Stategische Allianz Fiat übernimmt 35 Prozent an Chrysler

Jetzt ist es offiziell: Der italienische Autobauer Fiat und der US-Hersteller Chrysler schmieden eine strategische Allianz. Eine entsprechende Vereinbarung haben beide Autobauer bereits unterzeichnet. Allerdings ist das Ganze noch nicht bindend. Die Fiat-Aktie legt zu.

New York/Rom - Der italienische Autobauer Fiat  und der strauchelnde US-Hersteller Chrysler schmieden eine strategische Partnerschaft. Beide Seiten unterzeichneten am Dienstag eine entsprechende Rahmenvereinbarung. Wie Chrysler weiter mitteilte, soll Fiat zunächst eine 35-prozentige Beteiligung an dem US-Autobauer übernehmen. Bareinlagen Fiats bei Chrysler sind den Angaben zufolge zunächst nicht geplant, auch für die Zukunft gebe es keine Verpflichtung zu einer Finanzierung Chryslers.

An der Börse wurde die Fiat-Aktie zeitweise vom Handel ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme legte sie 5,3 Prozent auf 4,7175 Euro zu.

Durch die Zusammenarbeit erhalte Chrysler Zugang zu Fiats Fahrzeugplattformen. Die frühere Daimler-Tochter Chrysler gehört mittlerweile der Beteiligungsgesellschaft Cerberus. Der Stuttgarter Autobauer Daimler  hatte vor Bekanntgabe der Pläne auf Nachfrage mitgeteilt, am Verkauf für seine verbliebene Beteiligung von 19,9 Prozent an Chrysler festzuhalten. Der Konzern begrüße jede Initiative, die geeignet sei, die Lage bei Chrysler zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu erhalten.

Aus Fiat nahestehenden Kreisen war bereits am Montag verlautet, die Italiener könnten einen Anteil an der früheren Daimler-Tochter übernehmen. Fiat ist auf kleine Autos spezialisiert und hat im Vergleich zu seinen europäischen Rivalen eine relativ umweltfreundliche Fahrzeugflotte. Im Dezember hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne erklärt, der Konzern brauche einen Partner, um langfristig überleben zu können.

Durch den Deal mit Chrysler könnte Fiat die nötige Größe erreichen, um die schlimmste Branchenkrise seit Jahrzehnten zu überstehen. Fiat-Vizepräsident John Elkann schloss nicht aus, dass die Italiener ihren Anteil von 35 Prozent auch aufstocken könnten. Zudem bekommt der italienische Konzern durch die Allianz wieder Zugang zum US-Markt. Außer Ferrari und Maserati verkauft Fiat keine Automarken in den USA.

Fiat hatte bereits vor Ausbruch der Krise in der Autobranche nach Möglichkeiten für einen Markteintritt in den USA gesucht und Gespräche mit US-Herstellern über eine Nutzung derer Produktionslinien geführt. Chrysler wiederum kann mit der Transaktion sein Produktportfolio auf kleine, umweltfreundlichere Autos ausweiten.

In der vergangenen Woche hatte der angeschlagene US-Autobauer Gerüchte dementiert, er spreche mit Renault-Nissan  über den Verkauf von Firmenteilen. Chrysler muss nach dem Erhalt eines staatlichen Milliardenkredits seine Restrukturierung vorantreiben.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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