Montag, 19. August 2019

Krisenticker Bentley macht sieben Wochen Pause

6. Teil: Bei Banken sprießen "Nottriebe"

12.31 Uhr: Die Monopolkommission hat die Bundesregierung vor zu heftigen Eingriffen in die Wirtschaft gewarnt. Die aktuelle Tendenz zu wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die mit den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft unvereinbar erschienen, werde "mit großer Sorge" verfolgt. Dabei werde nicht in Frage gestellt, dass staatliche Eingriffe zur Ankurbelung der Konjunktur und zur Rettung der Banken seit Herbst 2008 erforderlich waren, um einen Beitrag zur Stabilisierung des nationalen und internationalen Wirtschafts- und Finanzsystems zu leisten.

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11.56 Uhr: Brüssel hat eine Garantie des deutschen Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin) von 6,7 Milliarden Euro zugunsten der Sicherungseinrichtungsgesellschaft deutscher Banken (SdB) gebilligt. Die Garantie ist notwendig, um eine beträchtliche Störung im Wirtschaftsleben Deutschlands zu vermeiden und die Stabilität des Bankensektors im Land zu sichern. Das teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit.

11.00 Uhr: Der Dax Börsen-Chart zeigen baut seine Gewinne auf mehr als 2 Prozent aus. Insbesondere Finanztitel legen teilweise um rund 10 Prozent zu - nach dem jüngsten Ausverkauf in der Branche ist das jedoch für Anleger nur ein schwacher Trost. Seit Ende 2007 haben Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank zwischen 80 und 90 Prozent ihrer Börsenbewertung verloren - ein beispielloser Niedergang. "In der Natur nennt man so etwas Nottriebe", kommentierte ein Börsianer die jüngste Erholung der Kurse.

10.57 Uhr: Die Aussichten für die Konjunktur im Euroraum bleiben nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) auch für die nächsten Monate trüb. Die Notenbank gehe davon aus, "dass die globale Wirtschaftsschwäche und die sehr gedämpfte Binnennachfrage in den kommenden Quartalen anhalten werden", heißt es im Monatsbericht der EZB für Januar, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Spannungen an den Finanzmärkten wirkten sich weiterhin auf die Realwirtschaft aus.

10.45 Uhr: Wegen der Finanzkrise erhält der belgische Bank- und Versicherungskonzern KBC eine zweite staatliche Milliardenspritze. Die zwei Milliarden Euro kommen von der flämischen Regionalregierung, die im Gegenzug eine Beteiligung ohne Stimmrechte erhält, teilte KBC am Donnerstag in Brüssel mit. Darüber hinaus seien 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt worden, die KBC "bei Bedarf" abrufen könne. Wie seine Konkurrenten auf dem Banken- und Versicherungsmarkt, Fortis und Dexia, hatte KBC bereits im vergangenen Herbst milliardenschwere Staatshilfe erhalten.

9.29 Uhr: Singapur hat im Kampf gegen die tiefe Rezession ein Konjunkturpaket im Umfang von 20,5 Milliarden Singapur-Dollar (10,5 Mrd Euro) angekündigt. Damit sollen unter anderem Arbeitsplätze durch direkte Gehaltssubventionen erhalten werden, kündigte Finanzminister Tharman Shanmugaratnam an Donnerstag im Parlament an. Zusätzlich werden neue Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst geschaffen und erhebliche Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit fließen.

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