Deutsche Bank Ackermann meldet 4,8 Milliarden Verlust

4,8 Milliarden Euro Verlust vor Steuern im vierten Quartal - einen Verlust in dieser Höhe hatten die wenigsten Beobachter von der Deutschen Bank erwartet. Vor allem der Wertpapierhandel und der Abbau von Risikopositionen habe das Ergebnis belastet. Die Aktie stürzt rapide ab.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank  erwartet im vierten Quartal und für das Gesamtjahr 2008 einen Milliardenverlust. Im vierten Quartal liege das Ergebnis nach Steuern bei minus 4,8 Milliarden Euro, teilte die Bank am Mittwoch aufgrund von vorläufigen Zahlen mit. Für das Gesamtjahr geht die größte deutsche Bank von einem Verlust von etwa 3,9 Milliarden Euro aus.

"Die außerordentlich schwierigen Marktbedingungen haben die Ergebnisse aus dem Verkauf und Handel von Wertpapieren (Sales and Trading) belastet", teilte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung für die Börse weiter mit. Zudem habe sich der Abbau von Risikopositionen kurzfristig negativ niedergeschlagen.

Nach Bekanntwerden dieser Zahlen rutschten Deutsche-Bank-Aktien im Dax  ans Ende des Index und verloren über 8 Prozent. Im Vorjahr schrieb das Geldhaus noch Rekordgewinne. Trotz der neuen Belastungen erwartet die Bank keine nennenswerten Auswirkungen auf die Kapitalstärke, die sie weiter in Höhe der Zielgröße von 10 Prozent erwartet. Zudem rechnet sie mit einer Dividende für 2008 von 50 Cent pro Aktie. Die Aktie der Bank brach um mehr als 6 Prozent ein.

"Das ist schon knackig", kommentierte ein Händler die Verluste der Deutsche-Bank-Aktie. "Ein Verlust war ja erwartet worden, aber wohl eher in der Region um eine Milliarde und nicht um vier Milliarden Euro", sagte ein anderer Börsianer. "Das einzig Positive ist, dass es keine Kapitalerhöhung gibt."

"Eigentlich hätte man das erwarten können, wenn man die anderen Banken beobachtet hat, aber Herr Ackermann hatte sich immer noch relativ optimistisch gegeben", meinte ein dritter Händler. "Die indirekte Staatsbeteiligung durch den Postbank-Deal wiegt auch schwer, da kommt jetzt alles zusammen."

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters und ap

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