Kfz-Steuer Große Spritfresser stärker belastet

Nach mehrjährigem Ringen in Regierung und Parteien ist der Weg für eine neue, umweltgerechtere Kfz-Steuer frei. Danach werden Besitzer umweltfreundlicher und spritsparender Fahrzeuge entlastet, nicht aber die Besitzer besonders großer Wagen.

Berlin - Die Koalition verständigte sich am Montagabend nach Mitteilung des Finanzministeriums auf eine verstärkte Ausrichtung am Kohlendioxid(CO2)-Ausstoß der Autos. Damit die Steuer nun noch wie geplant im Juli in Kraft treten kann, will das Bundeskabinett sie am Dienstag billigen. Mit der Umstellung soll auch der schwächelnden Autoindustrie geholfen werden, da die Unsicherheit über die Steuer viele Menschen vom Kauf abgehalten hatte.

Das Ministerium betonte, mit der jetzt gefundenen Regelung bleibe es im Finanzierungszeitraum bis 2014 bei Mindereinnahmen gegenüber der jetzigen Kfz-Steuer von insgesamt 1,82 Milliarden Euro. Die Steuer kommt bislang den Ländern zu, jedoch ist geplant, die Einnahmen künftig gegen eine Entschädigung für die Länder dem Bund zukommen zu lassen.

Noch in der vergangenen Woche waren Vorschläge aus dem Bundesfinanzministerium unter anderem auf Widerstand im Umweltministerium gestoßen, da danach nicht nur Kleinwagen, sondern besonders schwere Geländewagen entlastet worden wären.

Entlastung für VW Golf

Das nun gefundene Modell ist demgegenüber leicht verändert und belastet große Spritfresser stärker. Es ist aber weiter eine Mischung aus der früheren Steuer nach Hubraum und einer CO2-Abgabe und gilt nur für Neuwagen: Je 100 Kubikzentimeter sind dann bei Benzinern 2 Euro fällig, bei Diesel-Fahrzeugen 9,50 Euro. Auf die zuletzt diskutierte Obergrenze, die schwere Wagen entlastet hätte, wurde verzichtet.

Darüber hinaus muss für jedes Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer noch einmal 2 Euro bezahlt werden, sofern der Wagen die Grenze von 120 Gramm überschreitet. Dies gilt für Diesel wie Benziner.

Ein VW-Golf mit 1,4 Liter Hubraum wird als Benziner so künftig mit 86 Euro statt 94 Euro pro Jahr besteuert. Ein schwerer Audi A8 kostet als Diesel nun 657 Euro statt 648 Euro. Und der Besitzer eines schweren Geländewagens Q7 von Audi zahlt weiter wie bisher 926 Euro Steuern im Jahr.

Als Begründung für die Koppelung von CO2-Ausstoß und Hubraum werden in der Koalition soziale Gründe genannt. Bei einer reinen Orientierung am Schadstoffausstoß wären die vor allem von Familien genutzten Mittelklasse-Wagen stärker als bisher besteuert worden, hieß es. Deutsche Hersteller sind in der Mittelklasse zudem besonders stark vertreten.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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