Arbeitsmarkt Alle Indikatoren stehen auf Rot

Erstmals seit vielen Monaten suchen in Deutschland wieder mehr Menschen Arbeit, weil die Wirtschaft zurückfällt. Die Arbeitslosenquote ist im Januar deutlich auf 8,3 Prozent gestiegen. Die Bundesagentur verzeichnete sogar eine wahre Kurzarbeitswelle - und die Behörde rechnet mit noch schlechteren Zahlen in den kommenden Monaten.

Nürnberg - Die Zahl der in Deutschland registrierten Arbeitslosen ist im Januar stärker gestiegen als in den Vorjahren. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte im Januar 3,489 Millionen Arbeitslose, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Dies seien 387.000 mehr gewesen als im Dezember 2008, aber 170.000 weniger als im Januar vorigen Jahres. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,9 Punkte auf 8,3 Prozent.

BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise sagte, der konjunkturelle Abschwung habe den Arbeitsmarkt erreicht, die drei wichtigsten Indikatoren hätten sich negativ entwickelt: "Die Arbeitslosigkeit stieg, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm erstmals ab, und die Arbeitskräftenachfrage sinkt mittlerweile kräftig."

Zugleich musste die Bundesagentur im Dezember eine Kurzarbeitwelle verzeichnen. Zum Jahresende 2008 hätten Firmen für 404.000 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragt, davon seien 295.000 Anträge mit Auftragsflauten begründet worden. Das seien 240.000 Anträge mehr für das konjunkturelle Kurzarbeitergeld als im Monat zuvor, berichtete BA-Chef Weise.

Im Vergleich zum Dezember 2007 sei die Zahl der Anträge um 302.000 gestiegen. Es sei davon auszugehen, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter wegen der konjunkturellen Abkühlung in den nächsten Monaten noch deutlich erhöhen werde, sagte Weise.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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