Allianz Eine Bank für Privatkunden

Die Allianz will in knapp drei Monaten mit einer Bank unter eigener Marke antreten. "Im April dürften wir startklar sein", sagte Deutschland-Chef Gerhard Rupprecht. Keimzelle für die Privatkundenbank wird die Oldenburgische Landesbank, die nach dem Verkauf der Dresdner Bank beim Münchener Versicherungskonzern verblieben war.

Berlin - Der Münchener Versicherungskonzern Allianz  wird nach dem Verkauf der Dresdner Bank mit einem eigenen Finanzinstitut auf den Markt gehen. "Im April dürften wir startklar sein", sagte der Allianz-Deutschland-Vorstandsvorsitzende Gerhard Rupprecht der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe). Keimzelle dafür werde die Oldenburgische Landesbank (OLB) sein, die künftig die mehr als 10.000 Allianz-Agenturen mit Bankprodukten versorgen solle.

"Wir werden aber eine Marke Allianz auch im Bankgeschäft einführen", sagte Rupprecht. Es werde künftig zum Beispiel ein Allianz Girokonto oder einen Allianz Kredit geben. Die OLB war bisher eine Tochter der Dresdner Bank, verblieb aber nach dem Verkauf dieses Instituts an die Commerzbank  beim Allianz-Konzern.

Die Bank der Allianz werde rund eine Million ehemalige Dresdner Bank-Kunden, die bei der Allianz geblieben seien, sowie die derzeitigen OLB-Kunden betreuen, sagte ein Allianz-Sprecher am Sonntag auf Anfrage. Derzeit befinde sich das Dax-Unternehmen noch in den Vorbereitungen für den Aufbau eines eigenen Finanzinstituts unter der Marke Allianz.

Bei dem vor zweieinhalb Jahren angekündigten Umbau des deutschen Versicherungsgeschäfts fallen Rupprecht zufolge weniger Arbeitsplätze weg als geplant. "Wir werden nun nur 5450 Arbeitsplätze abbauen müssen", sagte er. Zunächst hatte die Allianz einen Abbau von 5700 Stellen vorgesehen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre mache es aber möglich, mit weniger Streichungen auszukommen.

Mit diesem Umbau sei der Konzern schneller vorangekommen als erwartet. "Knapp 90 Prozent des geplanten Stellenabbaus haben wir hinter uns, und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Rest in diesem Jahr schaffen", sagte Rupprecht. 4850 Stellen hätten die Mitarbeiter das Unternehmen bereits verlassen oder entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp