Krisenticker Obama nennt Banker-Boni "abscheulich"

Die Wall Street schließt mit deutlichen Verlusten. US-Präsident Barack Obama hat wütend auf die Nachricht reagiert, dass die US-Banken ihren Managern Milliardenboni zahlen. Toyotas Verlust könnte höher ausfallen als ohnehin erwartet. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.07 Uhr: Schlechte Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag in die Tiefe gezogen. Zudem machten der Wall Street Sorgen wegen einer Verzögerung des Konjunkturpakets von Präsident Barack Obama zu schaffen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerteschloss 2,7 Prozent tiefer auf 8149 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 3,3 Prozent auf 845 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 3,2 Prozent auf 1507 Punkte ab.

21.41 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat es als "abscheulich" bezeichnet, dass die US-Banken ihren Managern für 2008 18 Milliarden Dollar auszahlen. Laut Obama sollten die Banken, die wegen gigantischer Verluste infolge selbst aufgelegter Schrottpapiere staatliche Hilfe brauchen, die Zahlungen strenger limitieren.

20.53 Uhr: Der japanische Autobauer Toyota  wird einem Medienbericht zufolge im Geschäftsjahr 2008/09 voraussichtlich einen deutlich höheren Verlust einfahren als zuletzt prognostiziert. In der Bilanz zum 31. März könnte ein Minus von 400 Milliarden Yen (3,4 Milliarden Euro) stehen, berichtet die Wirtschaftszeitung "Nikkei" ohne Quellenangabe. Der Umsatz dürfte ebenfalls deutlich unter den vorhergesagten 21,5 Billionen Yen (185 Milliarden Euro) liegen. Bei Toyota war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

19.37 Uhr: Die Schaffung einer sogenannten "Bad Bank" in den USA könnte nach Ansicht des einflussreichen Senators Charles Schumer ein bis vier Billionen Dollar kosten. Dies hätten Berechnungen von Experten ergeben, erklärte Schummer am Donnerstag. "Das ist eine Menge Geld, und das könnte viele andere Bereiche im Finanzsystem vermurksen", sagte der Senator zu Reportern. Die Banken benötigten aber nicht unbedingt weitere zwei bis drei Billionen Dollar an staatlicher Hilfe.

19.15 Uhr: Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich skeptisch über Staatshilfen für den hochverschuldeten Autozulieferer Schaeffler-Continental  geäußert. "Hier ist größte Vorsicht geboten", sagte er am Donnerstag in Stuttgart beim Besuch des weltgrößten Autozulieferers Bosch. Man müsse das Anliegen zwar prüfen, doch dürfe es keine Wettbewerbsverzerrung geben.

Bosch-Vorstandschef Franz Fehrenbach warnte vor einem Eingriff des Staates bei Problemen von einzelnen Betrieben. "Der Staat darf nicht Reparaturbetrieb der Wirtschaft sein", sagte Fehrenbach. Dies dürfe nur in Ausnahmefällen wie bei der Rettung der Banken geschehen.

17.37 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag einen Teil seiner kräftigen Vortagsgewinne wieder eingebüßt. Börsianern zufolge fehlten positive Impulse zu Anschlusskäufen. Der Leitindex Dax ging mit minus 2,01 Prozent auf 4428 Zähler aus dem Handel, nachdem er am Vortag um 4,5 Prozent gestiegen war. Der MDax fiel um 2,11 Prozent auf 5066 Punkte. Der TecDax verlor 2,65 Prozent auf 482 Zähler.

17.16 Uhr: Der weltgrößte Kugellagerhersteller SKF (Kurswerte anzeigen) erwartet in den kommenden Monaten einen deutlichen Nachfragerückgang und streicht deshalb 1000 Stellen. Die Branche befinde sich in einem globalen, massiven und schnellen Abschwung, sagte SKF-Chef Tom Johnstone am Donnerstag. Im vierten Quartal fuhr der Schaeffler-Konkurrent mit einem Vorsteuergewinn von 1,11 Milliarden Kronen (rund 105 Millionen Euro) allerdings ein besseres Ergebnis ein, als von Analysten erwartet worden war.

Autofahrer steigen auf Motorroller um

16.11 Uhr - In wirtschaftlich schwierigen Zeiten erlebt der Motorroller eine Renaissance. Vor allem im Osten sind die Zulassungszahlen nach den Angaben der Motorrad Messe Leipzig in die Höhe geschnellt. Bei Kraftrollern über 125 Kubikzentimeter Hubraum stiegen die Zulassungszahlen 2008 bundesweit binnen Jahresfrist um 56,5 Prozent auf 13.691 Fahrzeuge. In Sachsen betrug das Plus 75,2 Prozent und in Sachsen-Anhalt 78 Prozent. In Brandenburg betrug das Plus sogar 111,7 Prozent und in Thüringen 103 Prozent. Bei kleinen Rollern unter 125 Kubik wurden bundesweit 31.180 Zweiräder zugelassen, 7,4 Prozent mehr als 2007.

16.05 Uhr: Mindestens eine Million Franzosen haben nach Schätzungen von Gewerkschaften am Donnerstag gegen die Wirtschaftspolitik von Präsident Nicolas Sarkozy protestiert. In Paris startete am Nachmittag ein riesiger Demonstrationszug. Bis zum Abend könnte die Zahl der Teilnehmer auf bis zu drei Millionen steigen, hieß es. Die Proteste sind demnach die größten seit dem Amtsantritt von Nicolas Sarkozy im Mai 2007.

15.31 Uhr: Die US-Aktien geben zum Handelsauftakt mehrheitlich nach. Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) fällt um 1,3 Prozent auf 8277 Punkte.

15.24 Uhr - Die Sparkassen kassieren in Folge der Finanzkrise ihr ehrgeiziges Renditeziel und setzen künftig wieder stärker auf mehr Marktanteile und eine höhere Kundenzufriedenheit. Das teilte Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis am Donnerstag in Berlin nach einer Vorständetagung der Sparkassen-Gruppe zur Geschäftsstrategie mit. Die bisherige Vorgabe einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 Prozent gelte nicht mehr und werde durch eine flexible "dynamische Mindestverzinsung" ersetzt, die sich am langjährigen Kapitalmarkt orientiere.

14.44 Uhr: Die Arbeitslosenzahl in den USA ist im Januar auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren gestiegen. Wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte, erhielten in der Woche bis zum 17. Januar saisonbereinigt 4,78 MillionenMenschen Arbeitslosenhilfe.

13.50 Uhr: Das Pharmarunternehmen AstraZeneca (Kurswerte anzeigen) ist nach einem Gewinnrückgang im vierten Quartal wenig optimistisch für das laufende Jahr. AstraZeneca stellte am Donnerstag bei Vorlage seines Quartalsberichts für 2009 einen stagnierenden Umsatz zu konstanten Wechselkursen in Aussicht. Zudem kündigte das Management der britisch-schwedischen Firma an, die Sparmaßnahmen im Konzern zu verstärken und weitere 6000 Stellen zu streichen. "Die Marktbedingungen waren niemals härter gewesen", sagte Konzernchef David Brennan.

Kodak streicht jede fünfte Stelle

13.10 Uhr: Der amerikanische Fotokonzern Eastman Kodak (Kurswerte anzeigen) streicht nach einem Quartalsverlust weltweit bis zu 4500 Stellen. Im laufenden Jahr sollen wegen der Wirtschaftskrise bis zu 18 Prozent aller Jobs im Konzern wegfallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im Schlussquartal 2008 stürzte Kodak unter dem Strich mit 137 Millionen Dollar ins Minus.

12.45 Uhr: Die Wirtschaftskrise fordert weitere Jobs. Mit dem Abbau von fast 7000 weiteren Arbeitsplätzen und der Schließung hunderter Filialen will sich die Kaffeehauskette Starbucks  Luft verschaffen. Bereits im vergangenen Sommer hatte der Kaffeebrauer die Streichung von 11.000 Stellen angekündigt, jetzt sollen bis September weltweit weitere 6700 Jobs abgebaut werden, teilte Konzernchef Howard Schultz auf der Website des Unternehmens mit.

