Währungsunion Strauss-Kahn für Wirtschaftsregierung

Der Chef des Internationalen Währungsfonds hat die Euro-Staaten aufgefordert, ihre Wirtschaftspolitik untereinander abzustimmen. Werde so national weitergemacht wie bisher, drohe der Währungsunion Schaden, glaubt Dominique Strauss-Kahn. Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Euro-Staaten drohten, zu groß zu werden.

Hamburg - Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor Spannungen in der europäischen Währungsunion. "Die Euro-Zone braucht mehr wirtschaftspolitische Koordination, sonst werden die Unterschiede zwischen den Staaten zu groß, und die Stabilität des Währungsraums ist in Gefahr", sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn der "Zeit".

Gerate eines der 16 Euro-Länder in ernste Schwierigkeiten, müsse es durch Finanzhilfen gestützt werden. Der IWF würde diese Aufgabe übernehmen, "wenn er gebraucht wird". Strauss-Kahn erwartet aber, "dass die Europäer dieses Problem selbst lösen würden".

Bislang lehnen es Spitzenpolitiker vieler Länder sowie die Europäische Zentralbank ab, Krisenstaaten in der Währungsunion zu unterstützen. Strauss-Kahn forderte zugleich eine neue Rettungsrunde für die Banken: "Es wird keine wirtschaftliche Erholung geben, solange die Banken immer neue Verluste anhäufen. Die Regierungen müssen die Banken sanieren".

In Deutschland und anderen Staaten wird derzeit über eine "Bad Bank" diskutiert, in der Krisenpapiere von angeschlagenen Banken gebündelt werden

manager-magazin.de mit Material von reuters

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