Krisenticker Mehrere EU-Länder am Schuldenpranger

Die New Yorker Börse beendet ihren Handel mit herben Kursverlusten, Volkswagen beschließt Kurzarbeit, Seat schickt die halbe Belegschaft in unbezahlten Urlaub, Kanadas Leitzins sinkt auf ein 50-Jahres-Tief - aber die Konjunkturerwartungen in Deutschland hellen sich auf. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22 Uhr: Die US-Börsen haben zum Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama am Dienstag mit herben Kursverlusten geschlossen. Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte geht mit einem Minus von 4 Prozent auf 7949 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500  fiel um 5,3 Prozent auf 805 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  brach um 5,8 Prozent auf 1440 Punkte ein.

21.50 Uhr: Der Finanzmarktstabilisierungsfonds Soffin greift dem angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (Kurswerte anzeigen) (HRE) noch stärker unter die Arme. Der Soffin habe den zugesagten Garantierahmen um weitere 12 Milliarden Euro auf nunmehr 42 Milliarden Euro erweitert, teilte HRE mit. Damit könnten neue Anleihen besichert werden. Die Gespräche mit dem Soffin über längerfristige und umfassendere Liquiditäts- und Kapitalhilfe seien damit aber noch nicht abgeschlossen.

21.30 Uhr: Die Führungskräfte der französischen Banken haben dem Druck von Präsident Nicolas Sarkozy nachgegeben und für 2008 auf den Bezug von sämtlichen Sonderzahlungen verzichtet. Im Gegenzug sicherte der Staatschef am Dienstagabend zu, den Instituten demnächst weitere Eigenkapitalhilfen auszuzahlen. Die zweite Finanzspritze in Höhe von 10,5 Milliarden Euro war bereits im Oktober angekündigt worden, zuletzt aber an neue Bedingungen geknüpft worden. Für die Zahlung der ersten Tranche von 10,5 Milliarden Euro hatten sich die Banken unter anderem verpflichtet, mehr Kredite zu vergeben.

21.20 Uhr: Die New Yorker Börse baut ihre Verluste aus. Der Dow Jones  notiert mit gut 300 Punkten oder 3,7 Prozent minus bei 7982 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500  gibt 4,7 Prozent auf 810 Zähler nach, die Technologiebörse Nasdaq  verliert 5,1 Prozent auf 1452 Punkte.

19.15 Uhr: Die Europäische Kommission wird nach Worten von EU-Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia etwa sechs bis acht Länder an den Schuldenpranger stellen. Gegen diese Staaten der Europäischen Union würden in den kommenden Wochen und Monaten Defizit-Strafverfahren eingeleitet, sagte Almunia am Dienstag. Etwa ein Dutzend EU-Länder werde ein Defizit über der Obergrenze des Stabilitätspakts von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufweisen. Frankreich und Spanien haben diese Marke bereits 2008 gerissen, in Irland wird für dieses Jahr mit 11 Prozent Defizit gerechnet. Deutschland dürfte 2009 mit 2,9 Prozent Defizit das Maastrichter Kriterium noch so gerade einhalten. Für das kommende Jahr rechnet Almunia aber schon mit einer überhöhten Neuverschuldung von 4,2 Prozent.

Nach dem 2005 reformierten Stabilitätspakt ist ein vorübergehendes Überschreiten der Drei-Prozent-Schwelle bei einer schweren Wirtschaftskrise möglich. Die Länder bekommen dann mehr Zeit, die Defizite bei einer Konjunkturerholung wieder abzubauen. Derzeit suchen die EU-Länder angesichts ihrer milliardenschweren Konjunkturpakete eine Strategie gegen die explodierende Staatsverschuldung.

Island erwartet Schrumpfen der Wirtschaft um 9,6 Prozent

18.45 Uhr: Island rechnet 2009 mit einer tiefen Rezession. Das isländische Finanzministerium erklärte, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2009 um 9,6 Prozent schrumpfen und 2010 weitgehend unverändert bleiben werde. Im Oktober war das von der Finanzkrise hart getroffene Land noch von einem Rückgang um 1,6 Prozent 2009 und einer Rückkehr zum Wachstum im Jahr darauf ausgegangen.