Zudem streicht das kriselnde Internetportal AOL angesichts einbrechender Werbeumsätze rund 10 Prozent seiner Stellen. Die Sparte des US-Medienkonzerns Time Warner  baue insgesamt 700 Jobs ab, wie US-Medien unter Berufung auf eine interne Mitteilung des Unternehmens an die Mitarbeiter berichten. Der US-Autobauer Ford  schließlich plant offenbar einen Stellenabbau in seiner Finanzsparte. In den USA dürften 1200 der 6100 Stellen und damit rund jeder fünfte Arbeitsplatz bei Ford Motor Credit wegfallen, berichteten das "Wall Street Journal" und "Automotive News" unter Berufung auf eine Unternehmenssprecherin.

11.50 Uhr: Rund 56 Prozent ihrer Berater bewerten die Zukunft vieler deutscher Unternehmen positiv, wie eine Befragung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) ergeben hat. Die hiesigen Firmen besäßen eine hohe Wettbewerbsfähigkeit, die sie ausspielen könnten, wenn die Konjunktur wieder anziehe, sagte BDU-Präsident Antonio Schnieder. Allerdings führe die Krise in vielen Branchen zu einer Marktbereinigung. Profitieren würden Unternehmen, die in den Vorjahren ihre Eigenkapitalquote erhöht hätten und nun gezielt in Innovation und Wachstum investierten, sagte Schnieder.

11.25 Uhr: Die Stimmung der Unternehmer und Verbraucher in der Euro-Zone ist im Januar auf ein Rekordtief gefallen. Der Stimmungsindex sank auf 68,9 Punkte - das ist ein Minus von 1,5 Punkten, hat die Europäische Kommission heute mitgeteilt. Dies ist zugleich der tiefste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen Anfang 1985. In Deutschland sank die Stimmung mit minus 3,1 Punkten besonders kräftig, in Frankreich (minus 0,9) und Italien (minus 1,0 Punkte) hingegen nicht so stark.

Trichet will Zinsen weiter kappen

11.11 Uhr: In Deutschland gibt es Ökonomen zufolge keine Anzeichen für die Entwicklung einer Kreditklemme. Die Hürde für den Erhalt von Krediten habe sich im Januar nicht weiter erhöht, teilte das Münchener Ifo-Institut am Donnerstag unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage mit. Im verarbeitenden Gewerbe habe sich die Situation sogar leicht entspannt. Seit Sommer des vergangenen Jahres klagten zwar speziell große Industriefirmen über Kreditrestriktionen, doch hätten diese Beschwerden im Januar etwas abgenommen.

11 Uhr: Ford (Kurswerte anzeigen) plant offenbar einen Stellenabbau in seiner Finanzsparte. In den USA dürften 1200 der 6100 Jobs und damit rund jeder fünfte Arbeitsplatz bei Ford Motor Credit wegfallen, haben das "Wall Street Journal" und "Automotive News" berichtet. Der Abbau solle bis Juli über die Bühne gebracht werden, die ersten Kündigungen würden Mitte Februar rausgehen.

10.50 Uhr: Die staatliche KfW Bankengruppe erwartet nach dem Krisenjahr 2008 in diesem Jahr ein noch schlechteres Umfeld. "2008 war schwierig, 2009 wird ungleich schwieriger", sagte der Vorstandsvorsitzende der KfW Bankengruppe, Ulrich Schröder, am Donnerstag in Frankfurt. Nach den ersten neun Monaten 2008 hatte das Institut 1,8 Milliarden Euro Verlust ausgewiesen. "Das vierte Quartal ist nicht besser gelaufen als die Vorquartale, es war eher noch schwieriger", sagte Schröder.

10.30 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB)ist nach den Worten ihres Präsidenten Jean-Claude Trichet bereit, den Leitzins weiter zu kappen. Zusätzlich erwäge sie alternative geldpolitische Maßnahmen im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Bank hatte Mitte Januar den Leitzins für die Euro-Zone auf 2 Prozent reduziert, tiefer lag der Schlüsselzins nie in der rund zehnjährigen Geschichte der Währungsunion. Einige Topnotenbanker hatten zuletzt davor gewarnt, den Leitzins noch weiter zu senken.

9.30 Uhr: Der konjunkturelle Abschwung hat sich Ende vergangenen Jahres auf dem deutschen Arbeitsmarkt bemerkbar gemacht. Im Vergleich zum Vormonat waren im Dezember 246.000 Menschen weniger erwerbstätig. Dieser Rückgang ist laut Bundesbehörde zwar üblich, er fiel 2008 jedoch stärker aus als in anderen Jahren. Insgesamt waren im vergangenen Dezember 40,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik erwerbstätig. Das waren 0,9 Prozent mehr als im Dezember 2007.

