Krisenticker Unternehmen streichen 68.000 Jobs

Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama haben in einem Telefongespräch eine Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Finanzkrise vereinbart. Der IWF dürfte seine jüngste Konjunkturprognose in Kürze erneut eindampfen. Die Wall Street schließt im Plus. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.15 Uhr: Immer mehr Unternehmen versuchen, mit Stellenstreichungen die Finanzkrise zu überstehen. Allein am heutigen Montag kündigten sechs Unternehmen an, insgesamt 68.000 Jobs zu streichen. Das Bauunternehmen Caterpillar  trennt sich von 20.000 Mitarbeitern, während der Pharmariese Pfizer  im Zuge der Übernhame von Wyeth  insgesamt 26.000 Stellen streichen will.

Hinzu kommen 8000 gestrichene Stellen bei der Telekomgesellschaft Sprint Nextel  und 7000 Entlassungen bei der Baumarktkette Home Depot . Der Landmaschinenhersteller Deere entlässt rund 700 Mitarbeiter, während der niederländische Finanzkonzern ING  sich von rund 7000 Mitarbeitern trennen will. Eine düstere Bilanz nach einem düsteren Börsenmonat

22.05 Uhr: Durchatmen an der Wall Street. Nach einer Berg- und Talfahrt schließt der Dow Jones  0,5 Prozent fester bei 8116 Zählern, nachdem er im frühen Handel knapp 2 Prozent zugelegt hatte.

Der Nasdaq Composite  beendet die Sitzung mit 0,8 Prozent Zuwachs. Der marktbreite S&P 500 legt bis Handelsschluss um 0,6 Prozent auf 836 Punkte zu.

20.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama haben die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise betont. Die Krise habe im Mittelpunkt eines ausführlichen und freundschaftlichen Telefonats Merkels mit Obama gestanden, teilte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montagabend in Berlin mit. Es war das erste Telefonat zwischen beiden Politikern nach der Amtseinführung Obamas am vergangenen Dienstag.

Weitere Themen des Gesprächs waren laut Wilhelm der NATO-Gipfel in Straßburg/Kehl Anfang April, die Lage in Afghanistan und im Nahen Osten sowie der Klimawandel. Der Präsident und die Bundeskanzlerin seien sich einig über die Notwendigkeit einer engen transatlantischen Kooperation.

20.10 Uhr: Frankreich will den Flugzeugbuer Airbus beim Verkauf seiner Flugzeuge helfen. Bis zu fünf Milliarden Euro sollen dazu an die Banken gegeben werden, um die Finanzierung vom Flugzeugkäufen zu fördern, wie die Regierung am Montag in Paris mitteilte. Handelsministerin Anne-Marie Idrac verteidigte das Vorhaben. Der Wettbewerb werde nicht behindert, und der Staat gebe kein Geld direkt an die EADS-Tochter Airbus, sagte sie. Ein Airbus-Sprecher begrüßte den Schritt.

19.55 Uhr: Ernüchterung an der Wall Street. Der Dow Jones  dreht nach schwungvollem Beginn erneut ins Minus. Sollte sich der Index im späten Handel nicht erholen, dürfte auch der Dax  am morgigen Dienstag wieder in Deckung gehen.

18.30 Uhr: Nach mehrjährigem Ringen in Regierung und Parteien ist der Weg für eine neue, umweltgerechtere Kfz-Steuer frei. Die Koalition verständigte sich am Montagabend auf eine verstärkte Ausrichtung am Kohlendioxid(CO2)-Ausstoß der Autos. Danach werden Besitzer umweltfreundlicher und spritsparender Fahrzeuge entlastet, nicht aber die Besitzer besonders großer Wagen. Damit die Steuer nun noch wie geplant im Juli in Kraft treten kann, will das Bundeskabinett sie am Dienstag billigen. Mit der Umstellung soll auch der schwächelnden Autoindustrie geholfen werden, da die Unsicherheit über die Steuer viele Menschen vom Kauf abgehalten hatte.