Island rechnet in diesem Jahr zudem mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf 7,8 Prozent und der Inflationsrate auf 13,1 Prozent. sland wurde im Oktober mit voller Wucht von der Finanzkrise getroffen, als die drei größten Banken des Landes nach Jahren aggressiver Expansion im Ausland unter einer Schuldenlast in Milliardenhöhe kollabierten. Island musste Hilfsgelder beim Internationalen Währungsfonds und bei mehreren europäischen Ländern beantragen.

18.20 Uhr: Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto (Kurswerte anzeigen) will wegen der sinkenden Nachfrage seine Aluminiumproduktion weiter kürzen. Weltweit werde die Produktion noch einmal um 6 Prozent gesenkt, teilte das Unternehmen am Dienstag in London mit. Insgesamt sollen die Kapazitäten nun um 11 Prozent oder 450.000 Tonnen zurückgefahren werden. Außerdem werde der Minenkonzern weitere 1110 Jobs streichen. Betroffen seien 300 Leiharbeiter und 800 Festangestellte. Zugleich präzisierte das Unternehmen seine Pläne für den bereits im Dezember angekündigten Abbau von weltweit rund 14.000 Stellen.

18 Uhr: Die größten irischen Geldinstitute Allied Irish Banks und Bank of Ireland sollen nach den Worten von Finanzminister Brian Lenihan in Privatbesitz bleiben. Die Regierungspläne zur Rekapitalisierung würden die beiden Banken als Finanzinstitutionen stärken, sagte Lenihan am Dienstag bei einer Debatte zur Verstaatlichung der Anglo Irish Bank. Die Regierung hat zugesagt, jeweils zwei Milliarden Dollar in die Allied Irish Banks und die Bank of Ireland zu pumpen und dafür jeweils einen 25-prozentigen Anteil an den durch die Finanzkrise angeschlagenen Geldhäusern zu übernehmen.

Eine vollständige Verstaatlichung werde bei den beiden Instituten aber nicht angestrebt, bekräftigte Lenihan. Die Anglo Irish Bank hingegen, für die eine ähnliche Vereinbarung bestanden hatte, rettete die irische Regierung in der vergangenen Woche mit einer Übernahme vor dem Aus. Die drittgrößte irische Bank war von einem Kreditskandal erschüttert worden.

17.45 Uhr: Schwache US-Börsen haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag in die Verlustzone gezogen. Der Dax  geht 1,8 Prozent schwächer bei 4239,85 Punkten und damit nur knapp über seinem Tagestief bei 4222,76 Punkten aus dem Handel. Der MDax  der mittelgroßen Werte verlor 1,7 Prozent auf 4913,00 Zähler. Der Technologiewerteindex TecDax  büßte 0,8 Prozent auf 464,10 Punkte ein.

17.30 Uhr: Frankreichs Staatsdefizit wird in diesem Jahr auf 4,4 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Wegen der Milliardenausgaben für sein Konjunkturprogramm liege auch bereits das Defizit für 2008 über der Vorgabe des europäischen Stabilitätspaktes von 3 Prozent, teilte Haushaltsminister Eric Woerth am Dienstag mit. Paris geht demnach von 3,2 Prozent für 2008 aus.

Volkswagen beschließt Kurzarbeit

16.40 Uhr: Angesichts der dramatischen Absatzkrise in der Autoindustrie hat nun auch Volkswagen (Kurswerte anzeigen) für einzelne Bereiche seiner deutschen Werke Kurzarbeit beschlossen. Die Regelung betreffe rund zwei Drittel der 92.000 Beschäftigten in Deutschland und gelte für die Zeit zwischen dem 23. und 27. Februar. Das teilte VW am Dienstag in Wolfsburg mit.

16 Uhr: Der insolvente niederbayerische Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert erhält eine Staatsbürgschaft über 22,4 Millionen Euro. Das beschloss das bayerische Kabinett in seiner Sitzung am Dienstag in München. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) betonte: "Das Unternehmen hat eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für die Mitarbeiter, ihre Familien und die gesamte Region." Im vergangenen Oktober hatte das Unternehmen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Schuld daran waren erhebliche Absatzeinbrüche. Zum Jahreswechsel hat der niederländische Investor HTP Investments BV das Geschäft übernommen. Er will mehr als 1000 von zuletzt noch rund 1400 Arbeitsplätzen erhalten.

