Pannenbank KfW sieht wieder Land

Nach der Pannenserie des vergangenen Jahres sieht die staatliche KfW-Bank wieder besseren Zeiten entgegen. Der Verlust für 2008 werde deutlich geringer ausfallen als im Jahr zuvor. 2009 soll es sogar wieder Gewinne geben.

Frankfurt am Main - Die staatliche Förderbank KfW sieht sich nach zwei Krisenjahren wieder im Aufwind. Die KfW werde 2009 so gut wie keine Altlasten aus der Misere der beinahe zusammengebrochenen Mittelstandsbank IKB  mehr mit sich herumtragen, sagte der neue KfW-Chef Ulrich Schröder am Donnerstag in Frankfurt.

Damit könne sich die Förderbank voll auf ihre neue Aufgabe im Rahmen der Konjunkturpakete des Bundes konzentrieren und ihren Umbau vornehmen. Nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten werde die KfW in diesem Jahr zudem aller Voraussicht nach wieder Gewinne schreiben.

"Wir gehen aus heutigem Stand davon aus, dass das Kapitel IKB mit dem Jahresabschluss 2008 abgeschlossen ist", sagte Schröder. Aus bestehenden Rechtsrisiken seien künftig keine Kosten zu erwarten. Zudem seien die bei der KfW verbliebenen Wertpapierportfolios der IKB inzwischen um bereits 93 Prozent abgeschrieben.

Die KfW musste für die Rettung der IKB mehrere Milliarden Euro auf den Tisch legen. 2007 stand deshalb ein Rekordverlust von über sechs Milliarden Euro in den Büchern.

Der Fehlbetrag des vergangenen Jahres werde "um Meilen" geringer ausfallen als 2007, sagte Schröder. Operativ sei das vierte Quartal deutlich besser verlaufen als die Monate zuvor. Ende September wies die KfW vor allem wegen der Belastungen durch die IKB und einer Überweisung an die pleitegegangene US-Bank Lehman Brothers  ein Minus von 1,8 Milliarden Euro aus. Genaue Zahlen zum Gesamtjahr will die bundeseigene Bank Ende März vorlegen.

Schröder hatte den Chefposten bei der KfW im vergangenen Herbst von Ingrid Matthäus-Maier übernommen, die in Folge der IKB-Krise das Handtuch geworfen hatte. Er setzt nun den Rotstift an und baut die KfW um. Unter anderem soll die Förderbank künftig stärker auf die die Kooperation mit privaten Instituten, Genossenschaftsbanken und Sparkassen ausgerichtet werden.

Die KfW stellt deutschen Unternehmen im Rahmen der Konjunkturpakete in den nächsten Jahren insgesamt 40 Milliarden Euro an Finanzierungen zur Verfügung. Mit dem Geld soll Firmen geholfen werden, die im Kern gesund sind, wegen der Finanzkrise aber keine oder nur noch schwer Kredite bekommen können.

Im vergangenen Jahr ging das Fördervolumen der KfW um 17 Prozent auf 71 Milliarden Euro zurück. Grund dafür war der Einbruch im Geschäft mit Verbriefungen, also dem Verkauf von Kreditrisiken. Das Volumen der klassischen Förderfinanzierungen stieg dagegen leicht an. Die Landwirtschaftliche Rentenbank, die vor allem die Agrarwirtschaft fördert, erhöhte ihr Fördervolumen 2008 um 4,4 Milliarden Euro auf 63,5 Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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