17.45 Uhr: Der Dax  schließt mit 3,5 Prozent im Plus bei 4326 Punkten. Händler verweisen nach dem Ausverkauf der vergangenen drei Wochen auf eine überfällige Gegenreaktion, bezweifeln aber, dass die Erholung lange hält. Der Dow Jones  notiert zum Xetra-Schluss mit 1,2 Prozent im grünen Bereich. In den vergangenen drei Wochen hatte der Dax rund 20 Prozent an Wert verloren.

17.00 Uhr: Ausgeprägte Rezessionen in wichtigen Volkswirtschaften und die globale Finanzkrise dürften das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr praktisch zum Erliegen bringen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus Kreisen der G20 erfuhr, rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2009 nur noch mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. Die bisherige Prognose, die der IWF noch im November und damit bereits inmitten schwerer Börsenturbulenzen abgegeben hatte, lag bei 2,2 Prozent.

16.15 Uhr: Mit den Kursgewinnen an der Wall Street gewinnt auch die Erholung am deutschen Aktienmarkt deutlich an Fahrt. Der Dax  legt um 185 Zähler (4,5 Prozent) zu und notiert wieder klar über 4300 Punkten. Händler sprechen von einer Verzweiflungsrally, nachdem der Dax in den vergangenen 3 Wochen knapp 20 Prozent an Wert verloren hatte.

In Deutschland gehören vor allem die gebeutelten Bankentitel zu den größten Gewinnern: Sie verzeichneten Kursgewinne zwischen 5 und 10 Prozent. Aktien der britischen Bank Barclays schossen sogar um rund 60 Prozent in die Höhe, nachdem das Unternehmen in einem offenen Brief nach Ansicht der Börsianer "Stärke" gezeigt und die Investoren beruhigt hat.

15.45 Uhr: Der Dax  legt kurz nach Handelsbeginn an der Wall Street um 2,4 Prozent auf 4275 Zähler zu, nachdem er um die Mittagszeit um die Nullinie gependelt hatte. Auch die Wall Street dreht in die Gewinnzone.

15.35 Uhr: Die US-Börsen eröffnen kaum verändert. Sowohl Dow Jones als auch Nasdaq Composite pendeln um den Vorwochenschluss: Als Belastung wirken die Stellenstreichungen bei Caterpillar, bei Nextel sowie die Zahlen der Fast-Food-Kette McDonald's . Pro Tag hätten weltweit mehr als 58 Millionen Menschen ein McDonald's-Restaurant besucht, erklärte Unternehmenschef Jim Skinner. Die Wirtschaftskrise machte aber auch der Fastfood-Kette zu schaffen. In den letzten drei Monaten des Jahres 2008 ging der Gewinn um 23 Prozent auf 985 Millionen Dollar zurück - im Vorjahresquartal waren es noch 1,273 Milliarden gewesen.

14.30 Uhr: Der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel ist am Montag vom Landgericht Bochum zu einer Bewährungsstrafe von 2 Jahrenverurteilt worden. Außerdem wird gegen Zumwinkel eine Geldauflage von einer Million Euro verhängt. Zumwinkel hatte vor Gericht gestanden, zwischen 2002 und 2006 knapp 970.000 Euro Steuern über eine Stiftung in Liechtenstein hinterzogen zu haben.

13.52 Uhr: Der amerikanische Baumaschinen-Spezialist Caterpillar  streicht angesichts eines erwarteten Geschäftseinbruchs 20.000 Arbeitsplätze. Das Unternehmen stellt sich für das laufende Jahr auf einen Umsatzrückgang von bis zu 30 Prozent ein. Die weitere Entwicklung in der Wirtschaftskrise sei derzeit nicht vorherzusehen, deswegen sollen die Kosten massiv gesenkt werden, erklärte Caterpillar am Montag. Im Schlussquartal 2008 fiel der Gewinn um fast ein Drittel auf 661 Millionen Dollar. Der Umsatz legte um 6,4 Prozent auf 12,92 Milliarden Dollar zu.

13.24 Uhr: Trotz der Wirtschaftskrise hat Frankreich im vergangenen Jahr einen Rekord bei Unternehmensgründungen verzeichnet. 2008 seien 325.700 Firmen geschaffen worden und damit 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Hervé Novelli der Zeitung "Le Figaro". Besonders viele Unternehmensgründungen habe es in den Bereichen Haushaltshilfen, Altenpflege, Kosmetiker, Frisöre sowie Firmendienstleistungen gegeben.