15.30 Uhr: Die spanische Volkswagen-Tochter Seat darf wegen der Absatzflaute rund 5300 Mitarbeiter vorübergehend unbezahlt in den Urlaub schicken. Die Regierung der nordostspanischen Region Katalonien bewilligte am Dienstag einen entsprechenden Antrag des Autoherstellers. Demnach sind 5300 Beschäftigte - fast die Hälfte der insgesamt 11.000 Seat-Mitarbeiter - in der Zeit von Februar bis Juni 2009 für jeweils eine bis vier Wochen betroffen. Die Betroffenen erhalten in dieser Zeit Arbeitslosengeld. Der Konzern erklärte sich nach Angaben des Arbeitsministerium zudem bereit, die Leistungen aufzustocken, so dass die betroffenen Mitarbeiter bis zu 80 Prozent ihrer Löhne bekommen.

15.20 Uhr: Die kanadische Notenbank hat ihren Leitzins auf das niedrigste Niveau seit rund 50 Jahren gesenkt. Die Zentralbank nahm den Zins am Dienstag wie erwartet von 1,5 auf 1,0 Prozent zurück und signalisierte wegen der Rezession eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Die Konjunkturflaute werde bis Mitte 2009 dauern und die Wirtschaft im Gesamtjahr um 1,2 Prozent schrumpfen lassen. Zudem werde es im zweiten und dritten Quartal wegen sinkender Energiepreise negative Inflationsraten geben. Erst 2010 werde die Wirtschaft mit 3,8 Prozent wieder deutlich zulegen. Mit dem Schritt hat die Notenbank ihren Leitzins seit Dezember 2007 insgesamt um 350 Basispunkte gesenkt.

14.45 Uhr: In Frankreich will die Regierung Autobauer wegen der Absatzkrise mit bis zu sechs Milliarden Euro unterstützen. Die Hersteller müssten sich im Gegenzug verpflichten, keine Standorte ins Ausland zu verlagern, sagte Premier François Fillon am Dienstag in Paris. Trotz der Milliardenhilfe rechnet die Regierung nicht damit, dass die französischen Hersteller vor 2012 wieder das Produktionsniveau von 2007 erreichen werden.

Die Unterstützung für die Autobauer werde sich im Rahmen von "fünf oder sechs Milliarden Euro" bewegen, sagte Fillon bei einem "Auto-Gipfel" mit Branchenvertretern im Wirtschaftsministerium. Bei den angekündigten Hilfen geht es laut Regierung um den "kurzfristigen Liquiditätsbedarf" bei den Herstellern Renault  und PSA Peugeot Citroën . Wie die Hilfen im Detail aussehen sollen, will Staatspräsident Nicolas Sarkozy bis Anfang Februar verkünden. Für bedrängte Zulieferer wurde am Dienstag aber bereits mit Renault und PSA ein Investitionsfonds von 300 Millionen Euro ins Leben gerufen.

DZ Bank verbucht Milliardenverlust

14.20 Uhr: Die genossenschaftliche DZ Bank hat das Jahr 2008 mit einem Verlust von gut einer Milliarde Euro abgeschlossen. Die Zuspitzung der Finanzmarktkrise nach der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers habe das Institut in die roten Zahlen rutschen lassen, teilte das Zentralinstitut für rund 1000 Volks- und Raiffeisenbanken am Dienstag in Frankfurt auf Grundlage einer Schätzung mit.

Neben Belastungen aus Geschäften mit Lehman Brothers (360 Millionen Euro), mit kriselnden isländischen Banken (449 Millionen Euro) sowie aus einer Beteiligung am französischen Kreditversicherer Natixis (269 Millionen Euro) musste die DZ Bank nach eigenen Angaben Bewertungsabschläge von rund 1,5 Milliarden verkraften. Hinzu kamen Wertkorrekturen auf Wertpapierbestände in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro bei der DZ BANK und der R+V Versicherung, die in die Neubewertungsrücklage gestellt wurden.

14.05 Uhr: Die Talfahrt der Bankentitel auf dem Londoner Börsenparkett hält auch nach Vorlage eines neues Rettungspakets der britischen Regierung an. Am Dienstag verlor die Lloyds Banking Group (Kurswerte anzeigen), die erst am Vortag aus der Fusion von HBOS und Lloyds TSB entstanden war, zwischenzeitlich über 40 Prozent an Wert. Auch die Großbank Barclays  gehörte mit einem Minus von zwischenzeitlich 15 Prozent zu den Verlierern des Aktienhandels. Die Royal Bank of Scotland  konnte sich mit einem Plus von 8 Prozent wieder fangen, nachdem der Wert der Aktie am Vortag mit einem Minus von 67 Prozent pulverisiert worden war.

13.35 Uhr: Die Aktie des Autokonzerns Fiat legt nach Wiederaufnahme des Handels gut 5 Prozent zu.

12.33 Uhr: Der angeschlagene US-Autohersteller Chrysler plant ein strategisches Bündnis mit dem italienischen Fiat-Konzern. Eine entsprechende Rahmenvereinbarung hätten beide Seiten unterzeichnet, teilten Chrysler und sein Mehrheitseigentümer, die Beteiligungsgesellschaft Cerberus, am Dienstag mit. Fiat  solle eine 35-prozentige Beteiligung an Chrysler übernehmen, aber dem US-Unternehmen keine Barmittel zur Verfügung stellen. Durch die Zusammenarbeit bekomme Chrysler Zugang zu Fiats Fahrzeugplattformen.

12.19 Uhr: Die IG Metall hat angesichts der Krise in der Automobilwirtschaft Verständnis für die geplante Kurzarbeit bei BMW  gezeigt. Man begrüße die weitgehende Sicherung der Reallöhne für die Beschäftigten, erklärte der IG-Metall-Landesbezirkschef in Bayern, Werner Neugebauer.

12.09 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag um seinen Vortagesstand gependelt. Bei einem relativ ruhigen Handel ohne klare Tendenz hielt sich der Dax  am Mittag mit plus 0,03 Prozent auf 4318 Zählern. Für den MDax  der mittelgroßen Werte ging es um 0,71 Prozent auf 4964 Punkte nach unten. Der Technologiewerteindex TecDax  gewann hingegen 0,40 Prozent auf 469 Zähler nach.

ZEW-Konjunkturerwartungen hellen sich auf

11.10 Uhr: Die Konjunkturerwartungen der Börsenexperten für Deutschland haben sich im Januar überraschend deutlich aufgehellt. Das ZEW-Barometer verbesserte sich um 14,2 Punkte auf minus 31,0 Punkten von minus 45,2 Zählern im Vormonat, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Die Lageeinschätzung trübte sich hingegen deutlich ein. Sie sank um 12,6 Punkte auf minus 77,1 Punkte.

11.00 Uhr: Der Autobauer BMW  will angesichts der anhaltenden Nachfrageschwäche seine Produktion weiter drosseln und plant zwei Monate lang Kurzarbeit an vier deutschen Standorten. Betroffen seien 26.000 Mitarbeiter in den Werken Dingolfing, Regensburg, Landshut und Berlin, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Dadurch werde die Produktion um 38.000 Fahrzeuge gekürzt.

10:30 Uhr: Von den 300.000 mittelständischen Unternehmen der Autobranche in Europa ist nach Einschätzung von EU-Vizepräsident Günter Verheugen jedes fünfte wegen der Konjunkturkrise in seiner Existenz gefährdet.

10.20 Uhr: In Italien sind die Industrieaufträge im November erneut deutlich gesunken. Im Vergleich zum Vormonat meldete die Statistikbehörde ISTAT am Dienstag bei den saisonal bereinigten Ordereingängen einen Rückgang um 6,3 Prozent. Für den Oktober wurde der Rückgang von 5,4 auf 6,6 Prozent revidiert und auch die September-Aufträge wurden von minus 2,5 auf minus 3,8 Prozent nach unten revidiert. Im Jahresvergleich sackten die Ordereingänge um unbereinigte 26,2 Prozent ab - das war der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Januar 1991.

10.19 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) rechnet für das laufende Jahr mit einem kräftigen Rückgang der wirtschaftlichen Leistung in Deutschland. Es sei mit einem negativen Wirtschaftswachstum von minus 2 bis minus 2,5 Prozent zu rechnen, sagte der Minister am Dienstag bei einer Energiewirtschafts-Tagung in Berlin.

10.11 Uhr: Der saudiarabische Chemieriese Sabic hat infolge der weltweiten Konjunkturkrise im vierten Quartal einen unerwartet herben Gewinneinbruch verzeichnet. Der Gewinn im Schlussquartal schrumpfte binnen Jahresfrist um 95 Prozent auf 311 Millionen Rial (umgerechnet 64,1 Millionen Euro) , wie das Unternehmen am Dienstag in Riad mitteilte.

Juncker warnt USA vor Haushaltsdefizit

9.30 Uhr: Die Aktie von Fiat  ist am Dienstag von Handelsbeginn an ausgesetzt. Grund ist eine anstehenden wichtige Mitteilung des Unternehmens. Am Vorabend schloss die Aktie bei 4,48 EUR. Zeitungsberichten zufolge soll Fiat Interesse an einem Einstieg bei Chrysler haben.

9.10 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) ist am Dienstag mit leichten Kursgewinnen in den Tag gestartet. In den ersten Minuten nach der Eröffnung stieg der Index um 0,5 Prozent auf 4338 Punkte.

8.36 Uhr: Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat sich beunruhigt darüber gezeigt, dass die USA ihre Konjunktur mit Hilfe einer massiver Schuldenaufnahme ankurbeln. "Mir macht das, wie auch anderen europäischen Finanzminister- Kollegen, die allergrößten Sorgen", sagte Juncker am Dienstag im Deutschlandfunk. "Die globalen Ungleichgewichte werden zunehmen." Dies werde einer ordnungsgemäßen und fairen Finanzmarktentwicklung nicht zuträglich sein. "Die Amerikaner müssen sehr genau darauf aufpassen, dass sie sich nicht überschulden", betonte Juncker.

8.03 Uhr: Die Wirtschaftskrise hat im vierten Quartal auch beim Schweizer Sanitärtechnikkonzern Geberit durchgeschlagen. Der Umsatz, der bis Ende September noch Quartal für Quartal steigende Zuwachsraten aufgewiesen hatte, sank im vierten Quartal um 10,5 Prozent auf 495 Millionen Franken. Das ergab für das ganze Jahr einen Umsatzrückgang von 1,3 Prozent auf 2,46 Milliarden Franken (1,67 Milliarden Euro).

Ohne Vertrauen illuminiert: Die japanische Wirtschaft ist psychologisch am Boden

Ohne Vertrauen illuminiert: Die japanische Wirtschaft ist psychologisch am Boden

Foto: REUTERS

7.22 Uhr: Das japanische Verbrauchervertrauen ist im Dezember abermals auf ein Rekordtief gesunken. Der entsprechende Indikator sei von 28,4 Punkten im Vormonat auf 26,2 Punkte gesunken, teilte die japanische Regierung am Dienstag in Tokio mit. Dies ist der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1982. Zudem notiert der Indikator nach wie vor deutlich unter dem Schwellenwert von 50 Punkten. Erst ein Wert von mehr als 50 Punkten signalisiert, dass die Verbraucher die Konsumaussichten eher optimistisch einschätzen.

Toyota-Absatz bricht ein

Toyota-Absatz bricht ein

7.12 Uhr: Die Ölpreise sind am Dienstag weiter gesunken. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Februar 34,00 US-Dollar. Das waren 2,51 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der März-Kontrakt für WTI-Rohöl, der den Februar-Terminkontrakt am heutigen Dienstag ablöst, notierte trotz ähnlich hoher Kursverluste deutlich höher bei 40,39 Dollar. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im März sank unterdessen um 40 Cent auf 44,10 Dollar.

6.43 Uhr: Der Absatz des weltgrößten Autobauers Toyota  ist im vergangenen Jahr um 4 Prozent auf 8,972 Millionen Fahrzeuge eingebrochen. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die schwachen Geschäfte auf den größten Märkten in Nordamerika, Europa und Japan. Mit den Zahlen lag der Branchenprimus im Rahmen der Markterwartungen. Toyota kündigt für den Morgen eine Pressekonferenz über den Umbau des Managements an.

5.00 Uhr: Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Jean-Pierre Roth, rechnet nur mit einer milden Rezession im Land. "Mit Ausnahme der Finanzbranche geht unsere Wirtschaft topfit in die Abschwungphase", sagte der Währungshüter in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

3.18 Uhr: Der italienische Autobauer Fiat  und der US-Hersteller Chrysler führen Informationen aus Kreisen zufolge Gespräche über eine strategische Partnerschaft. Dabei könnten die Italiener einen Anteil an der früheren Daimler-Tochter übernehmen, verlautete am Montag aus Fiat nahestehenden Kreisen. "Zwischen den beiden Gruppen gibt es Verhandlungen, dass Chrysler im Gegenzug möglicherweise Zugang zur Fiat-Technologie erhält", hieß es weiter aus den Kreisen. Zuvor hatte die Branchenzeitung "Automotive News Europe" über die geplante Kooperation berichtet.

3.07 Uhr: Der Euro und das britische Pfund haben am Dienstag im frühen Handel in Fernost ihren Kursrutsch fortgesetzt. Der Euro fiel auf 1,3032 Dollar und erreichte zwischenzeitlich sogar mit 1,2988 Dollar auf der Handelsplattform EBS den tiefsten Stand seit sechs Wochen. Grund war weiterhin die Herabstufung Spaniens durch die Ratingagentur Standard & Poor's sowie eine düstere Konjunkturprognose der EU-Kommission.

Merkel warnt Obama vor Protektionismus

Dienstag, 1.55 Uhr: Der Vorsitzende der amerikanischen Autobauergewerkschaft AUW, Ron Gettelfinger, bezweifelt, dass der Termin zur Fertigstellung der Restrukturierungspläne von GM und Chrysler eingehalten werden kann. Die geplante Fertigstellung Mitte Februar sei unrealistisch.

Montag, 22.30 Uhr: Europas zweitgrößter Autobauer Peugeot Citroën (Kurswerte anzeigen) hat wegen der Wirtschaftskrise vor einem "schrecklich schwierigen" Geschäftsjahr gewarnt. Ob der französische Hersteller 2009 einen Gewinn verzeichnen werde, sei nicht abzusehen, sagte Peugeot-Chef Christian Streiff der Zeitung "Le Figaro" (Dienstagausgabe). "Wie die meisten unserer Konkurrenten geben wir nur Prognosen für drei Monate ab, und das erscheint schon lang." Dass jedoch einer der großen europäischen Autohersteller bankrott gehe, sei sehr unwahrscheinlich, sagte Streiff. Am Dienstag plant die französische Regierung einen Autogipfel. Frankreichs Präsident hat umfassende Hilfen angekündigt.

21.05 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die USA erneut davor gewarnt, angesichts der globalen Krise in Protektionismus zu fallen. Nach den Exzessen der vergangenen Zeit insbesondere auf den Finanzmärkten gelte es jetzt, ein globales Regelwerk einzurichten, das wesentliche Elemente der sozialen Marktwirtschaft enthalte, sagte Merkel am Montagabend bei einer Feier des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin. Man müsse jetzt mit dem neuen US-Präsident Barack Obama um die richtigen Schlussfolgerungen aus der Krise ringen.

21 Uhr: Der Handelskonzern Metro (Kurswerte anzeigen) kündigt ein Sparprogramm an. Unter dem Namen "Shape 2012" soll das Ergebnis um 1,5 Milliarden Euro verbessert werden, teilt das Unternehmen mit. Die Hälfte davon werde mit Kosteneinsparungen erreicht, der Rest unter anderem mit einer neuen Struktur. Beispielsweise sollten "Bereiche, die für die Steuerung und Kontrolle des Konzerns relevant sind, stärker zentralisiert" werden.

19 Uhr: Der russische Aktienmarkt hat die neue Börsenwoche mit dramatischen Abschlägen begonnen. Nach lustlosem Geschäft brach der RTS-Interfax-Index des Computerhandels in Moskau am Montag um 6,2 Prozent auf 531,66 Punkte und somit auf den Stand vom Ende Juli 2004 ein. Belastet hätten wieder stark sinkende Ölpreise, hieß es in Moskau. Analysten sprachen auch von der Rubel-Flucht vieler Investoren nach wiederholter Abwertung der russischen Währung durch die Zentralbank am Montag.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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