Dax zum Handelsstart im Minus

9 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag mit Kursverlusten gestartet. Der Dax (Kurswerte anzeigen) gab in den ersten Handelsminuten 0,8 Prozent auf 4481 Punkte nach. Der MDax  mittelgroßer Werte verlor 0,66 Prozent auf 5141 Punkte und der TecDax  gab 0,69 Prozent auf 491 Zähler ab. Gefragt waren insbesondere die Aktien der Deutschen Börse , die 1,2 Prozent zulegten. Auf der Verliererseite im Dax standen dagegen die Finanzwerte. Postbank-Titel  beispielsweise gaben 2,7 Prozent ab. Am Vortag war der Leitindex Dax noch 4,5 Prozent nach oben geschossen.

8.55 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) schließt nicht aus, die Eigentümer der Hypo Real Estate (HRE ) zu enteignen, um die Bank komplett verstaatlichen zu können. Der "Berliner Zeitung" sagte Steinbrück: "Man kann nicht auf Dauer Milliardensummen in ein großes schwarzes Loch pumpen, ohne dass sich etwas verbessert. "Also müssen wir auch die Voraussetzungen für eine mögliche Verstaatlichung prüfen, um eine grundlegende Sanierung maßgeblich mitzubestimmen."

8.45 Uhr: Der japanische Elektronikkonzern Toshiba  hat im abgelaufenen Quartal einen operativen Verlust von umgerechnet 1,35 Milliarden Yen verbucht. Das Unternehmen warnte am Donnerstag zudem, man erwarte für das Geschäftsjahr bis März den ersten jährlichen Betriebsverlust seit sieben Jahren. Grund sei vor allem das schwache Chipgeschäft.

8.15 Uhr: Die US-Regierung steht offenbar vor neuen Milliardenausgaben. Der Aufbau einer "Bad Bank", um faule Wertpapiere der Banken aufzukaufen, könnte ein Volumen von einer bis zwei Billionen Dollar betragen. Da ein Großteil des ersten Bankenrettungsprogramms mit einem Volumen von 700 Milliarden Dollar schon ausgegeben oder für andere Zwecke verwendet worden sei, müsste die Regierung von US-Präsident Barack Obama beim Kongress neue Finanzmittel beantragen, schreibt das "Wall Street Journal" heute.

8 Uhr: Unicredit  findet wenig neue Investoren. Die Kapitalerhöhung der italienischen Bank ist bei den Anlegern auf wenig Resonanz gestoßen. Gezeichnet worden seien lediglich 0,48 Prozent der Bezugsrechte, die insgesamt für drei Milliarden Euro ausgegeben werden sollen, teilte die italienische Bank am Donnerstag mit.

7.30 Uhr: Der japanische Elektronikkonzern Sony  hat im dritten Quartal einen operativen Verlust erlitten. Das Minus betrug 17,96 Milliarden Yen, das sind umgerechnet rund 152 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Sony weiter seinen ersten Verlust seit 14 Jahren. In der vergangenen Woche hatte der Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März zusammengestrichen und einen operativen Verlust von 260 Milliarden Yen angekündigt. Sony will nun unter anderem weitere Stellen streichen.

6.40 Uhr: Vertreter des Autozulieferers Schaeffler und von Continental  haben mit Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und den Regierungschefs von Bayern, Horst Seehofer (CSU), und Niedersachsen, Christian Wulff (CDU), über Staatshilfen gesprochen. In den nächsten Wochen soll ein Konzept vorgelegt werden, das mit den wichtigsten beteiligten Banken abgesprochen ist.

6 Uhr: Nippon Steel (Kurswerte anzeigen) ist noch stärker von der Wirtschaftskrise betroffen als befürchtet. Der Konzern kappte seine Profiterwartungen für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr am Donnerstag um 36 Prozent. Das Unternehmen rechnet nur noch mit einem Vorsteuergewinn von umgerechnet 3 Milliarden Euro. Der zweitgrößte Stahlproduzent der Welt leidet besonders unter der Autokrise. Die wichtigen Kunden Toyota  , Honda  und Nissan  haben ihre Produktion gedrosselt - und kaufen entsprechend weniger Bleche.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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