13.21 Uhr: Der britische Hypothekenmarkt hat sich zum Jahresende 2008 auf niedrigem Niveau stabilisiert. Insgesamt genehmigten die Banken im Dezember 22.051 Hypothekenanträge von Bauherren, wie der britische Bankenverband am Montag mitteilte. Im November war die Zahl der Genehmigungen auf ein Rekordtief von 17.339 gesunken. Trotz der leichten Erholung ist Experten zufolge noch keine Trendwende in Sicht.

12.20 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) notiert gegen Mittag rund ein Prozent im Plus bei gut 4210 Punkten.

11.50 Uhr: Im Kampf gegen die Finanzkrise hat der britische Premierminister Gordon Brown einen internationalen Bankengipfel einberufen. Er lade die Chefs der größten internationalen Banken zu Gesprächen vor dem G20-Gipfel im April ein, sagte Brown am Montag in London. Die 20 größten Industrie- und Schwellenländer treffen sich Anfang April in London, um über die Finanzkrise zu beraten.

11.13 Uhr: Die Führungsriege des Bankenrettungsfonds Soffin ist wieder komplett: Der frühere Vorstandschef der Norddeutschen Landesbank (Nord LB), Hannes Rehm, rückt an die Spitze des dreiköpfigen Soffin-Leitungsausschusses. Wie das Bundesfinanzministerium am Montag mitteilte, wird zudem der frühere Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Christopher Pleister, in das Gremium berufen. Zuvor waren Soffin-Chef Günther Merl und Ex-Sparkassenmanager Karlheinz Bentele zurückgetreten. Der Soffin verwaltet Staatshilfen für Finanzinstitute von 480 Milliarden Euro.

US-Geschäftsklima düster wie seit 27 Jahren nicht

11.00 Uhr: Das Geschäftsklima in der rezessionsgeplagten US-Wirtschaft ist einer Umfrage zufolge auf das niedrigste Niveau seit 27 Jahren gesunken. Fast die Hälfte der 105 Befragten berichteten über eine rückläufige Nachfrage nach Dienstleistungen und Gütern in ihrer Branche oder Firma, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Ökonomen-Verbandes National Association for Business Economics (Nabe) hervorgeht.

Eine derart negative Einschätzung der Lage hat es seit Beginn der Befragung 1982 noch nicht gegeben. Die wirtschaftliche Talfahrt hat sich demnach im Schlussquartal 2008 beschleunigt. Wegen der Nachfrageflaute und der Kreditklemme strichen viele Firmen ihre Investitionspläne zusammen und bauten Stellen ab.

10.53 Uhr: US-Präsident Barack Obama will die heimische Autoindustrie zur Produktion umweltfreundlicherer Autos anhalten. Obama wolle es Kalifornien und 13 weiteren US-Bundesstaaten erlauben, den Autoherstellern eigene Vorgaben für den Schadstoffausstoß und Spritverbrauch von Fahrzeugen zu machen, berichtete die "New York Times". Die Autohändler in den USA rechnen 2009 mit einem weiteren Katastrophenjahr.

Obama wolle am Montag die US-Umweltschutzbehörde EPA anweisen, unverzüglich an der Arbeit für eine Richtlinie zu beginnen, die den US-Staaten eigene Vorgaben für die Autobauer gestattet, berichtete die Zeitung. Die Behörde hatte Ende 2007 einen Antrag abgelehnt, in dem Kalifornien um Erlaubnis für die Einführung strengerer Gesetze zum Ausstoß von Autoabgasen als auf Bundesebene gebeten hatte. Kalifornien gilt unter den US-Staaten als Vorreiter in Sachen Umweltschutz.

10.04 Uhr: Der japanische Autohersteller Toyota  rechnet im laufenden Jahr einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Rückgang seiner weltweiten Produktion um 20 Prozent. 2009 sollten nur noch 6,5 Millionen Fahrzeuge hergestellt werden, nach geschätzten 8,2 Millionen im abgelaufenen Jahr, berichtete die Zeitung "Chunichi" am Montag. Dies wäre das geringste Volumen seit 2003 und 2004. Das Ziel von sieben Millionen verkauften Fahrzeugen solle durch den Abbau von Halden erreicht werden.

