Dow Chemical Ringen um Milliarden-Übernahme

Der US-Chemiekonzern Dow Chemical ist an der Übernahme des Spezialchemieanbieters Rohm & Haas weiter interessiert. Das Geschäft sei aber ohne eine stabile Finanzierung unmöglich, so Konzernchef Andrew Liveris. Rohm & Haas hatte Dow Chemical auf Einhaltung des rund 15 Milliarden Dollar teuren Kaufs verklagt.

New York - Dow Chemical  hatte die Übernahme, bei der sich die Amerikaner gegen den deutschen BASF-Konzern  durchgesetzt hatten, zuvor auf unbestimmte Zeit verschoben. Als Gründe nannte Dow Chemical die Wirtschaftskrise und das Platzen einer Milliarden-Finanzspritze aus Kuwait. Voraussetzung für den Kauf seien jetzt längere Laufzeiten der nötigen Bankenkredite von rund 13 Milliarden Dollar, sagte Dow-Chemical-Chef Andrew Liveris dem "Wall Street Journal" (Mittwoch). "Wie soll das Geschäft ohne Finanzierung überleben können?"

Angesichts der Probleme prüft Dow Chemical erstmals seit fast 100 Jahren auch eine Kürzung der Dividende. Liveris sagte der "Financial Times", er wolle mit Großaktionären einen solchen Schritt beraten. Noch vor kurzem hatte er eine Kürzung kategorisch ausgeschlossen.

Die Wettbewerbsbehörden hatten die Übernahme von Rohm & Haas bereits vergangene Woche genehmigt, sie sollte bis zum Dienstag abgeschlossen sein. Ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware will nun laut Rohm & Haas erstmals Anfang März den Streitfall verhandeln.

Liveris kündigte an, Dow Chemical werde nächste Woche zu der Klage schriftlich Stellung nehmen. Der Konzernchef zeigte laut "Wall Street Journal" Verständnis für das juristische Vorgehen von Rohm & Haas, wollte sich aber nicht inhaltlich dazu äußern.

Kuwait hatte im Dezember 2008 sein geplantes Engagement bei einem Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Chemical wegen der Finanzkrise abgesagt. Der Ölstaat wollte ursprünglich rund 7,5 Milliarden Dollar investieren. Mit dem Geld wollte Dow Chemical wiederum einen Teil der Übernahme von Rohm & Haas finanzieren.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.