogen werden. Die Unternehmensgruppe beschäftigte Ende Dezember 150.000 Menschen. In Deutschland ist mit NEC Infrontia in Kaarst bei Düsseldorf ein auf Telekommunikation spezialisiertes Tochterunternehmen ansässig.

Kanzlerin nimmt nicht an Beratungen über Bad Bank teil

10.05 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) ist rund eine Stunde nach Handelsbeginn ins Plus gedreht und gewann zuletzt 0,2 Prozent auf 4437 Zähler.

09.35 Uhr: Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hat die Erwartungen an ein Gespräch auf hoher politischer Ebene zu den Erfahrungen mit dem Banken-Rettungsschirm gedämpft. "Die Kanzlerin nimmt nicht an dem Treffen teil", sagte Ulrich am Freitag auf Anfrage. Bei dem Gespräch am Mittag handele es sich um "politische Beratungen", bei dem auch keine Entscheidungen geplant seien. Vielmehr werde dieses Gespräch in der nächsten Woche vermutlich fortgesetzt.

09.20 Uhr: Gebremst von deutlichen Kursverlusten an den Börsen in Übersee sind die europäischen Aktienmärkte am Freitag mit Verlusten in den Handel gestartet. In den ersten Handelsminuten fiel der EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) um 0,8 Prozent auf 2251 Punkte. Der Londoner FTSE 100 (Kurswerte anzeigen) verlor 0,4 Prozent auf 4173 Punkte. Der französische CAC 40 (Kurswerte anzeigen) sank um 0,8 Prozent auf 2987 Zähler.

09.15 Uhr: Wenige Stunden nach den Massenprotesten gegen die französische Wirtschaftspolitik hat das Parlament in Paris das Konjunkturpaket der Regierung in Höhe von 26 Milliarden Euro gebilligt. Der Senat, die zweite Kammer des Parlaments, stimmte in der Nacht zu Freitag mit 170 gegen 140 Stimmen für das Hilfspaket, das Investitionen beschleunigen und Kreditvergaben erleichtern soll.

09.10 Uhr: Nun zieht es den deutschen Leitindex (Kurswerte anzeigen) doch nach unten, und zwar um 0,5 Prozent auf 4406 Punkte.

09.00 Uhr: Schwache Vorgaben aus Japan und den USA haben den Dax  in den ersten Handelsminuten unter Druck gesetzt. Das Börsenbarometer behauptete sich jedoch bei 4426 Punkten und lag nahezu unverändert gegenüber dem Vortagesschluss.

Rezession drückt Steuereinnahmen

08.20 Uhr: Das Bundesfinanzministerium erwartet kein schnelles Ende der gegenwärtigen wirtschaftlichen Rezession. Der Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Aktivität habe sich im Schlussquartal des vergangenen Jahres beschleunigt, teilte das Finanzministerium in seinem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht in Berlin mit. Die Rezession gehe mit einer spürbaren Abschwächung der Investitionstätigkeit einher. Dafür spreche die sehr schlechte Stimmung in den Unternehmen.

08.04 Uhr: Die Rezession drückt zusehends die Steuereinnahmen des deutschen Fiskus. Mit einem kleinen Plus von 0,4 Prozent im Dezember nahmen Bund, Länder und Gemeinden (ohne reine Gemeindesteuer) nur noch geringfügig mehr als im Vorjahresmonat ein, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht des Finanzministeriums hervorgeht. Im November hatte das Plus bei 6,1 Prozent gelegen.

07.20 Uhr: Die Börsen in Tokio haben am Freitag sehr schwach geschlossen. Der Nikkei-225-Index  sackte wieder unter die Marke von 8000 Punkten und büßte 3,12 Prozent auf 7994 Zähler ein. Im ersten Monat des Jahres verlor der japanische Leitindex damit fast zehn Prozent. Der breiter gefasste Topix verlor 2,99 Prozent auf 794 Punkte. Ein festerer Yen und wachsende Sorgen über die Entwicklung der Weltwirtschaft drückten besonders auf die Exporttitel, sagten Händler.

07.13 Uhr: Unions-Fraktionschef Volker Kauder lehnt weitere Finanzhilfen für die Banken strikt ab. Der CDU-Politiker sagte der "Süddeutschen Zeitung", er schließe es aus, dass der Staat noch mehr Geld zur Rettung des Bankensystems zur Verfügung stellen werde. Kauder betonte zwar, dass die Banken ihm nach wie vor am meisten Sorgen bereiteten. Deshalb müsse man mit den Banken weiter sprechen, was getan werden müsse. Mehr Steuergelder aber werde es nicht geben.

07.13 Uhr: Die weltweite Finanzkrise hat auch den deutschen Mittelstand erreicht. Zwar macht die große Mehrheit der Unternehmen noch immer gute Geschäfte, doch hat sich der Blick in die Zukunft deutlich verdüstert. Mittlerweile geht jeder dritte Mittelständler von einer Verschlechterung seiner Wirtschaftslage aus, nur jeder sechste erwartet eine Verbesserung. Deshalb setzen nach einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young viele Unternehmen den Rotstift bei Investitionen und Personalkosten an.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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