Big Pharma Pfizer kauft Wyeth für 68 Milliarden Dollar

Mitten in der Finanzkrise macht der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer einen Megadeal perfekt. Der Viagra-Hersteller übernimmt den Konkurrenten Wyeth - für einen Kaufpreis, der nicht nur in der Rezession gigantisch anmutet.

New York - Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer  kauft den Konkurrenten Wyeth  für 68 Milliarden Dollar. Es ist eine der größten Firmenübernahmen seit Jahren und die bedeutendste seit dem Ausbruch der Finanzkrise. Die zwei US-Unternehmen gaben das Geschäft am Montag in New York bekannt.

Pfizer bezahlt den Kaufpreis für den Biotechnologiespezialisten Wyeth in einer Kombination aus Bargeld und Aktien. Gemeinsam kommen die zwei Pharmakonzerne auf einen Jahresumsatz von rund 75 Milliarden Dollar.

Im Zuge der Übernahme sollen rund 10 Prozent der Stellen wegfallen. Die beiden Konzerne beschäftigten zuletzt weltweit insgesamt mehr als 130.000 Mitarbeiter.

Pfizer steht wie auch andere Pharmariesen schwer unter Druck durch konkurrierende billigere Nachahmermedikamente (Generika). Mit dem Kauf von Wyeth bekommt Pfizer Zugang zu neuen Mitteln und Geschäftsfeldern. In der Krise waren die Banken nicht mehr bereit, die für solche Geschäfte nötigen Milliardenkredite zu vergeben. Für den Wyeth-Kauf habe sich Pfizer eine Finanzierung von 22,5 Milliarden Dollar sichern können, hieß es bereits zuvor.

Pfizer hat im vierten Quartal den Gewinn vor Sonderposten stärker gesteigert als erwartet. Vor Belastungen unter anderem wegen des Konzernumbaus und der Beilegung von Rechtsstreitigkeiten sei er von 3,4 Milliarden Dollar auf 4,4 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag in New York mit. Je Aktie seien dies 0,65 (Vorjahr: 0,50) Dollar.

Experten hatten mit einem geringeren Gewinn gerechnet. Wegen der Belastungen aus dem Verkauf sank der Gewinn unter dem Strich um 90 Prozent auf 266 Millionen Dollar. Der Umsatz sei im vierten Quartal um 4 Prozent auf 12,35 Milliarden Euro gesunken. Hier hatten die Analysten mehrheitlich einen höheren Wert erwartet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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