09.07 Uhr: Die Negativnachrichten aus der Bankenszene lassen Investoren in Frankfurt nicht unbeeindruckt. Der Dax  liegt zum Handelsstart mit 4155 Punkten 0,5 Prozent unter dem Schlussstand vom Freitag.

08.54 Uhr: Die britische Großbank Barclays will die Vorlage ihrer Zahlen vorziehen. Insgesamt sei das Unternehmen gut finanziert und profitabel, hieß es am Montag in einem offenen Brief an die Aktionäre. Das Unternehmen habe Kapitalreserven von 36 Milliarden Pfund (rund 37,9 Milliarden Euro). Da die Aktionäre aber so schnell wie möglich detaillierte Zahlen sehen wollten, würden diese nun am 9. Februar veröffentlicht. Bislang war die Veröffentlichung für den 17. Februar vorgesehen.

Börsen in Tokio schließen schwach

08.17 Uhr: Der niederländische Finanzkonzern ING  ist wegen der anhaltenden Finanzkrise im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht und erhält nun staatliche Hilfe. Nach einem Verlust von 3,3 Milliarden Euro im vierten Quartal habe für das Gesamtjahr unter dem Strich ein Minus von 400 Millionen Euro gestanden, teilte der Konzern am Montag in Amsterdam nach vorläufigen Berechnungen mit. Sowohl die Banksparte als auch der Versicherungsbereich verbuchten im Schlussquartal wegen hoher Abschreibungen auf toxische Wertpapiere Milliardenverluste.

Zudem werden angesichts der Belastungen durch die Kreditkrise rund 7000 Arbeitsplätze gestrichen. Dadurch sollen die Kosten um eine Milliarde Euro reduziert werden.

Wegen der "außerordentlichen Entwicklungen der vergangenen Monate" und aus persönlichen Gründen tritt ING-Chef Michel Tilmant zurück, wie die Bank weiter mitteilte. Sein Nachfolger wird demnach Aufsichtsratschef Jan Hommen.

07:22 Uhr: Die Aktienbörsen in Tokio haben am Montag mit Verlusten geschlossen. Vor der Veröffentlichung einer ganzen Reihe von Geschäftszahlen in dieser Woche hielten sich die Händler eher zurück. Viele Börsen in Asien blieben wegen des chinesischen Neujahrsfests geschlossen. Im fernöstlichen Devisenhandel gab der Euro zum Dollar leicht nach. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index  lag zum Handelsende 0,81 Prozent im Minus bei 7682 Punkten. Dies war der niedrigste Schlussstand seit fast drei Monaten.

07.13 Uhr: Der niederländische Elektronikkonzern Philips  ist gegen Ende des Jahres schwer von der Wirtschaftsflaute erwischt worden. Abschreibungen auf Firmenwerte und im kleineren Maße ein Steuereffekt ließen im Schlussquartal einen Verlust von 1,470 Milliarden Euro auflaufen, wie Philips am Montag in Amsterdam mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Überschuss von 1,398 Milliarden Euro verbucht, was allerdings im Wesentlichen von einem Anteilsverkauf herrührte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel von plus 579 Millionen auf minus 1,072 Milliarden Euro, der Umsatz von 8,365 auf 7,623 Milliarden Euro. Angesichts der schwierigen Marktbedingungen traut sich das Management noch keine genaue Prognose für das laufende Jahr zu.

07.06 Uhr: Die Deutsche Bundesbank ist optimistisch, dass es im laufenden Jahr keinen gravierenden Umbruch am Arbeitsmarkt geben wird. Bundesbank-Präsident Axel Weber sagte der "Bild"-Zeitung , dass er von einer weitgehend stabilen Entwicklung der Beschäftigungslage ausgehe: "Ich rechne nicht damit, dass die Arbeitslosenzahlen 2009 dramatisch ansteigen." Alle Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre seien übertrieben, erklärte Weber.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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