Abwrackprämie Keine Stütze für Fernost

Die CSU fordert eine Überarbeitung der Abwrackprämie, falls von dem Bonus hauptsächlich ausländische Autobauer profitieren sollten. "Unser Konjunkturpaket soll Arbeitsplätze in Deutschland sichern und nicht in Fernost", sagte CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg. Auch von anderer Seite regt sich Kritik.

Berlin - Sollte sich herausstellen, dass von der Prämie ausländische Hersteller zusätzlich profitierten, "müssen wir nachsteuern", sagte CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Zur Stützung der Autoindustrie hatte die Regierung unter anderem eine Abwrackprämie beschlossen, um den Verkauf von Neuwagen anzukurbeln.

Die Prämie von 2500 Euro kann für einen Neu- oder Jahreswagen beantragt werden, wenn der Käufer seinen mindestens neun Jahre alten Wagen verschrotten lässt. Kritiker der Regelung verweisen darauf, dass vor allem ausländische Hersteller davon profitieren dürften, da sie mehr billige Kleinwagen im Angebot hätten als deutsche Hersteller.

Auch von anderer Seite mehrt sich die Kritik. Durch die Prämie würden bislang als langlebig geltende Qualitätsautos aus Deutschland zur Wegwerfware erklärt, sagte der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, der "Automobilwoche". Dies sei verheerend für den Ruf der deutschen Autobauer.

Die Grünen forderten zudem, dass die Prämie an den Kauf eines besonders schadstoffarmen Autos gekoppelt sein müsse. Man könne hier 120 Gramm Kohlendioxid je Kilometer als Grundlage festlegen, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Jürgen Trittin, der "Thüringer Allgemeine".

Trittin warf der Bundesregierung eine Verhöhnung des Parlaments vor. Zwar habe sie auf ihrer Internetseite die Abwrackprämie bereits inseriert. "Es gibt bis heute aber weder einen Nachtragshaushalt noch ein anderes einschlägiges Gesetz, mit dem der Bundestag sich beschäftigt hat. Die Regierung verspricht Geld, das der Bundestag ihr noch gar nicht bewilligt hat."

Bei den Autohändlern hat die Prämie eine deutlich gestiegene Nachfrage ausgelöst. "Bei unseren Händlern ist jede Menge los. Die Interessenten kommen in Scharen", sagte der Chef von Ford Deutschland, Bernhard Mattes, der "Automobilwoche". Audi-Chef Rupert Stadler sprach in der Zeitung von einem positiven psychologischen Effekt für die gesamte Industrie, der nicht zu unterschätzen sei.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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