Montag, 20. Mai 2019

Krisenticker Obama nennt Banker-Boni "abscheulich"

Die Wall Street schließt mit deutlichen Verlusten. US-Präsident Barack Obama hat wütend auf die Nachricht reagiert, dass die US-Banken ihren Managern Milliardenboni zahlen. Toyotas Verlust könnte höher ausfallen als ohnehin erwartet. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.07 Uhr: Schlechte Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag in die Tiefe gezogen. Zudem machten der Wall Street Sorgen wegen einer Verzögerung des Konjunkturpakets von Präsident Barack Obama zu schaffen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerteschloss 2,7 Prozent tiefer auf 8149 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 3,3 Prozent auf 845 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 3,2 Prozent auf 1507 Punkte ab.

21.41 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat es als "abscheulich" bezeichnet, dass die US-Banken ihren Managern für 2008 18 Milliarden Dollar auszahlen. Laut Obama sollten die Banken, die wegen gigantischer Verluste infolge selbst aufgelegter Schrottpapiere staatliche Hilfe brauchen, die Zahlungen strenger limitieren.

20.53 Uhr: Der japanische Autobauer Toyota Börsen-Chart zeigen wird einem Medienbericht zufolge im Geschäftsjahr 2008/09 voraussichtlich einen deutlich höheren Verlust einfahren als zuletzt prognostiziert. In der Bilanz zum 31. März könnte ein Minus von 400 Milliarden Yen (3,4 Milliarden Euro) stehen, berichtet die Wirtschaftszeitung "Nikkei" ohne Quellenangabe. Der Umsatz dürfte ebenfalls deutlich unter den vorhergesagten 21,5 Billionen Yen (185 Milliarden Euro) liegen. Bei Toyota war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

19.37 Uhr: Die Schaffung einer sogenannten "Bad Bank" in den USA könnte nach Ansicht des einflussreichen Senators Charles Schumer ein bis vier Billionen Dollar kosten. Dies hätten Berechnungen von Experten ergeben, erklärte Schummer am Donnerstag. "Das ist eine Menge Geld, und das könnte viele andere Bereiche im Finanzsystem vermurksen", sagte der Senator zu Reportern. Die Banken benötigten aber nicht unbedingt weitere zwei bis drei Billionen Dollar an staatlicher Hilfe.

19.15 Uhr: Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich skeptisch über Staatshilfen für den hochverschuldeten Autozulieferer Schaeffler-Continental Börsen-Chart zeigen geäußert. "Hier ist größte Vorsicht geboten", sagte er am Donnerstag in Stuttgart beim Besuch des weltgrößten Autozulieferers Bosch. Man müsse das Anliegen zwar prüfen, doch dürfe es keine Wettbewerbsverzerrung geben.

Skeptisch: Vizekanzler Steinmeier hält Hilfen für Schaeffler-Conti für problematisch
AP
Skeptisch: Vizekanzler Steinmeier hält Hilfen für Schaeffler-Conti für problematisch
Bosch-Vorstandschef Franz Fehrenbach warnte vor einem Eingriff des Staates bei Problemen von einzelnen Betrieben. "Der Staat darf nicht Reparaturbetrieb der Wirtschaft sein", sagte Fehrenbach. Dies dürfe nur in Ausnahmefällen wie bei der Rettung der Banken geschehen.

17.37 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag einen Teil seiner kräftigen Vortagsgewinne wieder eingebüßt. Börsianern zufolge fehlten positive Impulse zu Anschlusskäufen. Der Leitindex Dax ging mit minus 2,01 Prozent auf 4428 Zähler aus dem Handel, nachdem er am Vortag um 4,5 Prozent gestiegen war. Der MDax fiel um 2,11 Prozent auf 5066 Punkte. Der TecDax verlor 2,65 Prozent auf 482 Zähler.

17.16 Uhr: Der weltgrößte Kugellagerhersteller SKF Börsen-Chart zeigen erwartet in den kommenden Monaten einen deutlichen Nachfragerückgang und streicht deshalb 1000 Stellen. Die Branche befinde sich in einem globalen, massiven und schnellen Abschwung, sagte SKF-Chef Tom Johnstone am Donnerstag. Im vierten Quartal fuhr der Schaeffler-Konkurrent mit einem Vorsteuergewinn von 1,11 Milliarden Kronen (rund 105 Millionen Euro) allerdings ein besseres Ergebnis ein, als von Analysten erwartet worden war.

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