Sparprogramm Metro streicht 15.000 Jobs

Radikalkur bei Metro: Der Konzern tritt angesichts der einbrechenden Wirtschaft kräftig auf die Kostenbremse, strafft seine Struktur und will bis 2012 rund 15.000 Jobs streichen. Konzernteile, die die interne Renditevorgabe nicht erreichen, sollen konsequent restrukturiert oder abgegeben werden.

Düsseldorf - Metro wappnet sich mit einem Sparprogramm und einer strafferen Konzernstruktur gegen die Rezession. Wie der Konzern am Dienstag bestätigte, sollen im Rahmen des Sparprogramms bis 2012 rund 15.000 der weltweit über 300.000 Stellen wegfallen.

Weitestgehend solle dies über natürliche Fluktuation erfolgen, erklärte der Konzern. Wie es heißt, sollen in der Zahl bereits bekannte Maßnahmen bei den Großverbrauchermärkten in Deutschland und bei Real enthalten sein. In Summe gehe es dort um eine Reduzierung von 4000 Stellen.

Die Aktien der Metro  rückten nach der Ankündigung des Sparprogramms mit plus 5,70 Prozent auf 25,78 Euro an der Dax-Spitze.

Metro-Chef Eckhard Cordes und seine Vorstandskollegen wollen mit dem neuen Programm bis 2012 das Ergebnis um 1,5 Milliarden Euro steigern. Davon soll etwa die Hälfte auf Kosteneinsparungen entfallen, der andere Teil durch eine Verbesserung der Abläufe erreicht werden. Die Konjunkturabkühlung und negative Währungseinflüsse haben bei Metro 2008 Bremsspuren hinterlassen.

Die Ländergesellschaften der Metro sollen künftig mehr Eigenverantwortung bekommen. Zudem seien künftig die Sparten Cash & Carry, Media Markt und Saturn, Real und Galeria Kaufhof für bislang konzernübergreifende Funktionen wie Einkauf und Logistik selbst verantwortlich, gab der Konzern bekannt. Die Bereiche Finanzen und Controlling sollen hingegen zentral vom Konzernsitz in Düsseldorf geführt werden. "Operative Einheiten, die die Renditeanforderungen nicht erreichen, werden konsequent restrukturiert oder abgegeben", kündigte das Management an.

Cordes hatte bereits deutlich gemacht, die Bekleidungskette Adler abstoßen zu wollen. Auch will sich Metro bis Anfang 2010 von 27 verlustreichen Märkten der Supermarktkette Real trennen, weitere könnten hinzukommen. Für das Großhandelsgeschäft Cash & Carry hatte Metro bereits den Abbau von einigen Hundert Stellen angekündigt. Einsparungen beim Personal sind Teil einer umfassenden Strategie, mit der die Großmärkte in Deutschland ihr Ergebnis steigern sollen. Die Elektroniktochter Media-Saturn gibt den Betrieb ihrer Rechenzentren an den Technologiekonzern IBM ab. Die Kaufhof-Warenhäuser zählt Cordes zudem nicht mehr zum Kerngeschäft.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx