Korruptionsskandal Versicherung hilft Siemens

Siemens kann offenbar auf eine finanzielle Entschädigung hoffen. Ein Konsortium mehrerer Versicherer wird dem Unternehmen nach Medienberichten einen höheren Millionenbetrag überweisen, weil Vorstände oder Aufsichtsräte für die Korruption im Unternehmen verantwortlich seien. Von denen fordert Siemens jetzt ebenfalls Geld.

München - Siemens ist anscheinend zuversichtlich, im Korruptionsskandal einen höheren Millionenbetrag aus einer vor Jahren abgeschlossenen Versicherung zu erhalten. Das hat die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. En Assekuranz-Konsortium unter Führung der Allianz  sei offenbar bereit, zu zahlen.

Siemens  habe sich für Schäden, die von Vorständen oder Aufsichtsräten verursacht werden, bei diesem Konsortium mit 250 Millionen Euro versichert. Das Konsortium wolle nach Angaben aus Siemens-Kreisen aber "nicht die volle Deckungssumme" zahlen, berichtete die Zeitung weiter. Nun verhandele für den Konzern eine Kanzlei mit dem Konsortium über die Höhe der Versicherungsleistung.

Ein Siemens-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu am Sonntag ab. Auch die Allianz wollte sich nicht äußern.

Der Münchener Siemens-Konzern fordert zudem von seinen früheren Vorständen wegen des Korruptionsskandals Schadenersatz in Millionenhöhe. Allein der frühere Vorstandschef und Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer soll sechs Millionen Euro zahlen, wie die "Süddeutsche Zeitung" ebenfalls berichtete. Insgesamt fordert Siemens dem Bericht zufolge von elf ehemaligen Vorstandsmitgliedern Schadenersatz jeweils zwischen einer Million und fünf Millionen Euro. Darunter sei auch Pierers Nachfolger Klaus Kleinfeld

Der Siemens-Aufsichtsrat werfe den ehemaligen Vorständen vor, ihre Dienstpflichten verletzt und durch mangelnde interne Kontrollen ein Schmiergeldsystem ermöglicht zu haben. Pierer und sein Anwalt hätten auf Anfrage keine Stellung zu den Forderungen von Siemens nehmen wollen.

Siemens hat nach Erkenntnissen der Münchener Staatsanwaltschaft und von US-Behörden jahrzehntelang und weltweit Geschäftspartner, Behörden und Regierungen für lukrative Aufträge bestochen. In Deutschland und den USA musste der Konzern inzwischen Geldstrafen in Höhe von insgesamt 1,2 Milliarden Euro zahlen. Zusammen mit weiteren Kosten beträgt der Schaden inzwischen fast zwei Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von ddp