Donnerstag, 22. August 2019

Regierungsprognose Tiefste Rezession der Republik

Vieles aus den Konjunkturprognosen der Bundesregierung, die heute vorgelegt wurden, war vorab bekannt. Doch der Bericht enthält manch interessantes Detail mit großer Wirkung: Zum Beispiel die Neuordnung der Finanzaufsicht.

Berlin - Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturprognosen wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise drastisch nach unten korrigiert. Das geht aus dem neuen Jahreswirtschaftsbericht mit dem Titel "Konjunkturgerechte Wachstumspolitik" hervor, den das Kabinett am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen verabschiedete.

Bericht der Regierung: Rezession anerkannt, Kontrollen angekündigt
Bericht der Regierung: Rezession anerkannt, Kontrollen angekündigt
"Deutschland befindet sich in einer tiefen Rezession", heißt es darin. Die Deutsche Wirtschaft stehe vor seiner größten Herausforderung seit der Wiedervereinigung. Die Regierung rechnet nun mit einem Schrumpfen der Wirtschaftleistung im laufenden Jahr um 2,25 Prozent. Das wäre der stärkste Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik.

Bislang war offiziell noch von einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent ausgegangen worden. Auch am Arbeitsmarkt werde sich die Rezession deutlich negativ bemerkbar machen, heißt es in dem Bericht. Allerdings werde der Beschäftigungsabbau 2009 wohl weniger drastisch ausfallen als in früheren Abschwungphasen. Die Regierung rechnet nunmehr im Jahresdurchschnitt mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um rund 250.000. Das ergäbe eine Gesamtzahl von rund 3,5 Millionen Arbeitlosen, die allerdings in dem Bericht nicht explizit genannt wird. Die Arbeitslosenquote würde entsprechend auf 8,4 Prozent und damit um 0,6 Punkte steigen.

Deutlicher fällt der Einbruch beim Vergleich der Daten für das vierte Quartal 2008 mit der Prognose für das Schlussquartal 2009 aus: Hier würde sich dem Bericht zufolge ein Zuwachs der Arbeitslosenzahl um 500.000 ergeben.

Positive Nachrichten für die Verbraucher birgt der Bericht bei der Preisentwicklung: Angesichts des Rückgangs der Energiepreise rechnet die Regierung für dieses Jahr bei den Verbraucherpreisen lediglich noch mit einem minimalen Anstieg um 0,5 Prozent nach 2,6 Prozent in 2008. Stark abwärts wird es dagegen der Prognose zufolge vor allem mit den Investitionen gehen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung